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Corona-Bilanz der heimischen Lebensmittelindustrie: "Es gab Licht und Schatten"

Anna Stadler, 14.03.2021 10:16

OÖ. Nach einem Jahr Corona-Krise zieht die oberösterreichische Lebensmittelindustrie Bilanz. Die Versorgung hat hervorragend funktioniert, nun brauche es jedoch wieder Öffnungsschritte.

Symbolfoto (Foto: Weihbold)
Symbolfoto (Foto: Weihbold)

„Als vor rund einem Jahr Corona zur Pandemie wurde und der erste Lockdown begann, hat sich gezeigt, welche Leistungen die heimische Lebensmittelwirtschaft zu erbringen imstande ist“, zieht Gerald Hackl, Vorsitzender der Lebensmittelindustrie der WKOÖ, Bilanz über die Zeit seit Ausbruch der Corona-Krise vor einem Jahr. Um die Hamstereinkäufe zu Beginn der Krise im Handel abzudecken, fuhr die Lebensmittelindustrie in einem beeindruckenden Kraftakt ihre Kapazitäten sofort hoch. „Dass die heimische Lebensmittelindustrie als kritische Infrastruktur perfekt gearbeitet hat, beweist, wie wichtig es ist, leistungsfähige Betriebe im eigenen Land zu haben. Laufend wurden Hygiene- und Sicherheitskonzepte in den Betrieben angepasst und so konnte die ganze Zeit eine stabile und verlässliche Produktion für Österreich aufrechterhalten werden“, sagt Hackl.

Stabiler EU-Binnenmarkt für Versorgungssicherheit

„In der Krise haben sich vor allem zwei Faktoren bestätigt: Wir brauchen eine leistungsstarke Lebensmittelindustrie und einen stabilen EU-Binnenmarkt.“ Denn nur beide zusammen seien Garant für eine funktionierende Wirtschaft sowie die sichere Versorgung der Bevölkerung, im Normalbetrieb wie in Krisenzeiten. Denn nur offene Grenzen ermöglichen Transporte von Rohstoffen, Verpackungen und fertigen Produkten sowie Arbeitskräfte, die aus anderen Ländern in heimische Betriebe einpendeln. Zudem wird rund die Hälfte der in Oberösterreich produzierten Lebensmittel und Getränke quer über den Globus verkauft. „Das Ziel muss daher sein, die Wettbewerbsfähigkeit und das Exportpotenzial der oö. Lebensmittelindustrie weiter zu stärken.“

Wiederhochfahren essentiell

„Speziell Betriebe, die wirtschaftlich eng mit Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und der Eventbranche verbunden sind, hatten aber auch unverschuldet deutliche Umsatzeinbrüche”, so Hackl. Unterstützungen helfen, die Arbeitsplätze und das Bestehen der Betriebe abzusichern. Doch es brauche mehr, so Hackl: „Damit verbunden ist ein rasches Wiederhochfahren des österreichischen Tourismus mit einer zügigen Umsetzung der Covid-19-Test- und Impfstrategie essenziell für den Wirtschaftsstandort Österreich.“

Lebensmittelindustrie als Jobmotor

„Das ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich. Denn die Lebensmittelindustrie ist Jobmotor und Konjunktur-Lokomotive: Jeder Euro, der in der Lebensmittelindustrie erwirtschaftet wird, löst 1,23 Euro an Wertschöpfung in anderen Unternehmen aus.“ Die oö. Lebensmittelindustrie ist die viertgrößte Industriebranche in Oberösterreich. Die 109 Unternehmen mit ihren rund 6000 Beschäftigten erwirtschaften jährlich rund 2,5 Milliarden Euro abgesetzte Produktion. Die bedeutendsten Bereiche sind Getränke, Fleisch, Obst- und Gemüseveredelung sowie Backwaren.


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