Hilfen für leistbar(er)es Wohnen
OÖ. Wohnen wird immer teurer. Im Tips-Gespräch mit Alexandra Mittermayr informiert Wohnbaureferent Manfred Haimbuchner über die Entwicklungen in OÖ.

Tips: Wie entwickelt sich das Projekt „Junges Wohnen“, das Sie ins Leben gerufen haben?
Manfred Haimbuchner: Das „Junge Wohnen“ wird sehr gut angenommen. Wir haben die Erfahrung, dass wir diese Wohnungen Minimum dreimal, oftmals fünfmal vergeben könnten. Es handelt sich dabei um günstige Wohnungen, die abgespeckt wurden und zum Beispiel keinen Lift haben. Wir werden versuchen, das Projekt, trotz erhöhter Baukosten, weiter zu verfolgen. Um hier eine Wohnung zu bekommen, ist der sicherste Weg für junge Menschen, sich bei den Genossenschaften vormerken zu lassen und bei den Bauträgern nachzufragen.
Tips: Welches leistbare Wohnangebot und welche finanziellen Hilfen gibt es in Oberösterreich?
Haimbuchner: Die Wohnbeihilfe ist ein Mietenzuschuss für Personengruppen, die sich eine Wohnung aus eigener Kraft nicht leisten können. Im Jahr 2021 haben wir damit über 25.000 Haushalte unterstützt. Dann gibt es noch die geförderten Wohnungen, die mit einer besonderen Unterstützung des Landes errichtet wurden und für die es eine Begrenzung der Quadratmetermiete gibt. Wenn man Wert auf Eigentum legt, wird man sich eher auf eine geförderte Eigentumswohnung oder Miet-Kauf-Wohnung konzentrieren. Der Eigenheimbereich, der klassische Häuslbauer, hat es derzeit sehr schwer.
Tips: Mit Jahreswechsel wird bei der Wohnbeihilfe wegen der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten ein Teuerungsfreibetrag eingeführt. Wie schaut dieser aus?
Haimbuchner: Zusätzlich zur Anhebung der Einkommensgrenzen an den Ausgleichszulagenrichtsatz wird ein Freibetrag in Höhe von 100 Euro pro Haushalt und Monat eingeführt. Wer mehr arbeitet, um die Teuerung zu bewältigen, wird auch den Mehrverdienst für seine Leistungen behalten können. Der Ausgleichszulagenrichtsatz, den beispielsweise Mindestpensionistinnen erhalten (meist sind es Frauen in der Altersarmut), wird jährlich erhöht. Analog dazu wird auch die Wohnbeihilfe jedes Jahr erhöht.
Tips: Die Gesamtausgaben der Wohnbeihilfe sind massiv gesunken, woran liegt das?
Haimbuchner:Das ist ganz einfach erklärbar und hat mit der konjunkturellen Entwicklung zu tun: Es gab weniger Antragsteller. Und wir haben bei den Drittstaatsangehörigen strenge Voraussetzungen eingeführt. Von 2019 bis 2021 sind die Mieten im Schnitt um 0,36 Prozent gestiegen, die Betriebskosten um über acht Prozent. Wenn wir von der Wohnbeihilfe sprechen, dann reden wir immer von der Bezuschussung des Wohnungsaufwands, der Miete. Die Kostentreiber sind nicht im Wohnbau zu suchen, sondern bei den Betriebs- und Energiekosten.


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