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Kinder und digitale Medien: Podiumsdiskussion im Linzer Wissensturm bietet Orientierung

Melissa Untersmayr, 22.09.2025 11:20

LINZ. Scrollen, wischen, spielen – und das bereits im Kindergartenalter. Es ist kein Geheimnis, dass das Aufwachsen mit digitalen Medien ein etwas anderes ist. Doch wie wirken sich Bildschirmzeiten, Social Media und ständige Erreichbarkeit auf die seelische Gesundheit, Beziehungen und kindliches Verhalten aus? Diesen Fragen widmet sich eine Podiumsdiskussion zum Thema Kinderschutz und Medien am Donnerstag, 25. September 2025, im Wissensturm Linz.

Drei Kinder liegen auf einer Decke am Boden und spielen mit Smartphones. (Foto: Rawpixel.com/stock.adobe.com)

In einer digitalen Welt sind Medien allgegenwärtig, das betrifft auch die Jüngsten. Das Aufwachsen mit Smartphone und Social Media ist in gewissen Belangen ein anderes – eines, das nicht nur unter Fachpersonen verschiedenste Fragen aufwirft, sondern auch Eltern beschäftigt. Was macht das ständige Wischen, Scrollen und Spielen mit Kindern? Welche Chancen gibt es und vor welchen Risiken muss man Kinder bei der Nutzung digitaler Medien schützen?

Die Kinderfreunde Oberösterreich haben zu diesem Thema eine Podiumsdiskussion organisiert. „Kinder. Medien. Schutz: Verantwortung in digitalen Zeiten“ soll all jenen Orientierung bieten, die Verantwortung für Kinder tragen. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 25. September 2025, von 18 bis 20 Uhr im Wissensturm der Volkshochschule (VHS) Linz statt und kann kostenlos besucht werden. Vor Ort gibt es Kinderbetreuung. Außerdem ist es möglich, die Podiumsdiskussion online via Livestream zu verfolgen.

Anmeldung online unter www.kinderfreunde-ooe.at

Unterschätze Auswirkungen

Vier hochkarätige Gäste werden von Moderatorin Eva Hübler-Hegazy durch die Diskussion geführt. Darunter Helmut Gotthartsleitner, Vorsitzender der Kinderfreunde Oberösterreich, der betont, dass Medienkompetenz immer auch eine Frage von Haltung und Verantwortung sei: „Kinder haben ein Recht auf Schutz, Mitbestimmung und gesunde Entwicklung.“

Dieses Recht ist durch übermäßigen Medienkonsum gefährdet, wie die Linzer Kinderärztin Arnika Thiede darlegen wird. „Wir beobachten in der Klinik zunehmend Kinder mit Schlafstörungen, Übergewicht, Sprachdefiziten oder Entwicklungsverzögerungen. Exzessiver Medienkonsum im frühen Alter ist eine unterschätzte Gefahr“, sagt die Medizinerin.

Unterstützend, aber nicht bestimmend

Auch David Vogl, stellvertretender Leiter des Instituts Suchtprävention, sieht die kindliche Entwicklung durch zu frühe und übermäßige Bildschirmnutzung gefährdet. Stattdessen sollten Kinder echte Abenteuer erleben – „am besten in 5D und mit allen Sinnen“. Psychologische Grundbedürfnisse könnten im Heranwachsen idealerweise durch reale, nicht digitale Erfahrungen erfüllt werden.

Zudem brauche es Vorbilder: „Es ist für Kinder wichtig, am Vorbild von Erwachsenen zu erkennen, dass das Handy unterstützend, aber nicht lebensbestimmend ist.“ Regeln zu Offline-Pausen bzw. digitalen Auszeiten würden einen wertvollen Beitrag zur gesunden Entwicklung leisten. Außerdem kann es helfen, wenn Papa oder Mama kritisch über ihr eigenes Medienverhalten nachdenken.

Kinder brauchen echte Zuwendung

Diese Perspektive wird Sabine Kühberger vom Kinderschutzzentrum Vöcklabruck um die psychotherapeutische Dimension ergänzen. Digitale Reizüberflutung kann sich der Expertin zufolge massiv auf das emotionale Erleben und die Psyche von Kindern auswirken.

„Kinder brauchen Beziehung, Regulation und echte Zuwendung“, so Kühberger. Kinderschutz beginne dort, „wo Erwachsene hinschauen, zuhören und gemeinsam lernen.“ Alternative Angebote, die echtes gemeinsames Erleben ermöglichen, seien essenziell für die kindliche Entwicklung und dürfen deshalb nicht ins Hintertreffen geraten.

Pädagogen aufgepasst: Die Teilnahme an der Podiumsdiskussion (NICHT bei Teilnahme via Livestream) kann im Sinne des § 11 Abs. 1, 2 und 2a des Oö. Kinderbildungs- und -betreuungs-Dienstgesetzes auf das Fortbildungskontingent für Pädagogen in oberösterreichischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen angerechnet werden. Die Teilnahmebestätigung wird vor Ort ausgegeben.


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