Übung macht den Meister – auch am Schulweg
LINZ. Am 11. September startet das neue Schuljahr. Für Schulanfänger beginnt damit nicht nur ein aufregender neuer Lebensabschnitt, sondern mit dem täglichen Beschreiten des Schulweges auch die selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr – und damit auch unweigerlich das Risiko von Verkehrsunfällen.

Der Arbö OÖ empfiehlt Eltern deshalb, den Schulweg rechtzeitig mit ihren Kindern zu üben. „Der Schulweg ist nicht an einem Tag erlernt, sondern es braucht rund sechs bis zehn Wiederholungen, bis alle Gefahrensituationen am Schulweg auch als solche erkannt werden“, betont Arbö-Verkehrspsychologin Patricia Prunner.
Tipps für das Erlernen des Schulweges:
1. Mit den Kindern den sichersten Weg (mit den wenigsten Straßenüberquerungen) festlegen; das muss nicht der kürzeste sein.
2. Gefahrenquellen wie Abbieger bei Ampeln aufspüren. Auch wenn die Ampel grün ist, muss sich das Kind vergewissern, dass es die Straße gefahrenlos überqueren kann.
3. Den Kindern auch im Alltag vorleben, wie man sich richtig beim Überqueren, bei Ampeln, am Zebrastreifen oder bei Ein- und Ausfahrten verhält.
4. Keine Ablenkung! WhatsApp, TikTok oder andere Smartphone-Spielereien haben auf dem Schulweg nichts zu suchen.
5. Richtig verhalten auch am Gehsteig: Die Innenseite ist sicherer.
6. Mach dich sichtbar! Kinderwarnwesten, reflektierende Schnappbänder oder Anhänger gibt’s etwa in den Arbö-Prüfzentren.
7. Eltern sollten genau erklären, warum gewisse Verkehrssituationen gefährlich sind, beobachtetes Fehlverhalten anderer thematisieren und auf mögliche Folgen hinweisen.
8. Tägliches Taxiservice ist gut gemeint, aber oft kontraproduktiv. Dieses führt zu teils dramatischem Verkehrschaos vor der Schule.
9. Kinder lernen am effektivsten durch Verstärkung und Lob des richtigen Verhaltens.
10. Dem Kind keine Angst machen und es nicht überfordern.
Dass gerade in Oberösterreich Bedarf für Unfallprävention besteht, zeigen erneut die Zahlen: 2022 wurden – wie bereits 2021 – 75 Kinder (6–15 Jahre) am Schulweg verletzt. Im Bundesländervergleich ist Oberösterreich somit erneut alleiniger trauriger Spitzenreiter, gefolgt von Wien (70 verletzte Kinder).
„Es liegt am Engagement der Eltern, wie gut ihre Sprösslinge auf die neue Situation vorbereitet werden“, hält Arbö-OÖ-Geschäftsführer Thomas Harruk fest und fügt hinzu: „Für die Sicherheit der Kinder sind aber alle Verkehrsteilnehmer verantwortlich.“ Deshalb der Appell an Autofahrer: Im Umfeld von Schulen und Kindergärten ist grundsätzlich mit angepasster Geschwindigkeit und erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren.


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