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Online Redaktion, 06.09.2022 22:02

OÖ. Am Montag kehren Oberösterreichs Schüler zurück an die Schulen – dieses Mal ohne Maske - Tips hat berichtet - dafür mit neuen Programmpunkten. Rund 15.000 Taferlklassler in OÖ sind die letzten Tage wohl besonders aufgeregt. Generell warten ein neuer Pflichtgegenstand, das Mühlviertel wird zur Pilotregion. Die Zahl jener Kinder, die zum Heimunterricht angemeldet sind, hat sich im Vergleich zum Vorjahr halbiert. (von Karin Seyringer und Kerstin Kern)

  1 / 3   Es geht wieder los: Am 12. September ist in OÖ Schulbeginn. (Foto: contrastwerkstatt/stock.adobe.com)

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, bald ist es wieder so weit: Am 12. September läuten die Schulglocken das neue Schuljahr 2022/23 ein. Für viele ist dieser Tag mit besonderer Aufregung verbunden: 15.227 Kinder machen sich in Oberösterreich zum allerersten Mal auf den Schulweg, knapp 109.000 sind es im Pflichtschulbereich gesamt. Nach dem stark von der Coronapandemie geprägten Schulstart 2021/22 starten die Schulkinder und Lehrkräfte dieses Jahr sorgloser ins neue Schuljahr – ohne verpflichtende Tests und Masken. Neuerungen gibt es trotzdem zahlreiche.

Neues Pflichtfach „Digitale Grundbildung“

Als „Erfolgsprojekt“ bezeichnet oö. Bildungsdirektor Alfred Klampfer das Fach „Digitale Grundbildung“, dass ab heuer in der Sekundarstufe I Pflichtgegenstand mit fixem Lehrplan ist. Es macht die Schüler nicht nur mit Geräten vertraut, sondern behandelt auch Themen wie Fake News. „Sicherheit, ethische Fragen, Anwendersoftware bis zum Programmieren sind Teil“, so Klampfer. Das neue Fach startet jetzt in den Jahrgängen, die vom Ministerium mit Laptops und Tablets ausgestattet worden sind. Die Ausstattung der Lehrkräfte finanziert das Land OÖ, ebenso die Kosten für die Lizenzierung. „Mit 281 Schulen sind in OÖ fast alle mit dabei“, freut sich LH-Stellvertreterin Bildungs-Landesrätin Christine Haberlander (ÖVP) über ein „deutliches Zeichen in Richtung moderner, digitaler Schule von morgen.“

Neuer Schulzweig „Digitalisierung und Robotik“

Am Linzer BRG Fadingerstraße startet außerdem der neue Schulzweig „Digitalisierung und Robotik“, der den Schülern Kompetenzen wie Netzwerktechnik oder Coding vermittelt. Zusammengearbeitet wird dabei auch mit Betrieben.

Schwerpunkt Bewegung: Modellregion Mühlviertel

Erste Schritte zu einem gesundheitsbewussten Leben sollen bereits in der Schule an die Heranwachsenden vermittelt werden. Angebote, die über die Schulsporteinheiten hinausgehen, sollen die Kinder animieren, Bewegung in ihren Alltag einzubauen.

Im Mühlviertel – die Pilotregion für die tägliche Bewegungseinheit - wurden dafür gezielt Schulen ausgewählt. „Es geht darum die Bewegung als unkomplizierte Abläufe in den Alltag zu integrieren“, so Haberlander, etwa Bewegung in den grundsätzlichen Unterricht einzubauen.

In weiteren Schritten stehen auch die Zusammenarbeit mit umliegenden Sportvereinen sowie das Angebot bedarfsorientierter Bewegungsförderung am Programm.

Mädchen an der HTL – neuer Rekord

Im Pflichtschulbereich ist grundsätzlich ein Plus an Schülern zu verzeichnen. Erfreulich ist für Haberlander der Zuwachs um 1,8 Prozent an den Mittelschulen, da diese oft „als Schulform unterschätzt werden.“ Ein Minus (zwei Prozent) gibt es im neuen Schuljahr an den Berufsschulen in OÖ – für sie ein Zeichen, dass die Lehre aufgewertet werden müsse. Bei den Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen (LWBFS) – die seit 2019 auch eine Pflegeausbildung anbieten - erfreut man sich über ein Plus von gleich sechs Prozent. Ebenfalls positiv gesehen wird: Knapp über 3,7 Prozent mehr Schüler sind im neuen Schuljahr an BAfEPs zu finden.

Einen neuen Rekord gibt es beim Mädchenanteil an HTLs in OÖ. 2.304 Mädchen – rund 20,7 Prozent – absolvieren dort in diesem Jahr ihre Ausbildung.

Generelle Schwankungen bei den Schülerzahlen der Oberstufe seien darauf zurückzuführen, dass ein demografisch schwacher Jahrgang dieses Jahr in die Oberstufe aufsteige, wie Klampfer erläutert.

Zurück aus dem Heimunterricht

Die Zahlen der Schulabmeldungen zum Heimunterricht sinken wieder. Nachdem zum letzten Schulstart über 1.400 Kinder von der Schule abgemeldet worden waren, hat sich diese Zahl zum heurigen Schulstart halbiert. 625 Kinder und Jugendliche in OÖ starten kommende Woche von zu Hause aus ins neue Schuljahr. Zum Vergleich: in einem normalen Schuljahr vor Corona waren es zwischen 200 und 300.

„Ich habe das letztes Jahr sehr mit Sorge gesehen und freue mich über die Entwicklung – wünsche mir aber noch weniger“, so Bildungs-Landesrätin, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander. „Man sollte hier immer bedenken, dass man die Möglichkeit der Interaktion nimmt. Es geht auch um soziales Lernen“, wendet sie sich an die Eltern. Kinder zu unterrichten sei nichts, was man so leicht nebenbei zu Hause machen könne.

Integration ukrainischer Kinder

Ein Thema, das die Schulen ebenfalls beschäftigt, ist die Integration ukrainischer Kinder. Zum Ende des letzten Schuljahres besuchten knapp 1.400 Kinder und Jugendliche, die aus der Ukraine geflohen waren, Schulen in OÖ. Zum Schulstart wird mit rund 300 weiteren schulpflichtigen Ukrainern gerechnet. Als Basis dafür nutzten 217 ukrainische Kinder bereits die Möglichkeit, in der Sommerschule Deutschkenntnisse zu erwerben oder zu vertiefen. „Auch in den Schulen werden das Erwerben der Grundkompetenzen sowie die soziale Kompetenz weiterhin die Schwerpunkte für die vertriebenen Kinder bilden“, so Bildungsdirektor Klampfer.


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