29. Juli ist "Equal Pension Day"
LINZ. Frauen erhalten in Österreich um fast 43 Prozent weniger Pension als Männer. Der Equal Pension Day, der darauf aufmerksam macht, fällt österreichweit dieses Jahr auf den 29. Juli.

Der Equal Pension Day markiert jenen Tag im Jahr, ab dem Frauen im Vergleich zu Männern statistisch gesehen ihr Jahrespensionseinkommen erreicht haben. Der markante symbolische Stichtag weist auf die Lohnunterschiede von Frauen und Männern hin – und zeigt die Auswirkungen auf die spätere Pensionsleistung auf. Fast bei 43 Prozent liegt der Einkommensunterschied bei den Pensionen, ergab eine Berechnung der Stadt Wien – daraus ergibt sich der 29. Juli. Initiiert wurde der Tag vom Österreichischen Städtebund.
Linzer Frauenbüro mit Info-Aktionen
Auch das Frauenbüro der Stadt Linz beteiligte sich am Equal Pension Day. Die Mitarbeiterinnen haben vor dem Alten Rathaus am Hauptplatz die Info-Broschüre „Frauen und Pension“ sowie Taschentücherboxen „Es ist zum Heulen“ verteilt. Gleichzeitig wurde auf das kostenlose Angebot der präventiven Rechtsberatung für Frauen, das in Linz seit 2012 besteht, hingewiesen. Es wird vom städtischen Frauenbüro finanziert und von Juristinnen des autonomen Frauenzentrums in Linz durchgeführt. „Vor allem junge beziehungsweise noch im Erwerbsleben stehende Frauen sollen über die Auswirkungen bestimmter Lebensentscheidungen auf ihre spätere Pension informiert werden“, so Frauenstadträtin Eva Schobesberger.
So sieht das auch Frauen-Landesrätin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christina Haberlander. „Es braucht eine Sensibilisierung der Frauen für das Thema Pension. Viele Frauen sind sich nicht bewusst darüber, was es für sie bedeutet, bis zur Pension Teilzeit zu arbeiten. Hier müssen die Folgen bewusst gemacht werden und es braucht mehr Information“, so Haberlander.
Gründe ähnlich wie für Einkommensunterschiede
Die Ursachen für die unterschiedliche Pensionshöhe von Frauen und Männern sind großteils ident mit jenen für die Einkommensunterschiede: geringfügige Anstellung, Teilzeitarbeit und daraus resultierend ein geringes Stundenausmaß, unterbrochene Erwerbsbiographien durch Karenzzeiten für Kindererziehung und Pflege, damit einhergehend teilweise verpasste Karrierechancen, Erwerbstätigkeit in schlechter bezahlten Branchen, Diskriminierung bei Beförderungen und anderes mehr.
Auch müssten Frauen selbstbewusster werden, so Haberlander. „Das ist Grund genug, dass sich Frauen selbst mehr zutrauen müssen, insbesondere auch in finanzieller Hinsicht. Frauen dürfen und müssen eine gerechte Entlohnung für ihre Leistung fordern und müssen bei Verhandlungen auch selbstbewusst sein. Das müssen wir schon jungen Mädchen mitgeben“, so die Landeshauptmann-Stellvertreterin, die auch darauf hinweist, dass junge Mädchen verstärkt für technische Berufe begeistert werden müssen.
Dass die Karenzzeiten ab August voll angerechnet werden, ist für Haberlander ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Auch das „Pensionssplitting“ wurde deutlich beliebter. 2018 zählte man 412 Anträge. „Ich würde mir ein verpflichtendes Pensionssplitting mittels Opt-out-Variante im Sinne der Frauen wünschen“, so Haberlander.
Chancengleichheit ist Ziel der Frauenstrategie „Frauen.Leben 2030“, alle Infos dazu unter www.frauenreferat-ooe.at
Alle Infos zur Rechtsberatung für Frauen der Stadt Linz unter www.linz.at/frauen


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