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OÖ. „Überall steigt man unten ein – nur im Gesundheitssystem will jeder am liebsten ganz oben einsteigen“, deshalb wünscht sich Harald Mayer, Kurienobmann der angestellten Ärzte in der Ärztekammer Oberösterreich, eine Lenkung der Patientenströme. Kurz gesagt: Am Anfang sollte immer zunächst der Besuch beim Hausarzt stehen. Eine Orientierungshilfe im Gesundheitsdschungel bietet die Initiative www.wobinichrichtig.at.

 (Foto: Dragana Gordic/Shutterstock.com)
(Foto: Dragana Gordic/Shutterstock.com)

„Corona hat sehr viel Schlechtes gebracht, aber auch einzelne positive Dinge – zum Beispiel den sehr disziplinierten Besuch in den Spitalsambulanzen“, sagt Harald Mayer: „Diese sollte man versuchen, auch in Zukunft beizubehalten.“ Konkret wünscht sich Mayer, dass es einen „Wegweiser“ gibt, an die sich Patienten halten. Danach steht der Besuch beim Hausarzt an erster Stelle, statt gleich in eine Spitalsambulanz zu gehen. „Der niedergelassene Allgemeinmediziner kennt im Regelfall seine Patienten sehr gut und kann viele Dinge selbst behandeln. Sollte aber eine weiterführende Behandlung notwendig sein, so weiß er, wohin er seinen Patienten schicken muss“, sagt Mayer.

Damit wären überfüllte Spitalsambulanzen, wie sie vor der Pandemie nahezu alltäglich waren, meist zu vermeiden. „Wir müssen nun gemeinsam Konzepte erarbeiten, wie wir einen Steuerungseffekt erzielen können. Das hätte den positiven Nebeneffekt, dass im Gesundheitssystem nicht weiter Gelder verschwendet werden – und das, ohne die Qualität der Versorgung zu verschlechtern. Denn die Patienten werden auch weiterhin top versorgt“, betont Mayer.

www.wobinichrichtig.at als Orientierungshilfe

Hausarzt? Spitalsambulanz? Oder ist gar kein Arzt notwendig? Weil das bei gesundheitlichen Problemen nicht immer klar ist, bietet www.wobinichrichtig.at eine Orientierung im Gesundheitssystem. „Wir arbeiten im Gesundheitsland Oberösterreich für ein großes Ziel, dafür, dass die Menschen in unserem Land gesund und gut leben können. Heut und bis ins hohe Alter. In Oberösterreich gibt es viele hochwertige und breit aufgestellte medizinische Angebote. Da kann es für die einzelnen Patientinnen und Patienten schwierig sein, sich zurecht zu finden und die jeweils passende Anlaufstelle für sich herauszufinden. Wir wollen ihnen eine Hilfestellung anbieten, ihnen übersichtliche Wege aufzeigen und den Menschen dabei helfen, rasch herauszufinden wo sie mit ihren Anliegen richtig sind. Ein wichtiges Hilfsinstrument ist dabei die Homepage www.wobinichrichtig.at“, betont Gesundheitsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander.

So stehen die Notfallambulanzen der Spitäler für Menschen bereit, die dringend Hilfe brauchen. Sie sind jedoch nicht für kleinere oder schon länger bestehende Beschwerden gedacht. Bei rund der Hälfte der Patienten reicht ein Besuch beim niedergelassenen Arzt. Damit leisten die Patienten einen wichtigen Beitrag, Ressourcen im Gesundheitswesen medizinisch sinnvoll zu nutzen.

Gerade in Zeiten von Corona ist das Thema besonders aktuell. Denn es gilt, die Verbreitung des Virus einzudämmen und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Ein Beitrag kann sein, bei kleineren Beschwerden erst einmal abzuwarten bzw. sich selbst zu versorgen. Auch hierzu finden sich Tipps auf www.wobinichrichtig.at.

Wichtig aber: Wer ärztliche Hilfe braucht, soll diese auch suchen und nicht aus Angst vor einer Ansteckung wertvolle Zeit verstreichen lassen.


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