Peter Nader: „Nur reden bringt nichts, es müssen auch die Taten gesetzt werden“

Hits: 301
Foto: Stefan Wolfsteiner
Victoria  Preining Victoria Preining, Tips Redaktion, 04.05.2021 13:59 Uhr

LINZ. Vergangene Woche wurde der Rücktritt von Black Wings-Präsident Peter Freunschlag veröffentlicht. Gleichzeitig wurde sein Nachfolger präsentiert: der Rechtsanwalt Peter Nader. Tips hat mit ihm über seine neuen Aufgaben gesprochen und ihm einige Fragen - auch von Seiten der Fanbasis - gestellt. 

Nach zwölf Jahren an der Spitze der Black Wings hat Peter Freunschlag vergangenen Donnerstag sein Amt nach einem schwierigen Eishockey-Jahr an seinen Nachfolger übergeben: den Linzer Rechtsanwalt Peter Nader. Und dieser hat bereits einige Pläne mit dem Verein, wie er im Gespräch mit Tips betont.

Vertrauen der Fans zurückgewinnen

Ganz oben auf der Agenda des neuen Präsident stehe das Ziel, das Vertrauen der Fans wieder zurückgewinnen. Erreichen wolle er das vor allem mit Arbeit, Leistung und weniger mit Gerede. Es gehe darum, nicht nur etwas anzukündigen, sondern Taten zu setzen: „Wir müssen einfach gut arbeiten, gute Spiele liefern und dann glaube ich, kommt das Vertrauen selber zurück. Natürlich gibt es den Diskurs mit den Fans, das ist in der Vergangenheit ein bisschen vernachlässigt worden. Aber nur reden bringt nichts, es müssen auch die Taten gesetzt werden und die werden in den nächsten Wochen gesetzt.“ Auch mit den Fanclub-Obleuten will der neue Präsident das Gespräch suchen. „Die Fans sind sicher einer der wichtigsten Punkte und ich bin ein Mensch, der gerne auf die Leute offen zugeht und gerne mit ihnen redet. Das wird auch meine Hauptaufgabe als Präsident sein, dass ich alle wieder einige und zum Verein bringe. Aber ich glaube, dass ich das schaffen werde.“

Aktuell werde mit Hochdruck im Verein gearbeitet, der Rücktritt sei gerade erst vergangenen Donnerstag gewesen und müsse nun erst einmal im Verein umgesetzt werden. So werde momentan sowohl der Verein als auch die GmbH´s überprüft. Denn es gilt die Frage zu klären, ob man letztere übernimmt - und in welcher Form - oder ob es alternativ eine Neugründung einer GmbH braucht. Konkret überprüft wird übrigens die Profi-GmbH. Die in der Vergangenheit immer wieder thematisierte Marketing-GmbH habe man laut Nader schon im vergangenen Jahr aus der operativen Arbeit entfernt. „Wir wollen mit Null neu starten und sicher nicht dann irgendwelche Haftungen oder Verbindlichkeiten haben, die noch aus dem Altgeschäft bestehen.  Das gehört alles bereinigt bis zum Stichtag und dann starten wir los. Wir hoffen, dass wir das bis Ende des Monats schaffen“, erklärt Nader. 

Neuerungen beim Namen

Eine Frage, die vor dem Interview von Seiten der Fans an Tips gestellt wurde, war jene nach dem Namen der Black Wings. Nannte sich der Verein in der vergangenen Saison „Steinbach Black Wings 1992“ stieß es den Fans vielerorts sauer auf, dass die Stadt selbst nicht mehr Teil des Vereinsnamens war. Nachgefragt bei dem neuen Präsidenten, betont dieser, das ändern zu wollen: „Ich bin ein Linzer, alle in meinem Vorstand sind Linzer. Wir sind ein Vorzeigeverein der Stadt Linz. Es ist beabsichtigt, auch den Namen Linz wieder in den Namen Black Wings einzufügen.“ Damit wolle Nader auch einen Schritt auf die Stadt Linz zu gehen. Denn: „Es ist für mich unabdingbar, mit der Stadt Linz zusammenzuarbeiten. Es gibt den Lask, es gibt Blau-Weiß und es gibt die Black Wings. Es gibt eine Riesen-Eishockeylobby in Linz, das habe ich selbst unterschätzt. Und ich möchte natürlich wieder die Stadt Linz in den Namen aufnehmen.“

