Linzer Stadt-Politik setzt Zeichen für eine diskriminierungsfreie Blutspende
LINZ. Linz ist Teil des „Rainbow Cities Network“, welches sich für die Stärkung der LGBTIQ*-Community einsetzte. In diesem Sinne beschäftigt sich der März-Gemeinderat auch mit dem Blutspendeverbot für schwule Männer.

Blutspenden helfen Leben zu retten und werden auch dazu verwendet, lebenswichtige Arzneimittel herzustellen. Daher rufen Blutspende-Einrichtungen in regelmäßigen Abständen medial dazu auf, Blut zu spenden. Wegen der anhaltenden Pandemie gingen aber zuletzt zunehmend weniger Menschen zur Blutspende. Die Blutkonserven werden deshalb knapp. Umso unnachvollziehbarer ist die Tatsache, dass einer Gruppe nach wie vor die Möglichkeit zur Blutspende verwehrt wird, nämlich homo- und bisexuellen Männern sowie auch transsexuellen Menschen. „Ein Experten-Hearing im Gesundheitsausschuss des Nationalrats hat bestätigt, dass es für die Ungleichbehandlung keine medizinische Begründung gibt. Die zugrundeliegende Verordnung und die damit verbundene Diskriminierung ist somit auch EU-rechtswidrig und umgehend abzuändern“, betont LGBTIQ*-Referentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl. Frankreich hat dies bereits getan.
Gemeinsamer Antrag
Sinnvoller wäre es, das tatsächliche Risikoverhalten abzufragen – zum Beispiel die Anzahl ungeschützter Sexualkontakte – anstatt Fragen zu stellen wie „Hatten Sie in den letzten vier Monaten Sex mit einem männlichen Partner?“. „Es ist unsere Aufgabe und unsere Pflicht als Kommunalpolitiker, derartige Diskriminierung aufzuzeigen und dagegen vorzugehen. Gerade hier darf es nicht um Parteipolitik oder Ideologie gehen, sondern um die Menschen“, ergänzt NEOS-Fraktionsvorsitzender Georg Redlhammer.
„Wir bringen daher eine gemeinsame Resolution in den nächsten Gemeinderat ein, in der wir die österreichische Bundesregierung ersuchen, im Sinne einer freien und offenen Gesellschaft die diskriminierungsfreie Blutspende zeitnahe umzusetzen“, so Blöchl und Redlhammer unisono. „Schwules Blut ist genauso gut!“
Die Linzer Grünen haben bereits angekündigt, den Antrag zu unterstützen.


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