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LINZ. Als Leiter eines Männerchors ist Ruben Hörschläger (22) aus Ybbs an der Donau der Musik schon lange zugetan. Diese Leidenschaft nahm er auch für sein Fachprojekt an der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe am Salesianumweg mit, wo er den Ausbildungszweig Behindertenbegleitung absolvierte. Am Donnerstag, 19. Oktober, 16.30 Uhr, findet an der Caritas-Schule ein Infoabend zur Ausbildung statt, anschließend gibt es einen Abend der offenen Tür.

Ruben Hörschläger (Foto: Privat)
Ruben Hörschläger (Foto: Privat)

Für sein Fachprojekt an der Caritas-Schule hatte Ruben Hörschläger die Idee, in der Musikgruppe von Menschen mit Beeinträchtigungen an einem Standort der Lebenshilfe wieder die Leidenschaft für Musik zu entfachen. Nach einer auftrittsintensiven Zeit war nämlich die Motivation seitens der Sänger gesunken. „Mir fiel aber auf, dass den Mitgliedern der Musikgruppe Volksmusik und A Cappella Gesang gefällt“, erklärt Hörschläger.

Als ersten Schritt tastete er sich an den Stil eines A-capella-Chors heran und versuchte, die Begleitung des Klaviers immer mehr weg zu lassen. „Das stellte die Sänger, die unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen, vor eine zu große Herausforderung. Auch nach mehreren Proben konnte diese Hürde nicht überwunden werden.

Damit die Sänger nicht die Freude am gemeinsamen Singen verlieren würden, änderte Ruben Hörschläger seine Chorleiter-Methode und verknüpfte sie mit dem so genannten personenzentrierten Ansatz, bei dem die individuellen Fähigkeiten der Menschen im Mittelpunkt der Arbeit stehen. Das Problem: Er wollte weiterhin die bei seinen Sängern beliebte Volksmusik machen, allerdings brauchte er dazu eine passende instrumentale Begleitung. Also imitierte er am Keyboard eine klassische, gesanglose Stubenmusik mit Harfe, Zither, Gitarre und Hackbrett und nahm diese als Playbackbegleitung für den Chor auf. Auf diese Weise konnte er während des Singens noch besser auf die Chormitglieder eingehen.

Das Ergebnis begeisterte die Sänger. Ein Sänger meinte voller Freude: „Das klingt ja wie beim Musikantenstadl.“ Er brachte auch die Idee ein, daraus ein Musikvideo zu drehen, das bei der Vorführung in der Lebenshilfe-Werkstätte auf großen Applaus stieß.

Auch Ruben Hörschläger nahm sich etwas aus dem Projekt mit: „Mir fiel auf, wie unpersönlich meine Leitung im Männerchor im Vergleich zu jener in der Werkstätte Seidenberg ist. Deshalb möchte ich die Erfahrungen aus dem inklusiven Chorprojekt stärker in meine Arbeit beim Männerchor einfließen lassen.“   


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