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OÖ/LINZ. Ergebnisse des Runden Tisches, zu dem Landesrat Rudi Anschober anlässlich des Fipronil-Skandals geladen hatte, wurden nun in Linz präsentiert. Anschober und die Leiterin der Lebensmittelaufsicht OÖ Astrid Zeller stellten einen fünf-Punkte-Plan vor, der nun dem Landwirtschaftsministerium für ein EU-Reformpaket vorgeschlagen werden soll.

Frische und heimische Eier sind nicht belastet. Symbolfoto: Volker Weihbold
Frische und heimische Eier sind nicht belastet. Symbolfoto: Volker Weihbold

Nicht die Höhe der Fipronil-Werte, die in Oberösterreich gemessen wurden, sondern die breiten Kreise, die der Eierskandal ziehe, sei alarmierend, so Anschober. Mittlerweile sind 17 EU-Staaten betroffen, alleine Niedersachsen spricht von insgesamt bis zu 35 Millionen verdächtiger Eier im eigenen Bundesland.

Drei Proben für Verzehr ungeeignet

Wie die Leiterin der Lebensmittelaufsicht OÖ Astrid Zeller erklärt, wurden von den Lebensmittelaufsichtsorganen Oberösterreichs bisher 36 Proben aus verdächtigen Tranchen gezogen und untersucht. Zudem haben sechs Betriebe private freiwillige Untersuchungen in Auftrag gegeben.

Drei dieser in Summe 42 gezogenen Proben wurden für den menschlichen Verzehr als ungeeignet beurteilt, der Fipronil-Wert überstieg 0,005 mg/kg. „Es handelte sich bei den verarbeiteten Eierprodukten um Vollei flüssig und um gekochte und geschälte Eier, die aus nicht-österreichischen Eiern hergestellt wurden“, so Zeller. Für einige Proben liege noch kein Ergebnis vor.

Gesundheitsgefährdung auszuschließen

Die guten Nachrichten für Österreich: Heimische Eier sind – genauso wie Frischeeier – nicht betroffen. Und: die bisher in Oberösterreich gemessenen Fipronil-Konzentrationen sind sehr gering. Gesundheitsgefährdung sei bei diesen Konzentrationen laut der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) auszuschließen. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, so Anschober, „aber trotzdem: das hat in Lebensmitteln nichts verloren. Punkt.“

Nicht zur Tagesordnung zurückkehren

Anschober geht es nun um die Konsequenzen: „Es kann nicht sein, dass wir alle zwei, drei Jahre einen Lebensmittelskandal haben und dann wieder zur Tagesordnung übergehen“, so Anschober bei der Pressekonferenz. Daher hat Anschober Vertreter der Gastronomie, der Landwirtschaft, des Lebensmittelhandels, der Wirtschaftskammer sowie des Konsumentenschutzes zum Runden Tisch geladen. Fünf Forderungen als Antwort auf den Skandal wurden gemeinsam aufgestellt.

Höhere Strafen, bessere Kennzeichnung, weg von Großindustrie

Deutlich höhere Strafen für jene Länder müssten her, die nicht sofort und nur unzureichend Verdachtsfälle an das europäische Schnellwarnsystem weitergeben. Eine EU-Taskforce zur Überprüfung und Optimierung des europäischen Kontrollnetzes müsse eingeführt werden. Als dritten Punkt fordern die Teilnehmer des Runden Tisches eine schrittweise europaweite Agrarwende - weg von großindustrieller Massentierhaltung durch ein europaweites Verbot aller Formen von Käfighaltung und einheitliche Mindeststandards für den Tierschutz. Zudem solle die heimische Eigenversorgung auch durch den Aufbau von Verarbeitungsstrukturen gestärkt werden.

Als vierter Punkt wird eine praktikable und unbürokratische Kennzeichnung von verarbeiteten Eiprodukten gefordert, also nicht nur, wie schon jetzt der Fall, von Frischeiern.

Selbst an der Nase nehmen

Und als fünften Punkt sieht Anschober eine verstärkte Konsumenteninformation von Schulen bis zur Öffentlichkeit als notwendig, sieht aber auch die Konsumenten selbst in der Verantwortung. Abgesehen von diesen fünf Punkten braucht es für Anschober eine starke Allianz der Betroffenen gegen Preisdumping. „Wir müssen ehrlich sein: Jeder erwischt sich selbst dabei, oft zum günstigsten Produkt im Regal zu greifen“, so Anschober. Aber Lebensmittel, die so gut wie nichts kosten würden, könnten auch keine wertvollen Inhaltsstoffe besitzen.

Diese Forderungen werden nun Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter übergeben, die dieser bei der kommenden EU-Agrarministerkonferenz Anfang September auf den Tisch bringen soll.


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