LINZ. Für Menschen ohne Beeinträchtigung sind „wild abgestellte“ Scooter oftmals ein Ärgernis. Für Rollstuhlfahrer oder Sehbehinderte können sie ein gefährliches Problem sein. Wie sich das am eigenen Leib anfühlt, können Passanten bei einem Aktionstag in der Linzer Innenstadt ausprobieren.

E-Scooter sind praktisch und ein umweltfreundliches Mittel, um von A nach B zu kommen, aber: Sie sind leider oftmals ohne Rücksicht auf Gehsteigen etc. abgestellt. Speziell für Menschen, die blind sind, die eine Seh- oder Gehbehinderung haben oder im Rollstuhl sitzen, ist dies oft ein ernsthaftes Problem. Denn die Gedankenlosigkeit einiger Mitmenschen ist für sie nicht nur ärgerlich, sondern potenziell gefährlich. Die Interessenvertretung Fokus Mensch plant daher mit dem Oö. Blinden- und Sehbehindertenverband sowie dem E-Scooter-Verleiher Tier einen Aktionstag zur Bewusstseinsbildung. Am Freitag, 3. Juni 2022, ab 14 Uhr machen die Organisationen gemeinsam mit Betroffenen am Martin-Luther-Platz (Mozartkreuzung/Thalia) für rund zwei Stunden auf das Thema aufmerksam. Bei Schlechtwetter ist der Ersatztermin der 1. Juli 2022.
Die Stolperfalle selbst erleben
Das Vorhaben: Die Aktion soll es anderen Menschen ermöglichen, verschiedene Situationen mit den Gegebenheiten für Menschen mit Seh- oder Gehbehinderung zu erleben. Wie fühlt es sich an, wenn ein E-Scooter quer über dem Gehsteig liegt und ich mit dem Rollstuhl nicht vorbeifahren kann? Wie geht es mir dabei, wenn ich plötzlich über eine hochragende Lenkstange stolpere, die ich nicht vorab mit meinem Blindenstock ertasten konnte? Diese Fragen und mehr können sich die Besucher stellen und vor allem: deren Antworten am eigenen Leib spüren. Bereitgestellte Hilfsmittel wie Rollstühle oder Blindenstock und Verdunkelungsbinde bewirken eine authentische Nachstellung der jeweiligen Situationen. Der Aktionstag soll so neue Perspektiven eröffnen und aufzeigen, welche Auswirkungen ein oft unbedachtes Handeln haben kann, sowie Probleme, die durch ein solches Verhalten entstehen, verhindern.


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