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WIEN/OÖ. Die Bundesregierung hat angesichts der Häufung von Frauenmorden in Österreich nach einem virtuellen Runden Tisch mit Opferschutzeinrichtungen ein Maßnahmenpaket verkündet. Als Sofortmaßnahme würden zusätzlich knapp 25 Millionen aufgebracht. Frauenreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander begrüßt das 25 Millionen Euro schwere Maßnahmenpaket. 

 (Foto: Tinnakorn jorruang/Shutterstock.com)
(Foto: Tinnakorn jorruang/Shutterstock.com)

„Hinter jedem Opfer stecken Gesichter: Geliebte Töchter, Schwestern, Mütter, Freundinnen. Zwei von drei Übergriffen auf Frauen geschehen nicht im öffentlichen Raum, sondern im privaten Umfeld durch Ehepartner, Lebensgefährten, Väter oder Aufsichtspersonen. Ich begrüße die Ankündigung der Bundesregierung und von Bundesministerin Raab, mehr finanzielle Mittel für die Gewaltprävention und den Gewaltschutz in Österreich zur Verfügung zu stellen sowie die Motive und Hintergründe der Täter genauer zu untersuchen und daraus weitere Maßnahmen abzuleiten, wie man Gewalt in Österreich noch besser verhindern kann. Es ist wichtig, dass erste Hilferufe bereits ernst genommen werden und wenn es zu Prozessen wegen Gewalt an Frauen kommt, braucht es eine bessere Begleitung von betroffenen Frauen, vom Anfang bis zum Ende des Gerichtsprozesses, um den Täter letzten Endes auch zur Rechenschaft ziehen zu können. Weiters braucht es eine verstärkte Täterpräventionsarbeit“, betont Haberlander.

Gewalt hat viele Gesichter

Gewalt an Frauen und Mädchen hat viele Gesichter – etwa sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Beschimpfung, Bedrohung, Demütigung, Mobbing, Cybermobbing sowie Stalking. Allein in Österreich ist laut Schätzungen jede fünfte Frau einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen. Zwei von drei Übergriffen geschehen in der Familie und im sozialen Nahraum durch Ehemänner, Lebensgefährten, Väter bzw. Stiefväter.

„Gewalt an Frauen hat in Oberösterreich keinen Platz – weder körperlich noch verbal. Ich appelliere an alle, die sich bedroht fühlen, sich zu melden. Denn wir können nur gegen jene Gefährder vorgehen, die uns auch bekannt sind. Ich appelliere auch an alle Nachbarinnen und Nachbarn, Familien und Freundinnen und Freunde, eine besondere Sensibilität walten zu lassen und mögliche Anzeichen für häusliche Gewalt zu melden. Denn wäre man selbst Opfer häuslicher Gewalt, würde man sich auch Hilfe wünschen, wenn man sich selbst nicht helfen kann“, so Haberlander.

Hilfsangebote in OÖ

Das Land OÖ und auch das Frauenreferat des Landes OÖ setzen auf Bewusstseinsbildung und Prävention gegen Gewalt. Neben fünf Frauenhäusern und vier Frauenübergangswohnungen gibt es in Oberösterreich auch 22 Frauenvereine und -beratungsstellen (in jedem Bezirk mindestens eine Einrichtung), die Frauen und Mädchen Hilfe, Beratung und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen bieten.

Weiters gibt es auch eine österreichweite gebührenfreie Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555 – der Frauennotruf hilft kostenlos, anonym und rund um die Uhr, Infos auch auf www.frauenhelpline.at

Frauennotruf OÖ. – das Autonome Frauenzentrum ist eine vom Frauenministerium anerkannte Fachstelle zu sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen und bietet als anerkannte Opferschutzeinrichtung umfassende Informationen und persönliche Beratungen sowie Prozessbegleitungen in einem möglichen Strafprozess.

Am Kepler Universitätsklinikum gibt es eine Opferschutzgruppe, das Gewaltopfer-Betreuungsteam, kurz GOBT genannt, wo die Betroffenen ganzheitlich betreut werden.

Im Frauenreferat des Landes OÖ gibt es die Broschüre „Halt, so nicht!“ mit Sicherheitstipps für Frauen und Mädchen zum Schutz vor Männer-Gewalt. Nähere Informationen zu den Angeboten gibt's direkt beim Frauenreferat des Landes OÖ oder auf der Homepage des Frauenreferates unter www.frauenreferat-ooe.at


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