Neuer Frauenrekord beim Comeback des Linz Marathons

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Nora  Heindl Nora Heindl, Tips Redaktion, 24.10.2021 15:54 Uhr

LINZ. Die Marathonhochburg Linz meldet sich mit einem beeindruckenden Streckenrekord bei den Damen zurück: Bei ihrem Linz-Debüt unterbot die Kenianerin Brenda Jerotich Kiprono in einer Zeit von 2:30:27 knapp den Streckenrekord von Lisa-Christina Stublic aus 2011 (2:30:45). Bei den Männern dominierte nach 2016 bereits zum zweiten Mal Ezekiel Kiprop Koech aus Kenia in einer Zeit von 2:09:43.

Sonne und Temperaturen um die 7° sorgten für optimale Bedingungen beim 19. Oberbank Linz Donau Marathon Sonntagfrüh, 24. Oktober, in der oö. Landeshauptstadt. Exakt 8.408 Laufbegeisterte aus knapp 60 Nationen gingen an den Start und machten nach dem coronabedingten Ausfall 2020 Linz wieder zum Zentrum des Laufsports. Unterstützt vom Lauffeuer „LiMa“, dem Linzer Marathon-Maskottchen, und zahlreichen Zuschauern fielen auf der Linzer voest-Autobahnbrücke zwischen 8 und 9.30 Uhr die Startschüsse für insgesamt sechs Bewerbe.

„Ich freue mich sehr, dass wir nach einem ausfallbedingten Jahr heuer noch eine passable Laufbeteiligung auf der Marathondistanz vorweisen konnten“, sagt Rennleiter Günther Weidlinger.

Kenianischer Doppelsieg im Marathon

Die Marathonsiegerin 2021 heißt Brenda Jerotich Kiprono aus Kenia. Sie bewies bei ihrem Linz-Debüt in einer eindrucksvollen Zeit von 2:30:27 ihre Stärke. Kiprono stellte zugleich einen neuen Streckenrekord auf. Zuletzt wurde dieser 2011 von der Kroatin Lisa-Christina Stublic in 2:30:45 erreicht. „Mit dem Sieg von Kiprono beginnt ab heute bei den Damen eine neue Zeitrechnung. In den vergangenen Jahren lag in Linz der Fokus vor allem auf dem Männer-Rennen im Elitebereich. Diesmal haben wir den Fokus besonders auf die Damen gelegt. Frauenpower ist in Linz ja schon länger zu spüren“, so Rennleiter Günther Weidlinger: „Die Aktion ,Frau läuft‘, der Oberbank erfreut sich ja schon seit Jahren großer Beliebtheit. Das können wir auch an den Starterzahlen schwarz auf weiß ablesen.„ Beste Österreicherin wurde Teresa Feit vom DSG Wien. Sie belegte mit einer Zeit von 2:54:45 den sechsten Rang.

Bei den Männern erreichte der Kenianer Ezekiel Kiprop Koech nach 2:09:43 zum zweiten Mal nach 2016 als Erster das Ziel am Linzer Hauptplatz. Sieger Koech: „Es waren optimale Laufbedingungen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Antreten in Linz. Es war eine optimale Vorbereitung und eine perfekte Betreuung. Ich freue mich sehr über meinen zweiten Sieg hier. Das Publikum war einfach toll“. Sein Kontrahent Masresha Bere Bisetegn aus Äthiopien (2:11:00) konnte Koech nicht stoppen und belegte Platz zwei. Dritter wurde der Kenianer Jonathan Yego Kiptoo mit 2:13:22. Bester Österreicher auf Platz 6 wurde Manfred Steger (2:29:259).

Top-Leistungen im Halbmarathon

Rang ein im Lauf über die halbe Marathon-Distanz von 21,097 Kilometer belegte der Kenianer Isaac Toroitich Kosgei in einer Zeit von 1:07:13. Er siegte damit klar vor dem Österreicher Andreas Stöckl aus Leogang, der mit 1:09:57 finishte. Kosgei zu seinem Sieg: „Mein Level hat super gepasst, die Bedingungen waren optimal, ich bin sehr zufrieden. Speziell die letzten 1.000 Meter waren ein Wahnsinn, das Publikum war ein Hit.“ Rang Drei ging an den Köflacher Lukas Gärtner mit einer Zeit von 1:11:02.

Beste Dame wurde die Deutsche Verena Cerna mit 1:20:11, gefolgt von der Kanadierin Natalie Thompson (1:26:55). Rang Drei belegte die Linzerin Verena Jax (1:28:18).

Springer und Guttenbrunner im Viertelmarathon voran

Beim Viertelmarathon belegte Kerstin Springer Platz eins in einer Zeit von 38:33 vor Bernadette Schuster, die nach 2020 mit 38:42 wieder auf Platz zwei lief. „Ich freue mich wirklich, dass ich noch einen super Zielsprint hinlegen konnte. Mit meiner Zeit bin ich sehr zufrieden“, so Kerstin Springer zu ihrem Linz-Sieg. Den dritten Platz belegte die Irdningerin Pia-Maria Thoma mit 40:12.

Bei den Herren siegte der Österreicher Christian Guttenbrunner (35:36), vor dem Deutschen Dominic Arnold (35:38) und dem Österreicher Gerald Lahmer (35:41).

