Stelzer: „Ja, wir müssen auf Corona achten, aber auch auf die Existenzen“
LINZ/OÖ/Ö. Mit seiner Vision „Oberösterreich soll zum Land der Möglichkeiten werden“ startet Landeshauptmann Thomas Stelzer in die von ihm initiierte, digitale Talkshow. Unter den Gästen waren Bundeskanzler Sebastian Kurz, Genetiker Josef Penninger, Bestsellerautorin Vea Kaiser und Physiker Werner Riegler vom Schweizer CERN-Institut. Neben der aktuellen Coronasituation waren die Ankurbelung der Wirtschaft, der Klimaschutz, die Digitalisierung und die Sicherung der Arbeitsplätze Themen.

„Wir haben in Oberösterreich, bevor die Krise gekommen ist, einen Erfolgslauf gehabt, uns gut aufgestellt und Reserven angelegt. Das hilft uns jetzt in der Krise“, sieht Landeshauptmann Thomas Stelzer Oberösterreich für den Weg aus der Pandemie und dem Konjunktur-Tal gut gerüstet. „Es können sich alle darauf verlassen, dass wir unser Bestes geben und uns voll einsetzen“, verspricht Stelzer, der auch seinen Anspruch für die Zeit nach der Krise ausgibt: „Wir werden als Oberösterreich besonders stark vorangehen und uns in Europa auch kräftig voran arbeiten.“
In Hinblick auf das aktuelle Corona-Management betont Stelzer, dass es immer den Blick auf das große Ganze brauche. So sind laut ihm Maßnahmen notwendig, um das Personal in den Spitälern vor Überlastung zu schützen. Gleichzeitig warnt Stelzer vor allzu rigiden Maßnahmen, „damit letztlich Wirtschaften möglich ist und damit Arbeitsplätze und Einkommen gesichert bleiben. Der Blick auf Corona darf uns nicht zu einem Tunnelblick verleiten. Ja, wir müssen auf Corona achten, aber auch auf die Existenzen.“
Stelzer betont hierbei die große Bedeutung von Öffnungsschritten: „Wenn es aus medizinischer Sicht vertretbar ist zu öffnen, dann wirkt sich das auch sofort auf die Arbeitsplatzsicherung aus.“ Mit den Öffnungen des Handels wurden etwa laut Stelzer seit Anfang Februar 14.000 neue Arbeitsplätze im Land geschaffen und die Arbeitslosenzahlen gesenkt. Zudem würden in der Industrie in Oberösterreich bereits jetzt dringend neue Mitarbeiter gesucht werden.
Bundeskanzler Kurz zeigt sich optimistisch
Bundeskanzler Sebastian Kurz betont, dass er in Hinblick auf den Wirtschaftsstandort Österreich und den Industriestandort Oberösterreich sehr optimistisch sei. So würden etwa 25 Prozent der Anträge auf Auszahlung der Investitionsprämie in Oberösterreich gestellt. Der Bundeskanzler rechnet zunächst damit, dass die nächsten Monate noch vom Kampf gegen Corona geprägt sein werden. In Hinblick auf mögliche weitere Mutationen sei der wesentliche Vorteil, dass viele Impfstoffe auch gegen Mutation wirken und rasch angepasst werden können. Kurz geht auf Basis dieser Einschätzung davon aus, dass in Österreich auf Sicht rund 30 Mio. Impfdosen in den nächsten 5 Jahren für den Schutz der Bevölkerung benötigt werden.
Dennoch ist für den Bundeskanzler das Ende der Krise bereits absehbar und eine Rückkehr zur Normalität im Sommer möglich. So würde mit dem Fortschreiten der Impfungen schon bald die Möglichkeit bestehen, „endlich die Öffnungsschritte zu setzen die wir so dringend herbeisehnen“, so der Bundeskanzler.
Innviertler Penninger glaubt an Oberösterreich
Genetiker und Immunologe Josef Penninger, mit Wurzeln in Gurten im Bezirk Ried, ist überzeugt, dass es nicht nur Impfungen, sondern auch Medikamente gegen Corona brauchen werde, und eine davon könnte die „Penninger-Pille“ sein. „Wir werden mit dem Virus leben können“, so Penninger. Was die wirtschaftliche Entwicklung Oberösterreichs anbelangt, ist der Genetiker optimistisch: „Oberösterreich hat tolle Firmen, die in bestimmten Marktsegmenten Weltklasse sind. Das kommt nicht von ungefähr, denn eines ist immer wichtig: Am Ende sind es immer die Leute, die den Unterschied machen! Also: Immer die Leute fördern“, ist Penninger überzeugt.
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