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Boom bei Corona-Tests - Medizinprodukthandel warnt vor zweifelhaften Anbietern

Anna Stadler, 13.11.2020 15:58

OÖ/LINZ. Derzeit gibt es einen Boom bei Corona-Antigentests. Jedoch sind nicht alle Anbieter seriös. Der oö. Medizinprodukthandel empfiehlt, genau hinzusehen.

Symbolfoto (Foto: ilze kalve/Shutterstock.com)
Symbolfoto (Foto: ilze kalve/Shutterstock.com)

Seit Beginn der Pandemie gibt es einen regelrechten Boom bei Angeboten von medizinischen Produkten - vor allem auch den sogenannten Corona-Antigentests. „In fast jedem Medium findet man aktuell Inserate zu Corona-Antigentests. Darin wird nicht nur höchste Zuverlässigkeit und Treffsicherheit proklamiert, sondern sie werden auch fast immer zum besten Preis angeboten“, sieht Christian Scheinecker, Branchenvertreter des Medizinproduktehandels in der WKOÖ, derartige Angebote sehr kritisch.

Medizinprodukte streng geregelt

SARS-CoV-19-Tests sind Medizinprodukte (sogenannte Invitro-Diagnostika) und dürfen im EU-Raum nur CE-gekennzeichnet in Verkehr gebracht werden. Neben den umfassenden EU-rechtlichen und nationalen Rechtsvorschriften zu Medizinprodukten beinhaltet auch die österreichische Gewerbeordnung Regelungen zum Handel mit Medizinprodukten. Es handelt sich um ein reglementiertes, also befähigungsnachweisgebundenes, Gewerbe. Zusätzlich können diese Tests auch von Drogisten und Apotheken abgegeben sowie bei Ärzten durchgeführt werden. Eine große Zahl der Angebote kommt jedoch Verkäufern, die normalerweise mit Medizinprodukten wenig zu tun haben. „Plötzlich hätten diese Verkäufer Zugänge zu meist asiatischen Herstellern von Medizinprodukten, welche die seit Jahren am Weltmarkt agierenden Medizinproduktehändler nicht haben, das ist ja irgendwie befremdlich“, gibt Scheinecker zu bedenken.

Scheinecker empfiehlt: „Augen auf“

„Gerade so sensible Produkte wie Medizinprodukte sollen von jenen Betrieben verkauft werden, die auch langjährige Erfahrung damit haben, um auch entsprechende Sicherheit für den Anwender zu gewährleisten“, hält Scheinecker fest. Scheinecker kann daher nur allen Käufern raten: „Augen auf bei solchen Angeboten und sich genau ansehen, wer der Anbieter ist. Ist das wirklich jemand, der sich damit beruflich beschäftigt?“ Seitens der Branchenvertretung gehe die Branchenvertretung des Medizinproduktehandels in der WKOÖ gegen dubiose Anbieter jedenfalls rechtlich vor.


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