„Der Neubeginn kann nur heißen: Ohne Peter Freunschlag“

Direkt nach der Präsentation des neuen Vorstandes sorgte auch die Frage, ob der neue Vorstand tatsächlich unabhängig von Peter Freunschlag arbeiten können werde, für viel Diskussionsstoff unter den Fans. Sowohl Nader als auch dem neuen Vizepräsidenten Joachim Pawelka wurden mancherorts bereits Naheverhältnisse zum ehemaligen Präsidenten vorgeworfen. Dem widerspricht Nader im Tips-Interview deutlich: „Ich bin zwar Anwalt vom Peter Freunschlag, aber das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Ich habe meine eigene Vorstellungen, wie man einen Verein führt.“ Seinem Vorgänger sei er zwar für die getane Arbeit in den vergangenen Jahren dankbar, doch „das Ziel, den Weg muss ich vorgeben und da wird der Herr Peter Freunschlag, so gern ich ihn habe, keinen Mitwirkungsposten haben, nicht im Verein noch in einer GmbH.“ Auch seinen Vizepräsidenten verteidigt Nader, bei ihm handle es sich um einen Jugendfreund. 

Der Neubeginn sei für Nader jedenfalls einer ohne den ehemaligen Präsidenten: „Es war ein schwieriges Jahr und viel hätte sich jetzt im kommenden Jahr wahrscheinlich nicht geändert. Weil die Positionen der Fans, der Sponsoren - das war alles schon so verhärtet und jetzt so eine Halblösung zu machen, das würde das Vertrauen Vieler erschüttern. Ich stehe für einen Neubeginn und der Neubeginn kann nur heißen, ohne Peter Freunschlag. Sonst würde das alles nicht für mich passen. Da hätte eher ich etwas zu verlieren. Ich übernehme keinen Posten und Haftungen, wo eigentlich ein Anderer dafür zuständig ist. Mit mir sicher nicht. Ich übernehme das Amt – und das ist ja kein leichtes Amt mit der Vergangenheit – und ich mache das unter meiner Führung so, wie ich mir das vorstelle.“ 

Fokus wieder auf den Sport richten 

Geht es um die Zukunft der Black Wings, so sollen künftig nicht mehr die Personen, sondern wieder der Sport im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Das sei zuletzt anders gewesen: „Es ist nurmehr über Personen und nicht mehr über Eishockey geredet worden. Das Ziel soll sein, dass über Eishockey geschrieben wird und nicht, wer da jetzt im Präsidium sitzt, welche GmbH und welche Wohnungen“, sagt der neue Präsident. Er fügt an: „Es sind in der Vergangenheit sicher Fehler gemacht worden und die versuche ich nicht mehr zu machen. Es soll “Black Wings Neu„ sein. Ich bin ein anderer Mensch wie Freunschlag, eine andere Person, habe andere Visionen. Ich bin ein sehr kommunikativer offener Mensch und das möchte ich die Fans auch spüren lassen. Und da werden wir versuchen, ich mit meiner neuen Mannschaft, dass wir das beste für den Eishockeysport in Linz machen. Das ist eine große Aufgabe, aber ich glaube wir werden diese Aufgabe bewältigen.“

