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LINZ. Schon seit Jahren ist der Mangel an niedergelassenen Ärzten immer wieder Thema. Nun zeigen sich in Linz erste konkrete Auswirkungen. So wird der Linzer Ärztenotdienst nachts künftig mit diplomiertem Pflegepersonal besetzt sein.

Symbolfoto (Foto: Abramov Michael/Shutterstock.com)
Symbolfoto (Foto: Abramov Michael/Shutterstock.com)

Die Corona-Pandemie hinterlässt in allen Lebensbereichen tiefe Einschnitte. Besonders gefordert war von Anfang an das Gesundheitswesen. „Die Tatsache, dass wir an die Grenzen der Intensivversorgung in den Krankenhäusern gestoßen sind, zeigt uns deutlich die Verwundbarkeit des Spitalswesens auf“, sind sich der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und Gesundheitsstadtrat Michael Raml einig: „Ich glaube, es ist Zeit, die Krise in diesem Fall auch als Chance zu nutzen.“ Denn nicht nur das Spitalswesen ist verwundbar, auch im niedergelassenen Bereich gebe es Lücken.

Wenige Ärzte im Linzer Süden

Zwar ist die Zahl der in Linz aktiven Ärzte im letzten Jahrzehnt bemerkenswert gestiegen: von 656 im Jahr 2010 auf 797 mit Stichtag 1. Jänner 2021. „Beunruhigend ist jedoch, dass im gleichen Zeitraum die Zahl der Hausärzte von 207 auf 196 abgenommen hat und dass sich das Verhältnis von Vertragsärzten zu Wahlärzten drastisch verschlechtert hat“, berichtet Bürgermeister Klaus Luger. Hinzu kommt noch das Bevölkerungswachstum, durch das mehr Personen auf einen Arzt kommen. „Wir haben in einigen Stadtteilen einen veritablen Engpass bei der medizinischen Versorgung.“ Besonders im Hafenviertel und im Linzer Süden sind wenig praktische Ärzte. Noch ungleicher sieht die Lage bei den Fachärzten aus. „Bei den Fachärzten gibt es eine unglaubliche Konzentration auf das Zentrum, während der Süden unglaublich benachteiligt ist“, so Luger.

Einsparung beim Ärztenotdienst

Der Ärztemangel hat nun auch sichtbare Auswirkungen: Beim Ärztenotdienst Linz werden ab 1. April nicht mehr Hausärzte, sondern diplomiertes Pflegepersonal in den Nachtstunden ab 23 Uhr zur Verfügung stehen. „Die Linzer Ärzte haben gesagt, dass sie das nicht mehr schaffen“, erklärt Wolfgang Ziegler, Kurienobmann-Stellvertreter der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für OÖ, die Lage. Durch die steigende Bevölkerungszahl müssen die Linzer Hausärzte untertags immer mehr Personen betreuen. Kommen dann auch noch Nachtdienste hinzu, sei dies nicht mehr machbar. Angelegt ist das Pilotprojekt – das es in anderen Bundesländern wie zum Beispiel Niederösterreich bereits gibt – vorerst auf zwei Jahre. „Es ist aber nicht so, dass kein Arzt verfügbar wäre“, so Ziegler. „Von einer Gefahr der Mangelversorgung kann man überhaupt nicht reden.“

Dennoch: „Für mich als Gesundheitsstadtrat ist das eine Verschlechterung der Situation“, kritisiert Raml. „Dieser geplante Pilotversuch erscheint uns die schlechteste aller möglichen Antworten auf den Mangel an Ärzten.“ Dementsprechend habe der Gemeinderat einstimmig eine Resolution an die Ärztekammer beschlossen, die sich gegen die Veränderung ausspricht.

Auch bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zeigt man sich nicht glücklich: „Wir schätzen die Ärztekammer als überaus zuverlässigen Partner in der gemeinsamen Pflicht, die Gesundheitsversorgung zu sichern. Den Einschnitt beim Notdienst haben wir aber nicht mitgetragen. Wir sind jedoch überzeugt, die Linzer im Rahmen des Pilotprojektes auch durch die Mitarbeit von gut ausgebildetem diplomiertem Gesundheitspersonal bestmöglich rund um die Uhr versorgen zu können“, erklärt Michael Pecherstorfer, Vorsitzender des ÖGK-Landesstellenausschusses OÖ.<


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