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LINZ/ALTENBERG. Die Jagd liegt längst nicht mehr allein in Männerhand. In Linz wurden für 2021/2022 699 gültige Jagdkarten ausgestellt, davon 103 an Frauen. Einen Anteil daran, dass die Jagd weiblicher und jünger wird, hat auch die HBLA Elmberg. Die Schule bietet die Möglichkeit im Rahmen des Freigegenstands Jagd und Fischerei die Jagdprüfung abzulegen. Erst kürzlich wurde die 100. Jungjägerin geehrt. Eine der ersten Absolventinnen war Anna Schmied, die aktiv bei der Jagd geblieben ist.

Anna Schmied genießt die Zeit mit ihrem Hund in der Natur. (Foto: Anna Schmied)
  1 / 2   Anna Schmied genießt die Zeit mit ihrem Hund in der Natur. (Foto: Anna Schmied)

Um 4.30 Uhr aufzustehen, ist für Anna Schmied aktuell fast an der Tagesordnung. Es ist die Zeit, in der die Kitze auf die Welt kommen, aber auch in der die Bauern ihre Wiesen mähen. „Seit heuer haben wir eine Drohne, wir gehen aber auch zu Fuß durch“, erzählt die 25-Jährige. Wird ein Kitz gefunden, wird es am Waldrand in einer Kiste untergebracht, bis der Bauer fertig. Das Verhältnis mit den Bauern in Altenberg, wo die 25-Jährige auch ihr eigenes Revier in der Jagdgesellschaft betreut, ist zum Glück gut. „Die Bauern rufen uns ein, zwei Tage vorher an, bevor sie mähen und wir nehmen uns dann halt die Zeit“, so die 25-Jährige.

Gemeinsam mit ihrem Jagdhund wird sie aber auch oft zur Nachsuche gerufen, wenn ein Reh angeschossen oder angefahren wurde und davon läuft. Im Winter zählt noch die Fütterung des Wildes zu ihren Aufgaben.

Wertvolles Lebensmittel

Für Anna Schmied ist Zeit in der Natur mit ihrem Hund ein wichtiger Ausgleich zwischen Arbeit und Studium. „Ich war schon immer sehr tierliebend und naturverbunden“, erzählt die 25-Jährige: „Vor allem ist es immer spannend, denn man weiß nie was passiert. Manchmal sitzt man am Hochstand und es klappt beim ersten Mal und manchmal sitzt man 20 Mal.“

Das Töten steht bei der 25-Jährigen nicht im Vordergrund, umso wertvoller ist für sie aber ein selbst geschossenes Wild. „Ich behalte mir jedes Reh selber, das ich erlege. Mir ist wichtig, wirklich alles zu verwerten und so auch wertzuschätzen, denn es gibt für mich kein qualitativ besseres Lebensmittel.“ Auf die Frage, wie sie denn ein Tier töten kann, hat sie ihre eigene Antwort gefunden: „Ich frage dann immer, ob derjenige Fleisch isst. Meistens kommt dann ja. Ich versuche dann zu erklären, dass das Reh, das ich erlege, einen viel schöneren Tod hat als jedes Schwein. Weil das Reh fällt mehr oder weniger in seinem Wohnzimmer einfach um, ohne Transportstress oder dergleichen.“

Respekt vor der Waffe hat sie nach wie vor. „Ich gehe seit 2016 jagen, aber eine gewisse Anspannung ist vor jedem Schuss da.“ Es gehe schließlich um eine Waffe, die tötet.

Ihre Erfahrungen als Frau

Dass sie jung und eine Frau ist, haben sie unterschiedliche Erfahrungen machen lassen, gerade außerhalb der eigenen Jagdgesellschaft. „Die einen finden es total klasse und nehmen einen von Beginn an gut auf. Manch ältere Kollegen haben es mich aber schon spüren lassen. Ich finde es traurig, dass ich das Gefühl habe, mich beweisen zu müssen, nur weil ich eine Frau bin“, erzählt die Jungjägerin. Die Jagdgesellschaft Altenberg selbst zählt aktuell 75 Jäger, davon fünf Frauen.

Anna Schmied ist immer noch froh, dass sie die Jagdprüfung damals im Rahmen des Freigegenstands Jagd und Fischerei an der HBLA Elmberg ablegen konnte. „Ich war damals im ersten Kurs dabei, ich glaube wir sind damals zu sechst zur Prüfung angetreten.“ Die Kursstunden wurden nach der Schule absolviert. „Macht man den Kurs abends nach der Arbeit, ist das doch sehr aufwändig. So waren wir auch noch im Lernen drinnen“, schmunzelt Schmied.

Übrigens: 2021 haben insgesamt 127 Linzer die Jagdprüfung erfolgreich abgelegt, 55 Frauen und 72 Männer. Die jüngste Frau war 16 Jahre alt, die älteste 59.


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