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OÖ. Lieferengpässe und galoppierende Preise bringen ganze heimische Bau-Branche in existenzielle Nöte. Die Situation ist absurd: Trotz guter Auftragslage drohen aufgrund der Probleme Kündigungen und Stillstand auf vielen Baustellen.

Symbolfoto (Foto: AdobeStock/sculpies/Volker Kreinacke)
Symbolfoto (Foto: AdobeStock/sculpies/Volker Kreinacke)

Namhafte deutsche und österreichische Industriebetriebe aus dem Bauhaupt- und Baunebengewerbe haben neuerlich Preisanhebungen von 15 bis 20 Prozent angekündigt. Bei manchen Produkten wurde inzwischen auch ein Auftragsannahmestopp bis zum Herbst 2022 erlassen. „Nur diese beiden Meldungen der jüngsten Vergangenheit lassen in unseren Betrieben die Alarmglocken schrillen“, sagt Norbert Hartl, Landesinnungsmeister Bau OÖ. Nachdem schon in den vergangenen Monaten — ausgelöst durch die Corona-Pandemie — die Beschaffung von Rohstoffen und Baumaterialien zu einer teuren Geduldsprobe geworden ist, haben Lieferengpässe und extreme Preissprünge im Gefolge des Ukraine-Kriegs die Situation für die Betriebe des Bauhaupt-, aber auch des Bauneben- und Bauhilfsgewerbes noch einmal um einige Stufen verschärft.

Weitere Zuspitzung droht

Die Gründe liegen bei fehlenden Vormaterialien und Komponenten. Dazu kommt, dass manche Hersteller aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise die Produktion mancher Baustoffe wegen Unwirtschaftlichkeit ganz einstellen werden oder schon eingestellt haben. „Unsere Mitgliedsbetriebe erhalten teilweise keine Angebote mehr respektive keine verbindlichen Materialpreisauskünfte oder Lieferzusagen“, sagt Hartl. Ein Ende dieser prekären Situation sieht er nicht, im Gegenteil: „Es droht eine weitere Zuspitzung. Auf vielen Baustellen droht die Einstellung der Bautätigkeit und einige Bauunternehmen mussten trotz guter Auftragslage und hoher Nachfrage bereits Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des AMS anmelden.“

Senkung der Mineralölsteuer gefordert

Um die horrenden Preisentwicklungen zumindest einigermaßen abzufedern, fordert Oberösterreichs Bauinnungsmeister Hartl von der Politik ein Aussetzen oder zumindest ein Absenken der Mineralölsteuer auf den EU-Mindestsatz, eine Strompreiskompensation sowie die Einführung eines abgabenbegünstigten „Transportdiesels“ für Werksverkehr, Montage- und Baustellenfahrten analog zum Agrardiesel.

Öffentliche und private Auftraggeber sollen zudem ab sofort Bauaufträge nur noch zu veränderlichen Preisen ausschreiben — Basis soll ein sachlich zutreffender Index sein. Das soll auch dort gelten, wo öffentliche Förderungen wie die Wohnbauförderung zum Einsatz kommen also bei der Gemeinnützige Wohnungswirtschaft.


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