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Weihnachtsmarkt im Volksgarten: Maßnahmen zur bestmöglichen Schonung der Grünflächen

Nora Heindl, 06.09.2023 12:48

LINZ. Die zerstörten Grünflächen haben den traditionsreichen Weihnachtsmarkt im Volksgarten in den letzten Jahren in Frage gestellt. Eine neue Aufstellordnung und Vorschriften statt Empfehlungen sollen diesen Winter eine bestmögliche Schonung garantieren. So wird die beanspruchte Wiesenfläche um bis zu 850 Quadratmeter reduziert.

Ein Anblick aus hoffentlich vergangenen Tage: Alle Hütten müssen künftig aufgebockt werden, um die Durchlüftung der überdeckten Grünfläche sicherzustellen. (Foto: Tips/Straßer)

„Der Weihnachtsmarkt im Volksgarten ist der traditionsreichste Markt und ein Fixpunkt besonders für Familien. Gleichzeitig war uns bewusst, dass wir etwas ändern müssen, denn die Sensibilität in Sachen Grünflächen im städtischen Bereich ist heute eine ganz andere“, betont Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ).

Raus aus der Wiese

Um die Grünflächen zu schonen, wird ein Teil der Hütten und Fahrgeschäfte, die bisher auf Grünflächen standen, auf asphaltierten Flächen aufgestellt. So werden die Stände mit den Handwerksvorführungen und der Krippenshop auf den Musiktheater-Vorplatz verlegt, wodurch die Wiese davor frei bleibt. Auch der Weg zum Spielplatz wird mehr genutzt.

Weiters werden alle anderen Stände auf punktuell angebrachten Schalungstafeln beziehungsweise Schwerlastböden aufgebockt, um damit eine Durchlüftung der überdeckten Grünfläche sicherzustellen. Die Fläche der Schwerlastböden wird auch insgesamt verringert. Generell werden die Stände bündig an den Rändern der Asphaltflächen positioniert, damit stehen nur die hinteren Auflageflächen auf der Grünfläche.

In Summe schafft man so eine Reduzierung der genutzten Rasenfläche um bis zu 850 Quadratmeter, das ist knapp die Hälfte.

Vorschriften statt nur Empfehlungen

Sämtliche Vorschriften werden per Bescheid verordnet, „bisher waren es Empfehlungen“, erklärt Marktreferentin Stadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP). Ein Verstoß wird gestraft: „Der Auf- und Abbau wird streng kontrolliert werden. Dass ein einzelner länger auf der Wiese stehen bleibt, wird es nicht mehr geben.“

Ebenfalls eingeführt wird eine Rekultivierungsgebühr. Diese wird von den Beschickern in Form eines Kostenbeitrags eingehoben. Das Budget von gesamt rund 3.600 Euro wird für die Revitalisierung der beanspruchten Rasenfläche genutzt, „weil natürlich kleinere Dinge auf der Wiese sichtbar werden können, trotz Schwerlastböden “, so die Marktreferentin. Dies passiert unmittelbar nach dem Markt durch eine externe Gartenbaufirma.

Angst durch die Vorschriften Beschicker zu verlieren hat man nicht. „Die Idee, strenger zu sanktionieren, kam von einigen Beschickern. Ebenso die Rekultivierungsgebühr“, so die Stadträtin. „Aber natürlich ist es möglich, dass Einzelne nicht mehr kommen.“ Insgesamt rechnet man mit rund 60 Beschickern, die Anmeldung läuft bis Ende September.

Kein starres Konzept

Die neue Ordnung ist keineswegs starr. Nach Beendigung der Betten Reiter-Baustelle könne man eine Erweiterung in Richtung angrenzender Landstraße andenken, so die Marktreferentin. Sehr zur Freude von Grünreferentin Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne): „Es muss aus meiner Sicht selbstverständlich weiter Ziel sein, die Grünflächen gänzlich frei von Überbauungen zu halten.“ Auch Stadtrat Michael Raml (FPÖ) begrüßt das neue Konzept: „Ich unterstütze jede Maßnahme, die beides – Traditionspflege und Naturschutz – sicherstellt.“

Der Volksgarten verwandelt sich heuer von 18. November bis 24. Dezember in eine Märchenwelt. Neue Highlights sind u.a. ein sechs Meter hohes Weihnachtsstern-Portal als Eingang, ein durchgängiges Lichtdesign, ein Fotopoint und ein Märchendorf samt -wald im Bereich des Spielplatzes.

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