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Neue Geschäftsführerin für das Linzer Frauenhaus: Karin Raab übernimmt Leitung der Kriseneinrichtung von Grete Rackl

Nora Heindl, 09.05.2023 10:08

LINZ. Seit Mai leitet eine neue Geschäftsführerin das Linzer Frauenhaus. Die 43-jährige Karin Raab hat die Funktion von Langzeit-Geschäftsführerin Grete Rackl übernommen, die sich in die Pension verabschiedete. In den 26 Jahren ihrer Geschäftsführung haben mehr als 4.000 Frauen und Kinder Schutz, Sicherheit und Beratung beim Start in ein gewaltfreies Leben im Frauenhaus Linz gefunden.

Margarethe Rackl (l.) und Karin Raab bei der Schlüsselübergabe (Foto: Frauenhaus)
Margarethe Rackl (l.) und Karin Raab bei der Schlüsselübergabe (Foto: Frauenhaus)

„Die ungebrochene Brisanz von häuslicher Gewalt und die große Anzahl an Femiziden in Österreich hat mich dazu bewogen, mich auch beruflich für von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder einzusetzen“, beschreibt die neue Geschäftsführerin ihre Motivation. Aufgabe des Frauenhauses Linz sei es nicht nur, Gewaltopfern Schutz zu bieten, sondern auch einen Beitrag zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung zum Thema häusliche Gewalt zu leisten. Wichtig dabei ist ihr die enge Zusammenarbeit und der Austausch mit anderen Opferschutzeinrichtungen.

Präventionsprojekt StoP ausbauen

Eine wichtige Ergänzung zur Frauenhausarbeit ist das Gemeinwesenprojekt StoP, das vom Frauenhaus Linz betrieben wird. In Urfahr und im Franckviertel sensibilisieren Mitarbeiterinnen des Frauenhauses, direkt in Wohnsiedlungen zum Thema Partnergewalt, mit dem Ziel Gewalt, an Frauen und Kindern durch eine wachsame und unterstützende Nachbarschaft zu verhindern.

„Dieses wichtige Präventionsprojekt wollen wir auf weitere Linzer Stadtteile ausdehnen und die Finanzierung durch die öffentliche Hand sichern“, sagt Raab.

Neues Frauenhaus im Mühlviertel muss rasch gebaut werden

Das Team im Frauenhaus sei extrem motiviert und engagiert. „Mir ist es ein besonderes Anliegen, für die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses die Arbeitsbedingungen weiterhin so zu gestalten, dass trotz der kontinuierlich hohen Auslastungen, den täglichen Herausforderungen einer Kriseneinrichtung langfristig gesundes Arbeiten möglich ist“, betont die neue Geschäftsführerin.

Sie freue sich, dass immer mehr Frauen das Frauenhaus als Schutzangebot kennen, dies bringe aber eine kontinuierlich hohe Auslastung mit sich. „Das geplante Frauenhaus für das Mühlviertel muss rasch gebaut werden. Außerdem braucht es dringend mehr leistbare Wohnungen für Frauen, die nach ihrem Aufenthalt im Frauenhaus in ein selbstbestimmtes Leben starten wollen.“

Zur Person

Karin Raab ist Sozialpädagogin und Mutter von zwei Kindern. Sie hat an der FH OÖ „Sozialmanagement“ studiert und mit dem Abschluss des Masters die Regionalleitung der Mobilen Familienhilfe für Linz und Linz-Land übernommen. 2018 wechselte sie zur BBRZ Med GmbH, wo sie die wirtschaftliche Leitung der ambulanten psychiatrischen Rehabilitation innehatte.

Unter der Notrufnummer des Frauenhauses 0732/606700 gibt es rund um die Uhr Rat und Hilfe für Opfer von Partnergewalt.

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