Magistratsbericht: Weitere Maßnahmen zur Einkommensgleichheit geplant
LINZ. Der aktuelle Einkommensbericht 2021 des Magistrats vergleicht das Einkommen von Frauen und Männern. Bei Neubesetzungen sind die Gehälter ausgeglichen, insgesamt ist das Einkommen von Frauen jedoch geringer als jenes von Männern.

Eine Maßnahme aus dem Frauenförder- und Gleichstellungsprogramm 2020 - 2025 ist die jährliche Erstellung von Einkommensberichten. Im aktuellen Bericht zeigt sich, dass durch das neue Gehaltsschema nach Funktionslaufbahnen bei Neubesetzungen die Gehälter von Frauen und Männern ausgeglichen sind. Dennoch ist insgesamt das Einkommen von Frauen geringer. Dies lässt sich auf strukturelle Gründe zurückführen.
Frauen sind häufiger in Teilzeit
Personalreferentin Vizebürgermeisterin Tina Blöchl spricht einen wesentlichen Grund an: Mehr als die Hälfte der im Magistrat tätigen Frauen sind teilzeitbeschäftigt, bei den Männern sind es 15 Prozent. Dazu meint Bürgermeister Klaus Luger: „Wir haben familienfreundlichere Angebote zu entwickeln, jede Stunde mehr, die geleistet wird, die Richtung Vollzeit geht, ist für uns als Arbeitgeber wertvoll. Durch den Generationenwechsel benötigen wir die Fachkräfte“. Denn dem Magistrat steht eine Pensionierungswelle bevor. Die Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger bestätigt dies, der Magistrat sei zudem mit einem hohen Personalwechsel konfrontiert. Sie wolle Frauen nicht auf Familie und Beruf reduzieren, die Stadt Linz müsse als Arbeitgeber auch auf andere Bedürfnisse eingehen. In der Kinderbetreuung sei Linz bereits Vorreiterin, doch müsse auch intern mehr Ermutigung von Frauen für Führungsaufgaben stattfinden.
Frauen sind häufiger in schlechter bezahlten Positionen tätig
Diese Maßnahme - gemeinsam mit der internen Förderung von Frauennetzwerken - soll einem weiteren Problem entgegenwirken: Frauen sind - auch im Magistrat - überdurchschnittlich häufig in Positionen mit schlechterer Gehaltseinstufung tätig. In Berufsgruppen mit einer guten Zulagen- und Nebengebührensituation, wie etwa der Feuerwehr, sind derzeit keine Frauen angestellt. Bei der Einkommensanalyse verdienen Frauen um 21 Prozent weniger, das neue Gehaltsschema bewirkt jedoch eine merkliche Verbesserung. „Finanzielle Abgeltung von Leistung spiegelt auch die Wertehaltung in einer Gesellschaft wider. Wir als Stadt Linz haben uns zum Gleichstellungsgrundsatz bekannt. Es freut mich, dass wir bei den Neubesetzungen durch unser Vorgehen fair und gleich entlohnen“, so Vizebürgermeisterin Blöchl.
Zahlen spiegeln gesellschaftliche Verhältnisse wieder
Frauenstadträtin Eva Schobesberger sieht die Stadt Linz Magistratsintern auf einem guten Weg, jedoch seien die gesamtgesellschaftlichen Probleme aus den Zahlen ablesbar: Zu 98,2 Prozent würden Frauen die Elternkarenz in Anspruch nehmen, im letzten Jahr seien von 15 Männern in Karenz acht in Bildungskarenz gewesen. Die hohe Teilzeitquote unter Frauen sei deswegen so dramatisch, weil sie die Schieflage der Geschlechtergleichheit verstärken würde. „Männer sind dort wo es um Macht und Geld geht, Frauen wo es um unbezahlte Sorgearbeit geht“, so Schobesberger. Als positiv hebt sie jedoch hervor, dass im Magistrat die Einkommensgerechtigkeit mit hohem Engagement betrieben werde.
Homeoffice als „Falle für Frauen“
Die Magistratsdirektorin Ulrike Huemer sieht das Magistrat ebenfalls auf einem guten Weg, es seien gute Maßnahmenpakete geschnürt worden. Die Stadt Linz sei als Arbeitergeber gefordert eine Flexibilität zu bieten, gerade, was die Arbeitszeit und den Arbeitsort betreffe. Homeoffice sei ein wesentliches Thema, jedoch weist sie darauf hin, dass dies für Frauen zur „Falle“ werden könne. Damit spricht sie den Umstand an, dass Betreuungspflichten ohnehin schon überdurchschnittlich von Frauen wahrgenommen werden, Homeoffice könne dies noch verstärken. Schobesberger weist auf einen weiteren Punkt hin: „Wir müssen bei den Männern ansetzen und alte Rollen nicht weiter tradieren. Die Männer müssen motiviert werden, die Betreuungsarbeit zu übernehmen, es tut Männern auch gut, verstärkt Familienarbeit zu leisten“.
Weitere Schritte in Richtung Gleichstellung
Der Magistrat zieht aus dem Einkommensbericht Schlüsse für ein Maßnahmenpaket, dass weitere Schritte in Richtung Gleichstellung setzt. „Der Frauenanteil am Arbeitsmarkt ist nach wie vor nicht ausgeschöpft. Wir treffen darum aktiv Maßnahmen, die Frauen ermächtigen, sich für mehr Erwerbsarbeitsstunden zu entscheiden, Führungsverantwortung zu übernehmen und lange und beständige Karrieren anzustreben. Wir als Magistrat der Stadt Linz, der für Gleichbehandlung aller Menschen steht, bieten darum flexible Arbeitszeiten, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich machen. Wir betreiben aktives Talente-Management und fördern Frauennetzwerke“, fasst Vizebürgermeisterin Blöchl die wichtigsten Maßnahmen zusammen.


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