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Landesrätin Haberlander will Schüler zukunftsfit und Mädchen selbstbewusst machen

Wolfgang Schobesberger, 10.04.2017 19:30

LINZ. Christine Haberlander ist seit wenigen Tagen als Landesrätin für die Ressorts Gesundheit, Bildung und Frauen verantwortlich. Der Weg in die Politik ist ihr „passiert“, in den Mittelpunkt ihrer Arbeit will sie Konsens und gemeinsame Arbeit mit allen Beteiligten stellen. Besonderes Anliegen ist der erst 35-jährigen Landesrätin, das Selbstbewusstsein von Mädchen zu stärken.

Christine Haberlander ist für Bildung, Gesundheit und Frauenagenden zuständig.
  1 / 2   Christine Haberlander ist für Bildung, Gesundheit und Frauenagenden zuständig.

Tips: Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag seit der Angelobung verändert?

Christine Haberlander: Bürobeginn ist, wie bei mir auch bisher, sieben Uhr. Aber natürlich gibt es jetzt auch viele Wochenend- und Abendtermine – ich komme ganz schön herum in Oberösterreich. Die größte Umstellung ist (lächelt), dass ich nun vom Chauffeur mit dem Auto abgeholt werde.

Tips: Wollten Sie schon immer in die Politik?

Haberlander: Politik hat mich zwar immer interessiert und fasziniert, aber es ist „passiert“, dass ich schlussendlich da gelandet bin – aber es ist das Richtige.

Tips: Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als bekannt wurde, dass Sie Landesrätin werden?

Haberlander: Bei der Verkündung waren alle ziemlich überrascht – ich habe es außer dem engsten Familienkreis ja auch niemandem gesagt. Aber sowohl in meinem privaten als auch in meinem beruflichen Umfeld haben alle sehr positiv reagiert. Das tut auch sehr gut.

Tips: Was haben Sie für Pläne für den Bildungsbereich?

Haberlander: Ich habe vor, möglichst viel unterwegs zu sein, um bei Gesprächen in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen mit Elternvertretern und Schülern zu erfahren, was es braucht. Das Wichtigste ist, herauszufinden, welche Rahmenbedingungen die Schüler und die Pädagogen brauchen. Wie muss die Schule heute ausschauen, um die Schüler für morgen zukunftsfit zu machen. Wir müssen hier aber auch bei der Aus- und Weiterbildung der Lehrer die Digitalisierung viel stärker verankern. Es ist wichtig, den Umgang mit neuen Medien vermitteln zu können. Auch die tägliche Bewegungseinheit zu etablieren ist ein wichtiges Ziel.

Tips: Bei manchen Brennpunktschulen haben zahlreiche Schüler nach ihrem Abschluss kaum eine Chance auf einen Ausbildungsplatz – wie kann man hier eingreifen?

Haberlander: Das ist eines der Hauptthemen, mit dem wir uns beschäftigen müssen. Wir müssen wissen, was die Wirtschaft braucht, um den jungen Menschen, wenn sie aus der Schule kommen, auch einen Arbeitsplatz geben zu können. Und wir müssen sicherstellen, dass die Schüler diese Kompetenzen im Verlauf ihrer Bildungslaufbahn auch erwerben. Hier müssen wir genau schauen, warum es uns nicht gelingt, das Richtige zu vermitteln, oder ob wir vielleicht Inhalte vermitteln, die an der praktischen Notwendigkeit vorbei gehen.

Tips: Der Gesundheitsbereich war in der Vergangenheit ein schwieriges, konfliktreiches Feld.

Haberlander: Es geht um den Patienten und die Mitarbeiter im System. Ich hatte bereits Gespräche mit Ärztekammer- Präsident Peter Niedermoser, mit Vertretern aus den Krankenhäusern und der Gebietskrankenkasse. Es gibt Dinge, die wir gemeinsam entwickeln wollen – etwa die Primärversorgungseinheiten. Aber das geht nur gemeinsam.

Tips: Oft scheitert das am fehlenden Geld.

Haberlander: Wir haben bestehende finanzielle Mittel und in diesem Rahmen müssen wir uns alle bewegen. So schaue ich etwa für den Krankenhausbereich, für den ich zuständig bin, wie man die Systeme optimieren kann. Aber es ist notwendig, dass wir gemeinsam mit den Partnern im niedergelassenen Bereich schauen, wie wir die Eigenverantwortung der Patienten stärken können. Die Leute sollen dort behandelt werden, wo es notwendig ist, man muss nicht wegen allem in eine Notfallambulanz gehen. Wir müssen den Patienten dorthin leiten, wo er im System richtig aufgehoben ist – das reduziert auch die Gesamtkosten, weil man sich Irrwege erspart.

Tips: Wie kann es gelingen, mehr Frauen in Führungsposten zu bringen?

Haberlander: Die Politik muss Möglichkeiten für Frauen schaffen und ihnen den Weg bereiten, um Führungspositionen zu übernehmen. Es muss in Oberösterreich möglich sein, dass Frauen sich für Familie und/oder Beruf entscheiden können. Dazu müssen wir uns ansehen, wo die Kinderbetreuung ausgebaut werden muss. Besonders wichtig ist mir aber das „Empowering“ von jungen Mädchen. Wir müssen bereits in der Schulzeit beginnen, um den Mädchen zu zeigen, dass sie etwas können und ihnen ihre Ausbildungsmöglichkeiten aufzeigen.


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