Buchtipp: über die Kraft der Familie bei Demenz
LINZ. In „Demenz – na und?“ beschreibt Maria Andorfer das Leben ihrer an Demenz erkrankten Mutter. In sogenannten „Mamibetreuungsgeschichten“ an ihre Geschwister dokumentiert sie, reich bebildert und kurzweilig geschrieben, die tägliche Bewältigung der Krankheit.

Viele schöne Erlebnisse machen nachvollziehbar, dass es ein gutes Leben mit Demenz gibt. Denn Andorfers Mutter ist trotz allem ein sehr positiver Mensch, etwa wenn sie zur Tochter sagt: „Erdrücken könnte ich dich vor Freude. Aber ich tue es nicht, denn dann hätte ich dich nicht mehr“.
Maria Andorfer lässt aber auch Raum für kritische Reflexionen über Pflege und Betreuung, die Schwierigkeit der Pflegegeldberechnungen, ständige Verfügbarkeit, intime Nähe, große Wunden und viel unbedankte Arbeit im Verborgenen.
So ist es ein Werk über ein buntes Leben zwischen Erinnerung, Verlusten und berührenden Glücksmomenten, umrahmt von fürsorglicher Begleitung.
„Das Buch vermittelt offen die Realität von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen. Es bringt uns viele positive Momente näher, aber genauso Einschnitte, in denen das Umfeld an ihre Grenzen gerät“, fasst Karin Laschalt, Leiterin der Demenzservicestellen der MAS Alzheimerhilfe, zusammen, die die Familie seit über fünf Jahren begleitet. „Die Erfahrungen der Tochter können anderen Angehörigen Mut machen und geben auch kreative Ideen und Tipps in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz.“


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