Corona: Leute sind sparsamer geworden, Sorge um schlechte Absicherung im Alter
OÖ/LINZ. Corona macht die Österreicher sparsamer, wie eine Umfrage des Linzer Market-Instituts im Auftrag der Allianz Österreich zeigt. Demnach gibt jeder Zweite weniger Geld aus als vor der Krise, mehr als die Hälfte - vor allem Junge und Frauen - sorgt sich über die „Pensionslücke“. Aber: Jeder Zweite ist auch zuversichtlich und rechnet mit einer Verbesserung der finanziellen Situation in den nächsten fünf Jahren.

1.000 berufstätige Personen zwischen 18 und 65 Jahren wurden vom Linzer Market-Institut für den Allianz Vorsorgebarometer online befragt.
Die Ergebnisse: Jeder Zweite gibt weniger Geld aus, 27 Prozent haben ihre Sparquote erhöht. Nur jeder Zehnte kauft mehr ein als vor Corona – so die markantesten Ergebnisse der Umfrage. „Die neue Sparsamkeit geht aber nicht konform mit der Bereitschaft, in längerfristige Vorsorge zu investieren. Lieber will man das Geld für die ziemlich ungewiss erscheinende nahe Zukunft verfügbar halten“, betont Silke Zettl, Head of Market Management der Allianz Österreich.
18 Prozent der Befragten wollen angesichts der aktuellen Lage einfach „lieber im Hier und Jetzt leben“ als an die Zukunft zu denken.
Sorge vor schlechter Absicherung der staatlichen Pension vor allem bei Jungen und Frauen
Auf eine ausreichende Pension vom Staat vertrauen hierzulande nicht allzu viele Menschen, gleichzeitig fürchtet sich die Hälfte der Bevölkerung vor Altersarmut. In die staatliche Pension besteht insgesamt nur ein geringes Vertrauen, insbesondere bei der jüngeren Generation. Nur die Hälfte der Befragten geht davon aus, überhaupt einmal eine staatliche Alterspension zu erhalten. Jede bzw. jeder Dritte geht von einer schlechten Absicherung aus.
Neben den jungen Menschen sind es hier wiederum vorrangig Frauen, die der Zukunft pessimistischer entgegenblicken. Nur ein Viertel der Bevölkerung nimmt an, dass die staatliche Pension ausreicht – dennoch wird die private Vorsorge in den meisten Fällen erst bei Menschen ab 35 Jahren überhaupt zum Thema und erst bei den Über-50-Jährigen wirklich brisant.
Trotz Corona herrscht Zuversicht
Aber: Immerhin die Hälfte der Befragten ist im Hinblick auf die Zukunft optimistisch und rechnet mit einer Verbesserung seiner finanziellen Situation in den nächsten fünf Jahren. „In den letzten Wochen stieg parallel zu den Infektionszahlen der Pessimismus an – dies dürfte sich auch in einer „Konsumbremse“ für das Weihnachtsgeschäft niederschlagen. Wir sprechen jedoch nur von einem kurzfristigen Dämpfer: Langfristig betrachtet blicken die Österreicherinnen und Österreicher der Zukunft optimistisch und positiv gestimmt entgegen“, glaubt Werner Beutelmeyer, Geschäftsführer des Market-Instituts.
Vor allem Männer und die 18- bis 34-Jährigen zeigen sich optimistisch, wenn es um ihre finanzielle Zukunft geht. Ganz anders sehen es dagegen die 55- bis 65-Jährigen: hier glaubt nur jeder Fünfte an eine Verbesserung.


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