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Personalmangel in Kinderbildungseinrichtungen: "Wir lassen uns nicht im Kreis schicken"

Nora Heindl, 08.03.2022 10:07

LINZ. Die prekäre Lage der Beschäftigten in Oberösterreichs Kinderbildungseinrichtungen habe für Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander bis dato noch für keinen Verhandlungstermin ausgereicht. Die beiden Gewerkschaften GPA und younion setzen daher ihre Protestaktionen fort und so versammelten sich rund 50 Betriebsräte vor dem Landhaus, um ihren Unmut kundzutun. Sobald Eckpfeiler der künftigen 15a B-VG-Vereinbarung stehen, werde es einen Runden Tisch geben, bekräftigt Haberlander.

 (Foto: GPA OÖ)
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„Als wir am 24. Jänner rund 6.000 Unterschriften auf unserer Petition überreichten, versprach uns Frau Haberlander, rasch zu einem Runden Tisch einzuladen, um über unsere Anliegen zu sprechen. Bis heute haben wir rein gar nichts von ihr gehört, weder über einen Runden Tisch, geschweige denn über Verhandlungstermine“, ist GPA-Geschäftsführer Wolfgang Gerstmayer erbost über die Verzögerungstaktik seitens des Landes OÖ. Bereits letzten Sommer überreichten die Gewerkschaften Landeshauptmann Thomas Stelzer Forderungen, die aus einer Erhebung der Arbeitsbedingungen unter den Beschäftigten hervorgegangen waren. Zuletzt hätte Haberlander dann darauf verwiesen, dass man auf eine Finanzierung vom Bund warte und ihr die Hände gebunden seien.

„Es ist völlig klar, dass man uns hier im Kreis schicken und zermürben will. Sich hier auf die so genannten Zweckzuschüsse vom Bund auszureden, ist zu einfach, denn tatsächlich hat auch die LH-Stellvertreterin genügend Möglichkeiten, rasche Änderungen herbeizuführen. Die Lage ist sehr ernst, das System droht zu kippen, daher brauchen wir sofortige Lösungen“, fordert Mario Kalod, Geschäftsführer der Gewerkschaft younion.

Personalmangel durch schlechte Rahmenbedingungen

Noch nie zuvor seien so viel Steuergeld ausgeschüttet wie in der Corona-Krise. An Konzerne wie Novomatic, Starbucks oder auch an den Milliardär Rene Benko seien Millionen an Hilfsgelder geflossen. Die Gewerkschaften GPA und younion fordern daher, dass nun schnellstens in den Kinderbildungs- und -betreuungsbereich investiert wird und zwar mit nachhaltigen Lösungen.„Gehalterhöhungen, eine Verkürzung der Arbeitszeit und eine Verkleinerung der Gruppen würden den Beruf wieder attraktiver machen. Der Personalmangel ist den schlechten Rahmenbedingungen geschuldet“, sieht Gerstmayer dringenden Handlungsbedarf.„Viele Menschen, die sich für eine Ausbildung und spätere Berufstätigkeit in diesem Bereich interessieren, entscheiden sich letztendlich dagegen, weil sie es sich nicht leisten können. Es braucht auch – ähnlich wie bei anderen Berufsausbildungen – ein angemessenes Entgelt während der Ausbildungszeit“, ist Kalod davon überzeugt, dass man den Beruf wieder attraktiv machen kann.

„Ich sehe die Herausforderungen“

„Die Kinderbildungs- und –betreuungseinrichtungen sind der Grundstein für den Bildungsweg unserer Kinder. Die Pädagoginnen und Pädagogen leisten insbesondere unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie hervorragende und wertvolle Arbeit und dafür möchte ich sehr herzlich danken. Ich sehe die Herausforderungen auch im Bereich der angespannten Personalsituation im Bereich der Kinderbildung und –betreuung, die sich durch die Pandemie intensiviert haben. Die Verbesserungen der personellen Rahmbedingungen erfordern eine ganzeinheitliche Betrachtung mit den Systempartnern, vor allem mit den Rechtsträgern als Dienstgeber, sowie auch eine klare Unterstützung des Bundes“, erklärt Bildungslandesrätin LH-Stv. Christine Haberlander anlässlich der Protestaktion.

Haberlander drängt im Rahmen der laufenden Verhandlungen über eine künftige 15a B-VG-Vereinbarung auf eine deutliche Erhöhung der Mittel seitens des Bundes sowie auf ein möglichst rasches und positives Verhandlungsergebnis. Sobald die künftigen Eckpfeiler der neuen Vereinbarung mit dem Bund absehbar sind, wird es – wie auch Ende Jänner angekündigt – einen Runden Tisch mit den Systempartnern geben, um gemeinsame Überlegungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen anzustellen“, bekräftigt Haberlander.

15a B-VG-Vereinbarung läuft im August aus

Die 15a B-VG-Vereinbarung über die Elementarpädagogik zwischen Bund und Ländern sieht vor, dass der Bund Investitionen in die Kinderbildung- und -betreuung, für die die Länder zuständig sind, unterstützt – genauer gesagt regelt die 15a B-VG-Vereinbarung den Umgang und die Bedingungen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme der Zweckzuschüsse. Diese stellen zusätzliche finanzielle Mittel dar, die der Bund den Ländern zur Verfügung stellt.


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