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Achtjährige rettete Vater das Leben: „Jetzt kann sich Lisa von mir wünschen was sie will.“

Nora Heindl, 25.07.2023 13:30

LINZ. Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Dank des schnellen Eingreifens seiner achtjährigen Tochter blieb für Norbert Z. dieser ohne bleibende Schäden. Heute, 25. Juli, konnte der 62-jährige Altenpfleger im Ruhestand wieder nach Haus zu seiner Familie und sagt: „Jetzt kann sich Lisa von mir wünschen was sie will.“

Familie Z. mit Pflegeassistentin Lisa Reindl und DGKP Michael Sigl (Foto: Barmherzige Brüder)
Familie Z. mit Pflegeassistentin Lisa Reindl und DGKP Michael Sigl (Foto: Barmherzige Brüder)

Das Jahr 2023 war für Norbert Z. kein leichtes. Zunächst hatte er Corona, dann stürzte er, brach sich drei Rippen und kurz darauf wurde er mit einem Blinddarmdurchbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Kaum zwei Tage zuhause dann das nächste Unglück: „Aufgrund der schwierigen Operation brauchte ich eine Vakuum-Pumpe, um das Wundsekret abzusaugen. Als ich in der Früh aufgewacht bin dachte ich, dass etwas mit der Pumpe nicht stimmt. Ich habe mich ganz komisch gefühlt und bin auf den Boden gerollt, konnte dann aber nicht mehr aufstehen. An einen Schlaganfall habe ich dabei nicht gedacht.“

Rettung kam innerhalb weniger Minuten

Zum Glück war Lisa gleich nebenan und hörte das Rufen ihres Vaters. Dieser bat sie, Hilfe zu holen. Die Achtjährige benutze sofort ihre GPS-Uhr, in der ihre Schwägerin als Notfallkontakt eingespeichert ist. Diese wohnt nur wenige 100 Meter entfernt und eilte mit ihren drei Kindern sofort zu Hilfe. Im Nu war die Rettung verständigt.

„Das alles hat nur wenige Minuten gedauert, ich wurde sofort zu den Barmherzigen Brüdern gebracht und dort untersucht. Meine rechte Halsschlagader war verstopft und mir musste ein Stent gelegt werden“, erzählt der 62-Jährige.

Bereits eineinhalb Stunden nachdem Lisa ihren Vater gefunden hatte, konnte die lebensrettende Operation stattfinden. „Ich bin sehr stolz auf Lisa, obwohl sie Angst hatte, hat sie sehr schnell reagiert. Als Belohnung darf sie sich nun alles wünschen was sie möchte. Mein Sohn hat ihr bereits ein Handy geschenkt. Und am 26. Juli sind wir bei Landeshauptmann Thomas Stelzer eingeladen, wo sie eine Urkunde, ein Geschenk und ein Eis erhält. Lisa ist deswegen schon ein wenig nervös.“

Selbst freut sich der zweifache Vater einfach darüber, endlich wieder nach Hause zu kommen und hofft, dass seine Pechsträhne nun ein Ende hat.

„Die Versorgungskette hat optimal funktioniert“

Hochspezialisierte und schnelle Behandlung bietet die „Stroke Unit“ der Barmherzigen Brüdern Linz, denn bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde – nicht nur, was das Überleben der Patienten betrifft. Auch bei der Genesung gilt: Wird ein Patient rechtzeitig behandelt, können bleibende Folgeschäden minimiert werden. So wie bei Norbert Z.

„Die Versorgungskette hat optimal funktioniert“, erzählt Oberarzt Emil Getzev von der Neurologie. „Wir haben gleich nach dessen Einlieferung ein CT und eine Angiographie gemacht und einen Verschluss der rechten Halsschlagader sowie ein Blutgerinnsel in einem großen Gehirngefäß entdeckt.“ Aufgrund der technischen Hilfsmittel war es möglich, eine präzise Diagnose zu erstellen und die Behandlung zu optimieren.

Künstliche Intelligenz spart entscheidende Minuten

Seit dem Frühjahr 2023 wird bei den Barmherzigen Brüdern ein CT verwendet, welches von einer KI unterstützt wird. Dank der künstlichen Intelligenz können bei der Erstdiagnose entscheidende Minuten gespart werden.

„Der Patient wurde umgehend zur unserem Kooperationspartner in den Neuromed- Campus überstellt, wo eine Thrombektomie vorgenommen wurde. Hierbei handelt es sich um einen Eingriff bei dem der Blutpfropf, welcher das Gefäß im Gehirn verstopft, entfernt wird“, so Isabella Pühringer, Stationsleiterin der Neurologie. „Das Herr Z. ein so gutes Outcome hatte, ist dem medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Team zu verdanken. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen wird ein rascher Genesungsprozess ermöglicht.“


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