„Uns sind so viele Bretter vor die Füße geworfen worden“

Nachgefragt, warum es ausgerechnet jetzt zu dem Wechsel an der Spitze gekommen sei, meint Nader, dass es nach dem Ende der vergangenen und vor dem Beginn der neuen Saison der richtige Zeitpunkt dafür gewesen sei: „Wenn man das Jahr rückblickend betrachtet, war es extrem schwierig. Uns sind so viele Bretter vor die Füße geworfen worden. Es hat einfach so viele Punkte gegeben, eigentlich ist eine Baustelle von dem letzten Jahr übergeblieben.“ Baustellen die laut Nader „leider immer im Zusammenhang mit Peter Freunschlag“ gewesen seien. So sei schließlich die Entscheidung gefällt worden, komplett neu zu starten. Geht es nach Nader, so will dieser ein „Hakerl“ unter das vergangene Jahr machen: „Und das Hakerl kannst du nur machen, wenn du etwas abschließst. Und der Abschluss hat bedeutet, Rücktritt von Peter Freunschlag.“

Volles Vertrauen für Baumgartner

Angesprochen auf die Personalie Gregor Baumgartner, der ja in der Vergangenheit ebenfalls bereits in der Kritik der Fans stand, schließt Nader hingegen jegliche Veränderung aus: „Es wird keine Änderung geben, ich vertraue auf den Herrn Baumgartner. Er hat letztes Jahr wirklich ein schweres Jahr mitgemacht, mit dem geringen Budget eine Mannschaft zusammenzustellen und ich werde ihm das Vertrauen schenken, weil ich finde, das hat er verdient.“

Kommentar verfassen



Ausstellung - „Stefan Brandmayr: Beta“

LINZ. Die achte Ausstellung von forum presents des Aluminvereins der Kunstuni Linz zeigt Arbeiten des Künstlers Stefan Brandmayr. „Beta“ ist von Mittwoch 19. bis Samstag, 29. Mai in der Galerie WHA, ...

Einsatzkräfte reanimierten reglose Person

LINZ. Ein 40-Jähriger, der am Sonntagvormittag reglos auf einer Parkbank vor dem Linzer Hauptbahnhof lag, konnte von herbeigerufenen Einsatzkräften reanimiert werden. Der Mann wurde ins Krankenhaus ...

Covid-19-Situation in OÖ: 120 Neuinfektionen (Stand: 16. Mai, 17 Uhr)

OÖ. Von 15. auf 16. Mai wurden vom Land OÖ 120 neue Covid-19-Fälle gemeldet. Die Zahl der insgesamt aktuell in OÖ positiv getesteten Personen ist auf 1.581 gesunken. In der Kalenderwoche 20 ab 17. ...

Hilfe vor Ort: Unterstützung für Flüchtlinge in Lipa aus OÖ

LINZ/OÖ/LIPA. Mit Unterstützung des Landes OÖ sichert das OÖ Hilfswerk und Hilfswerk International die Wasserversorgung im Flüchtlingsaufnahmezentrum Lipa in Bosnien und Herzegowina. Die Bauarbeiten ...

Tauber on Tour: Wie eine Konzertreise zur Flucht wurde

LINZ. Richard Tauber, weltberühmter Opernstar, enteigneter Vertriebener und begeisterter Filmenthusiast: Am Sonntag, 16. Mai jährt sich sein Geburtstag zum 130. Mal. Der Weltstar aus Linz entging im ...

38-jähriger Mopedlenker ohne Führerschein und auf Drogen angehalten

LINZ. Seine Fahrzeugschlüssel los ist ein 38-Jähriger, der am Samstagabend im Bereich der Wiener Straße von der Polizei kontrolliert wurde. Der Mann konnte keinen Führerschein vorweisen, ...

Atelierhaus Salzamt mal drei

LINZ. Das Atelierhaus Salzamt lädt gleich dreifach ein, zu Ausstellungen und zum FMR 21 Festival.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen laufen aus

OÖ/NÖ. Schon bevor am 19. Mai die Öffnung von Gastro, Kultur und Co kommt, enden in der Nacht auf Sonntag die aktuellen nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.