Gesundheits- und Sportbefragung: Linzer wollen besser erreichbare Ärzte, sind mit Sportangebot in der Stadt zufrieden
LINZ. In der Gesundheits- und Sportbefragung der Stadt Linz zeichnen sich erste Trends ab. Die Zufriedenheit in den Bereichen medizinische Versorgung, eigener Gesundheitszustand und Linzer Sportangebot ist gut. Dennoch gibt es einige Wermutstropfen.

Im Zuge einer wissenschaftlichen Online-Erhebung im September und Oktober 2022 wurden 20.000 Linzer ab 15 Jahren per Zufallsprinzip ausgewählt und zur Teilnahme an der Befragung eingeladen. Mehr als 2.100 Personen beantworteten die Fragen rund um das Thema Gesundheit und Sport. Erste Trends lassen sich daraus ablesen. Diese sollen als Grundlage für gezielte Maßnahmen durch das städtische Gesundheits- und Sportressort und der Stadtpolitik dienen.
Zufriedenheit mit Erreichbarkeit von Ärzten sinkt
Die medizinische Versorgung und die Erreichbarkeit von Ärzten wird von den Befragten insgesamt als sehr gut wahrgenommen. Bei Hausärzten und Allgemeinmedizinern lag die Zufriedenheitsquote bei 87 Prozent. Im Vergleich zu früheren Jahren ist ein Abwärtstrend zu erkennen, im Jahr 2018 lag diese Zahl noch bei 94 Prozent. Gesundheitsstadrat Michael Raml (FPÖ) will sich bei der Bundesregierung für eine Stärkung und Attraktivierung des niedergelassenen Bereichs einsetzen, wie er sagt.
Depressionen weit verbreitet
Bei der Frage nach psychischen Krankheiten ist die Depression (rund 12 Prozent) am weitesten verbreitet. Dicht dahinter folgen Angst- und Panikattacken (∼10 Prozent). 8,5 Prozent der Umfrage-Teilnehmer leiden unter Burn Out und/oder Erschöpfungszuständen. Im Hinblick auf psychische Erkrankungen soll laut Raml bereits bei den Kindern angesetzt werden. Das Angebot der Kindergesundheitstage mit „Glücksworkshops“ an Linzer Volksschulen soll es weiter geben. Das soll für Resilienz und Selbstbehauptung bei den Kleinen sorgen. Gesunde Ernährung will er in den Volksschulen stärker im Fokus sehen.
Häufige Leiden: Allergien und Haltungsbeschwerden
Bei den physischen Krankheiten dominieren klar die Allergien. Weit verbreitet sind Haltungsbeschwerden wie Schmerzen im Rücken und Kreuz, im Nacken oder im Schulterbereich. Jeweils um die 16 Prozent leiden unter Wirbelsäulen oder Bandscheiben-Erkrankungen. Genauso viele Personen gaben an, unter Migräne oder Kopfschmerzen sowie Bluthochdruck zu leiden. Raml will im Bereich der Arbeitsgesundheit bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten ansetzen, um der „Volkskrankheit“ Haltungsbeschwerden entgegenzuwirken.
Anzahl der Raucher sinkt
Eine positive Entwicklung ist der Rückgang des Raucheranteils, dieser geht im Vergleich zu früheren Befragungen kontinuierlich zurück. Jeder sechste Linzer raucht täglich. Die überwiegende Mehrheit der Raucher gab an, mit dem Rauchen aufhören zu wollen oder den Tabakkonsum reduzieren zu wollen. Diese Personen sollen durch Aufklärung, Alternativen und Anreize unterstützt werden.
Wunsch nach mehr Bewegung
Die Linzer sind nicht unsportlich: 60 Prozent treiben mindestens einmal pro Woche Sport, um die 40 Prozent mehrmals pro Woche. Eine große Mehrheit hat vor, sich in Zukunft mehr zu bewegen. Den meisten der Befragten fehlt aber die Zeit dazu oder es mangelt an der Überwindung. Diejenigen, die regelmäßig Sport treiben, nannten als Hauptgrund gesundheitliche Aspekte und Wohlbefinden. Auch der Fitnessaspekt spielt eine große Rolle, die Freude am Sport wurde noch häufiger als Motivation angegeben als ein Wunsch nach Gewichtsreduktion.
Linzer wandern gerne
Die populärste Sportart unter den Linzern ist das Wandern, gefolgt von Fitnesstraining und Laufsport. Ein Viertel der Befragten war Mitglied in einem Sportverein, jeder fünfte Linzer ist in einem Fitnessstudio eingeschrieben. Die Ausgaben für den Sport sind jedoch moderat, nur 15 Prozent geben mehr als 500 Euro jährlich aus.
Mehrheit ist zufrieden mit Sportangebot in Linz
„Das städtische Sport- und Freizeitangebot ist bereits sehr vielfältig und flächendeckend – wir nehmen die Ergebnisse jedoch zum Anlass, genauer zu analysieren, wo die Sportangebote optimiert oder gegebenenfalls weiter ausgebaut werden können“, sagt Sportreferentin Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SPÖ). 70 Prozent zeigten sich mit dem derzeitigen Angebot zufrieden bis sehr zufrieden. Nur neun Prozent sind damit unzufrieden. Bei den Wünschen wurden vor allem Outdoor-Angebot genannt, wie allgemein zugängliche Fitnessstationen in Parks oder Geräte, die draußen frei zur Verfügung stehen.


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