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OÖ/LINZ. Anlässlich des österreichweiten Equal Pension Day (EPD) am 3. August will das Frauenbüro Linz und das Frauenreferat des Landes Oberösterreich für die Thematik sensibilisieren. Der Equal Pension Day bedeutet, dass Männer bereits an diesem Tag die durchschnittliche Jahrespension von Frauen in Österreich erreicht haben. In Oberösterreich ist die Kluft bei den Pensionen noch größer. Dort fällt der EPD nämlich schon auf den 14. Juli.

Oberösterreicherinnen bekommen rund 46 Prozent weniger Pension als Männer (Symbolfoto) (Foto: Volker Weihbold)

Anlässlich des Equal Pension Day verteilen Mitarbeiterinnen des Frauenbüros der Stadt Linz am 2. August 2022 in der Linzer Innenstadt eine Informationsbroschüre zum Thema „Frauen und Pension“ sowie Taschentücherboxen. Sie wollen so auf die Bedeutung einer gerechten Pension aufmerksam machen. Gleichzeitig soll auch das Angebot der präventiven Rechtsberatung für Frauen, das es seit 2012 in Linz gibt, bekannt gemacht werden. Es wird vom städtischen Frauenbüro finanziert und von Juristinnen des autonomen Frauenzentrums in Linz durchgeführt.

Arbeiterkammer fordert Maßnahmen gegen Altersarmut bei Frauen

In einer Aussendung fordert Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl umgehende Maßnahmen: „Wir brauchen genügend Kinderbetreuungsplätze, die Frauen Vollzeitarbeit ermöglichen, und die Aufwertung von Berufen, in denen viele Frauen arbeiten. Das heißt gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit. Höhere Einkommen sind der Schlüssel zu höheren Pensionen“, sagt er.In keiner Altersklasse ist die Armutsgefährdung dermaßen hoch wie bei Frauen ab 65 Jahren. Oberösterreichische Pensionistinnen bekommen mit 1.170 Euro sogar eine um 46,3 Prozent geringere Alterspension als oberösterreichische Pensionisten mit 2.179 Euro. Nur in Vorarlberg ist die Differenz mit 47,8 Prozent noch größer.

Gründe für Ungleichheit und mögliche Lösungen

Die Gründe für die Ungleichheit sind vielfältig. Die Bezahlung in frauendominierten Branchen ist häufig gering, zudem haben Frauen oft unterbrochene Erwerbsverläufe und arbeiten häufiger als Männer in Teilzeit. Dies ist wiederum oft durch fehlende Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsplätze bedingt.Stangl fordert daher den Ausbau von vollzeittauglichen, ganzjährigen Kinderbildungs- und -betreuungsplätzen mit verbindlichen Qualitätsstandards, den Ausbau von öffentlichen Pflege- und Betreuungsplätzen und Vollerwerbstätigkeit oder zumindest Teilzeitarbeit mit möglichst vielen Stunden zur Stärkung der Erwerbseinkommen von Frauen. Zudem müsse aus Sicht der Arbeiterkammer die Arbeit von Frauen in Dienstleistungsbranchen ökonomisch und gesellschaftlich aufgewertet werden.

Wünsche mir verpflichtendes Pensionssplitting

Frauenreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander spricht sich in einer Aussendung für eine weitere mögliche Lösung aus: Beim sogenannten Pensionssplitting kann der arbeitende Elternteil freiwillig den Pensionsanspruch „splitten“ und dem überwiegend Erziehenden bis zur Hälfte abtreten. „Im Sinne der Frauen wünsche ich mir ein verpflichtendes Pensionssplitting. Daher dränge ich auch weiterhin darauf, dass sich die Bundesregierung dem im Regierungsprogramm verankerten Thema des automatischen Pensionssplittings aktiv annimmt“, betont Haberlander.

Sensibilisierung für Finanzen, Pension und mehr Selbstvertrauen

Zur Sensibilisierung für das wichtige Thema Finanzen brauche es mehr Information, und die Folgen müssten bewusst gemacht werden. Das Frauenreferat des Landes Oberösterreich gestaltet in diesem Zusammenhang eine Broschüre zum Thema Frauen und Geld, die ab Herbst Frauen und Mädchen in dieser wichtigen Angelegenheit mit Ratschlägen, Tipps und Tricks unterstützt.

„Es braucht eine Sensibilisierung der Frauen für das Thema Pension. Viele Frauen sind sich nicht darüber bewusst, was es bedeutet, lange in Teilzeit zu arbeiten. Frauen müssen sich auch selbst mehr zutrauen. Frauen dürfen und müssen eine gerechte Entlohnung für ihre Leistung fordern und müssen bei Verhandlungen auch selbstbewusst sein. Schon jungen Mädchen müssen wir das mit auf den Weg geben“, so Haberlander abschließend.


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