SPOÖ fordert Rechtsanspruch auf drei Wochen Sommerschule
OÖ/LINZ. Mit dem „6+3 Familien-Sommer-Plan“ fordert SPÖ-Landesvorsitzende Birgit Gerstorfer nun einen Rechtsanspruch auf drei Wochen Sommerschule. Schützenhilfe bekommt sie dabei von Ex-Bundeskanzler Christian Kern, der voll des Lobes ist für die SPOÖ-Chefin.

14 Wochen Ferien haben Österreichs Schüler derzeit. „Wir haben ein System, das enorm Eltern-feindlich ist“, resümiert SPOÖ-Chefin Birgit Gerstorfer. Denn für viele Eltern ist es eine enorme Herausforderung für die freien Wochen Kinderbetreuung zu organisieren. Aus diesem Grund fordert Gerstorfer nun mit dem „6+3 Familien-Sommer-Plan“ einen Rechtsanspruch auf drei Wochen Sommerschule am eigenen Schulstandort. Den Eltern soll es freistehen, ob sie diesen nutzen wollen: „keinen Zwang, aber einen Rechtsanspruch“, so die SPÖ-Chefin. „Elf Wochen ist noch immer mehr als der Urlaubsanspruch von zwei Eltern – aber es ist schon eine Erleichterung.“
Vorschlag von Land umsetzbar
Unterrichtet werden sollen die Kinder von Lehrern, die sich freiwillig melden und Lehramtsstudierenden. Im Gegensatz zur aktuellen Situation sollen die Studierenden dafür auch bezahlt werden und nicht nur fünf ECTS-Punkte für ihr Studium erhalten. Eine weitere Möglichkeit wäre, Fellows von Initiativen wie zum Beispiel „Teach for Austria“ anzufragen. „Es ist in der Landeskompetenz. Das ist in Oberösterreich lösbar“, betont Gerstorfer.
Unterstützung durch Ex-Bundeskanzler Kern
Schützenhilfe bekommt Gerstorfer dabei von Ex-Bundeskanzler Christian Kern. Neben den Eltern seien die ausgedehnten Ferien auch für den Bildungsweg der Kinder und auch für Betriebe problematisch: Bildung wird in Österreich vererbt. Haben die Eltern die Pflichtschule als höchsten Bildungsabschluss trifft das auch auf 27 Prozent der Kinder zu, nur sieben Prozent studieren. Haben die Eltern studiert, haben nur zwei Prozent der Kinder maximal den Pflichtschulabschluss, 68 Prozent studieren auch. „Wir haben in Österreich nicht nur einen Fachkräftemangel. Jedes Kind, dass seine Potentiale im selektiven Bildungssystem nicht verwirklichen kann, wird um den persönlichen Lebenstraum gebracht. Als Gesellschaft gehen uns kreative Köpfe, geschickte Technikerinnen oder kluge Pädagogen der Zukunft verloren“, sagt Kern.
Lob für Gerstorfer
Da ihm das Thema Bildung wichtig sei und er Gerstorfer sehr schätze, unterstütze er nun diese Forderung. „Die Leute wollen Ernsthaftigkeit und Seriosität. Das ist eine Art des Politikverständnisses, das ich gerne unterstütze“, lobt Kern die oberösterreichische SPÖ-Chefin.


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