ÖGK investiert 76 Millionen Euro in die ärztliche Versorgung in OÖ
LINZ. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) investiert rund 76 Millionen Euro zusätzlich in die ärztliche Versorgung in Oberösterreich. So sollen bis 2025 20 Facharzt-Planstellen hinzukommen.

Es gibt zu wenige Ärzte in Oberösterreich. „Ja, das stimmt, deshalb tun wir auch was dagegen“, betont Michael Pecherstorfer, Vorsitzender des Landesstellenausschusses der ÖGK in Oberösterreich. Die Investition von rund 76 Millionen Euro bedeutet rund 70.000 Euro mehr für jeden Vertragsarzt. Damit soll der hochwertige medizinische Standard für die Versicherten, aber auch dessen nachhaltiger Ausbau sichergestellt werden.
20 zusätzliche Planstellen bis 2025
Vereinbart wurde ein Ausbau des Stellenplans um 20 zusätzliche Stellen bis Ende 2025. Damit sollen insbesondere Verbesserungen des oberösterreichischen Versorgungsschlüssels in den Bereichen Augenheilkunde, Innere Medizin, Dermatologie und HNO-Krankheiten erzielt werden. Fünf Stellen sollen jedenfalls bis Ende 2024 besetzt sein.
Die ärztliche Versorgungsdichte liegt in Oberösterreich bei 95 bzw. 96 Prozent, weiß Ursula Krepp, Mitglied im Verwaltungsrat der ÖGK, aber es gibt regionale Versorgungslücken. Beispiele sind Pichling im Linzer Süden oder Wels. Insgesamt sind von 678 Vertragsarzt-Planstellen in der Allgemeinmedizin 29 unbesetzt, in der Gynäkologie von 72 vier Stellen, in der Kinderheilkunde ist von 39,5 Planstellen eine unbesetzt. Insgesamt gibt es in OÖ etwa 1.000 Vertragsärzte, in den letzten Monaten wurden allein 136 neu aufgenommen, so Krepp.
Maßnahmen zur Versorgungssicherheit
Die Investition gewährleistet noch weitere Maßnahmen zur ärztlichen Versorgungssicherheit. So soll ein Ärztebereitstellungsmodell in OÖ umgesetzt werden, um Versorgungslücken rasch überbrücken zu können. Das lässt sich die ÖGK einiges kosten: „9.000 Euro brutto für einen Halbtagsjob“, so Krepp. Ebenso können Wahlärzte im Einvernehmen mit der Ärztekammer für OÖ über die ÖGK abrechnen, um die Kosten für den Patienten im Rahmen zu halten, wenn damit eine Versorgungslücke geschlossen werden kann.
Bei der Bereitstellung von Infrastruktur setzt man vermehrt auf Gruppenpraxen, statt wie früher auf Einzelpraxen. Zehn Primärversorgungseinheiten wurden in den letzten Jahren in OÖ installiert. „Die Work-Life-Balance ist auch bei den Ärzten angekommen“, so Pecherstorfer. In einer Gruppenpraxis können sie sich die Dienste teilen. Zudem werde die Ärzteschaft weiblicher, umso wichtiger sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Die Entlastung der Hausärzte will man unter anderem mit dem Ausbau der 1450-Gesundheitshotline vorantreiben, „um die Patienten noch besser zu lenken“, so Krepp, damit sie von vorneherein zu dem Arzt kommen, den sie brauchen. Auch eine eigene Kinderhotline ist geplant. Weiters setzt man vor allem auf die Digitalisierung im Gesundheitsbereich, wie das E-Rezept oder E-Health. Manches könne auch per Video mit dem Arzt abgeklärt werden, ohne vor ihm sitzen zu müssen, so Krepp
Zusammengefasst: „Wir wollen bis 2030, dass aus der ÖGK die modernste Gesundheitskasse Europas wird“, so Ursula Krepp.


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