Stimm*Raum: durch Kunst Klischees verdrängen
LINZ. Unter dem Motto „Stimm*Raum macht sichtbar“ gibt die Soziale Initiative gGmbH jungen Menschen mit tschetschenischer Biographie Raum und Stimme, um sich mittels Kunst neu zu präsentieren. Ziel ist es, den medial negativ geprägten Blick der Mehrheitsgesellschaft auf ihre tschetschenischen Mitbürger zu wandeln.

In verschiedenen Modulen können junge Leute mit tschetschenischer Biographie zwischen 15 und 27 Jahren das Arbeiten mit Text, Sprache und Fotografie für sich entdecken und sich künstlerisch entfalten. Im Zentrum stehen dabei die Teilnehmer und ihre Geschichten. Begleitet werden sie von Künstlern und Experten der jeweiligen Fachbereiche. Die Soziale Initative setzt darüber hinaus auf eine umfassende soziale Betreuung der Teilnehmer und auch ihrer Angehörigen. Die Sozialarbeiterin Maynat Kurbanova unterstützt sie bei der Zukunftsplanung und im alltäglichen Leben in Österreich. Auch psychotherapeutische Begleitung ist geplant. Sabine Kerschbaum, die Initiatorin und Leiterin des Projekts, ist von der nachhaltigen Wirkung der umfangreichen Betreuung überzeugt: „Familie hat einen besonderen Wert, daher ist es uns wichtig, sie am Projekt teilhaben zu lassen, eventuelle Unsicherheiten durch Transparenz entgegenzuwirken und damit ihre Unterstützung zu sichern.“
Neue Geschichten abseits gängiger Klischees
„Stimm*Raum ist entstanden, weil viele negative Presseberichte über Tschetschenen negative Bilder in den Köpfen der Öffentlichkeit erzeugen und diese nicht den Tatsachen entsprechen. Ich möchte mit diesem Projekt positive Bilder zeigen, die von jungen Tschetschenen geschaffen werden, möchte Texte präsentieren, die abseits von gängigen Klischees neue Geschichten erzählen, möchte den jungen Menschen eine Stimme geben, damit sie gehört werden“, sagt Sabine Kerschbaum.
Veröffentlichung der Arbeiten
Um die Situation, Erfahrungen und Geschichten der Mitbürger mit tschetschenischer Herkunft einem breiten Publikum zugänglich zu machen, werden die in den Workshopreihen entstandenen Werke ab 2022 im öffentlichen Raum und in Galerien der Stadt Linz ausgestellt. Zusätzlich werden alle Arbeiten in einem Buch veröffentlicht.


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