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LINZ. Beim Linz Hackathon lädt die Stadt Interessierte ein, gemeinsam Ideen für soziale Innovation in Linz auszuarbeiten. An drei Tagen tüftelten Experten, Mentoren und Teilnehmer aus Linz Visionen für eine inklusive Stadt aus. Die Siegerprojekte für das Jahr 2023 stehen nun fest.

  1 / 2   V.l.: Leon Weber, Mariella Sinissbichler, Raphael Siegl, Patrick Kary vom Team Cyberducks sowie Julia Mayrhofer und Jan Aigner, die Entwickler von „CommuniCheck“. (Foto: privat)

Im Fokus stand beim dritten Linzer Hackathon das Thema Barrierefreiheit. An einem Wochenende Ende März wurden acht Ideen entwickelt, unter denen zwei Gewinner-Projekte ausgewählt wurden, die für den Sieg jeweils 5000 Euro erhielten. Nach einer zweiwöchigen, öffentlichen Voting-Phase über die Plattform des Innovations-Hauptplatzes und einem Jury-Voting, bestehend aus sechs Experten Linzer Sozialorganisationen und Bildungseinrichtungen standen die Sieger fest: Die Vernetzungsapp „CommuniCheck“ und ein „Fußheber“ des Teams Cyberduck.

Fußheber für Menschen mit Peroneusparese

Vier Studierende der JKU, Raphael Siegl, Mariella Sinissbichler, Patrick Kary und Leon Weber, haben sich zum „Team Cyberducks“ zusammengetan. Sie entwickelten einen innovativen Fußheber für Menschen mit der Nervenschädigung „Peroneusparese“, auch Fußheberschwäche genannt. Damit sollen die Beschwerden für Betroffene gelindert werden. Die Erkrankung ist eine häufige Ursache für Fußlähmungen, die Folge können ein Schleiffuß und eine erhöhte Stolpergefahr sein.

Der Fußheber vom Team Cyberducks wird am Vorderfuß und über dem Wadenmuskel fixiert. Er kann den Fuß halten, ohne den Tragekomfort zu beeinträchtigen. Hergestellt wird das Produkt mittels 3-D-Druck und Nähen, Weiterentwicklungen sind geplant. Angedacht ist etwa eine Integration des Fußhebers in Kompressionsstrümpfe oder als Bandage oder Socke.

Die Jury konnte durch die kurze Zeit vom Konzept zum funktionsfähigen Prototyp überzeugt werden. Das Team verbuchte zudem die meisten Community-Stimmen und arbeitet bereits an einer verbesserten Version des Prototyps.

„CommuniCheck“

Das App-Konzept von Julia Mayrhofer und Jan Aigner soll den Zugang zu sozialem Engagement in Linz erleichtern. „CommuniCheck“ bringt Menschen, die sich sozial engagieren wollen mit NGOs oder sozialen Einrichtungen zusammen. Der Prototyp ist einfach aufgebaut und bietet einen Fragebogen zur Selbsteinschätzung wie auch eine Vorerfassung, in welchen Kategorien sich Nutzer engagieren möchten. Kleine Aufgaben sollen dabei helfen, sich ein grundlegendes Vorwissen anzueignen.

Auf einer Community-Seite können sich die Nutzer mit Organisationen und anderen Interessierten austauschen und eigene Projekte erstellen. Die sozialen Einrichtungen wiederum können die Community zu Projekten und Arbeitspaketen einladen. Auch organisationsübergreifend soll das möglich sein. Ein Algorithmus soll künftig die App-User mit passenden Projekten vernetzen können. Mayerhofer und Aigner wollen mit der App mehr Menschen dazu ermutigen, sich für eine gute Sache einzusetzen und die Leistungen sozialer Linzer Organisationen sichtbarer machen.

Die Jury sah in dem Konzept hohes Potenzial, das Ehrenamt für Menschen zu attraktivieren, die nur wenig zeitliche Ressourcen zur Verfügung haben. Zusammengesetzt war die Jury aus Thomas Gegenhuber (Johannes Kepler Universität – Linz Institute of Technology), Jasmine Chansri (Volkshilfe Oberösterreich), Reinhold Medicus (Diakoniewerk Syncare), Christine Bürgstein (Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Linz), Dieter Etzelstorfer (Geschäftsbereich Soziales, Jugend und Familie Magistrat Linz) und Mario Zeppetzauer (Kunstuniversität Linz – Industrial Design).


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