Florian Brungraber bei Handbikern an der Spitze

Im Halbmarathon der Handbiker gewann Florian Brungraber in der Zeit von 31:39, Rang zwei belegte Gerhard Hochmayr mit 39:06 gefolgt von Helmut Jost mit 39:08. Außerordentlich auch die Leistung bei den Damen. Hier ging der Sieg an Conny Wibmer in 43:17 vor Elisabeth Egger, die mit 52:28 finishte.

Super Golden Runner am Start

Jahrgang 2013 sind die beiden jüngsten Teilnehmer Leo Manahl und Daniel Kenanu, die beim Viertelmarathon an den Start gingen, Gottfried Hoser mit Jahrgang 1939 der älteste. Mit Jahrgang 1948 der älteste Teilnehmer beim Marathonbewerb war Walter Untersteiner.

Beeindruckend auch die Teilnahme von Heinrich Pilch, Wolfgang Tronegger, Heinz Jagemann, Ewald Eder, Klaus Nöckler und Alois Grillneder. Sie gingen als Super Golden Runner an den Start und liefen bereits alle 18 bisherigen Linz Marathons über die volle Distanz. Ein Super Golden Runner stach dabei besonders hervor: Herbert Orlinger finishte in seinem Läuferleben bereits knapp 200 Marathons!

Mit am Start auch die Sponsoren: der Titelsponsor Oberbank wurde durch seinen Generaldirektor Franz Gasselsberger vertreten, der im Halbmarathon an den Sart ging. Für den Halbmarathonsponsor Borealis ging der Geschäftsführer der Borealis Agrolinz Melamine, Jürgen Mader ebenfalls im Halbmarathon an den Start.

Sportfest für Hobby-Läufer und Weltklasse-Athleten

Abseits der vielen Bestleistungen in den Bewerben begeisterte der 19. Oberbank Linz Donau Marathon einmal mehr auch als großes Sportfest, das die Gelegenheit zur Verbindung von Hobby-Laufbegeisterten mit den Top-Weltklasse-Athleten ermöglicht. Das sorgte für einmalige Momente und Emotionen bei allen Teilnehmenden. „Als Startläuferin in der Staffel konnte ich mich selbst davon überzeugen. Insgesamt ist der Linz Marathon zu einem Fest für die ganze Stadt geworden und aus Linz nicht mehr wegzudenken“, so die für Sport zuständige Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger, der als Zuseher an vorderster Front hautnah die Läufer anfeuerte: “Ein herausforderndes Jahr liegt hinter uns. Die Absage des Oberbank Linz Donau Marathon im Vorjahr war ein herber Verlust für die gesamte Laufgemeinschaft. Umso größer ist nun die Freude, den 19. Oberbank Linz Donau Marathon gemeinsam mit vielen Laufbegeisterten genießen zu können. Leider war es mir nicht möglich, heuer persönlich mitzulaufen. Aber ich wurde eifrig durch Familienmitglieder vertreten. Einer meiner Söhne lief im Marathonbewerb mit, ein weiterer im Halbmarathon und meine Tochter in der Staffel als Startläuferin. Es ist wunderbar, an einem so schönen Herbsttag wie diesem viele begeisterte LäuferInnen bei uns in Linz willkommen zu heißen.“

Zufriedene, entspannte Gesichter nach dem Lauf auch beim Organisationsteam: „Ich bin heute wirklich sehr zufrieden. Nach zweieinhalb Jahren Pause war die Herausforderung groß, ein gutes Rennen abzuliefern. Das ist uns mit einem neuen Streckenrekord gelungen. Zudem hatten wir bis auf etwas Wind optimale Laufbedingungen. Da wäre sogar eine noch bessere Zeit möglich gewesen. Aber ich bin rundum glücklich, dass alles so sicher und reibungslos gelaufen ist!„, betont Rennleiter Günther Weidlinger.

“Durch den Ausfall im letzten Jahr und die Unwägbarkeiten bis kurz vor dem Start dürfen wir zu Recht stolz auf die tolle heurige Veranstaltung schauen. Ein neuer Streckenrekord ist natürlich ganz toll. Aber die Siegerzeit war dabei nicht ausschlaggebend, wichtig war, dass wir wieder allen Laufbegeisterten ein super Erlebnis bieten konnten. Ich bin zuversichtlich, dass die Arbeit mit unserer jungen, schlagkräftigen Gruppe in den kommenden Jahren erfolgreich fortgeführt werden kann„, so LIVA Vorstandsdirektor Rainer Stadler.

Letzter Marathon für Organisator Ewald Tröbinger

“Von der Logistik über das Wetter bis hin zu externen Rahmenbedingungen, wie der Umsetzung eines strengen Covid-19 Präventionskonzeptes sind die Herausforderungen natürlich immer groß. Wenn aber der letzte Läufer gesund und heil im Ziel ist und man die glücklichen Gesichter all der Menschen sieht, weiß man, dass es die Anstrengung mehr als wert war„, freut sich Linz-Marathon-Organisator Ewald Tröbinger, der sich nun in den Unruhestand zurückziehen wird: „In meinem arbeitsreichen Leben habe ich die Massen bewegt: als Support-Act von Falco in den 80er Jahren und seit 2002 als Organisator des Linz Donau Marathons, Oberösterreichs größter Lauf- und Sportveranstaltung. Dabei suchte ich auch als aktiver Marathonläufer und Triathlet meine sportlichen Grenzen. Der 19. Linz Donau Marathon wird auch als Organisator mein letzte sein“, so Tröbinger.

Apropos: Das Datum für den 20. Oberbank Linz Donau Marathon ist mit Sonntag, 3. April 2022, bereits fixiert.

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