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LINZ. Das Ziel des Pilot- und Forschungsprojekts „UnLock4All“ ist es, Barrieren abzubauen und die Paketabholung zu erleichtern. Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen lud dazu heute gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Luger zur Präsentation der ersten barrierefreien Paketstation in Linz.

Von links: Bürgermeister Klaus Luger, Matthias Steinbauer vom unlock4all-Projektpartner Variocube GmbH und Projektleiter Stefan Schönfelder (WU Wien) (Foto: Thomas Stockhammer/Hilfsgemeinschaft)

Der Projektname „Unlock 4 All“ lässt sich sinngemäß mit „Aufschließen für alle“ übersetzen. Konkret geht es in diesem Fall um das Aufschließen von Paketfächern. Diese sind in Zeiten eines rasant wachsenden Online-Handels eine bequeme Möglichkeit, Pakete flexibel abzuholen, die man nicht zuhause entgegennehmen kann.

Für Menschen mit Beeinträchtigung sind Paketshops jedoch oft alles andere als bequem: zu hoch gelegene Paketfächer stellen für Rollstuhlfahrer eine Hürde dar, für blinde und sehbehinderte Personen ist die Bedienung des Touch-Terminals eine große Herausforderung. Für gehörlose Menschen ist nicht erkennbar, ob und wann sich ein Fach öffnet, für blinde Personen unmöglich zu erkennen, welches Fach.

Linzer sind ab 5. Juni zum kostenlosen Testen der Paketstation eingeladen

Um diesen Problemen entgegenzuwirken haben vier österreichische Unternehmen unter der Leitung von Sebastian Kummer von der Wirtschaftsuniversität Wien das Projekt „UnLock4All“ gestartet. Damit soll eine barrierefreie, flexible und zudem klimafreundliche Paketabholung für alle ermöglicht werden. Die Paketstation startet vorerst als Pilotprojekt ab 5. Juni 2023 bei der Hilfgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs in der Anzengruberstraße 6 in Linz. Alle interessierten Linzerinnen und Linzer - ob mit oder ohne Behinderung - sind ab diesem Termin zum kostenlosen Ausprobieren der Paketstation eingeladen.

Elmar Fürst, Vorstandsvorsitzender der Hilfsgemeinschaft, sagt: „Gute Lösungen in der Logistik sind barrierefrei und inklusiv. Unsere Paketstation mit den white-label Empfangsboxen bietet eine in jeder Hinsicht zugängliche Lösung und ist universell funktional. Das Konzept ist umweltfreundlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich nachhaltig und somit absolut auf der Höhe der Zeit.“

So funktioniert das Konzept

Das Konzept umfasst mehrere Punkte. So sollen Pakete in ein gewünschtes Fach bei einer selbst gewählten Paketstation bestellt werden können, damit Rollstuhlfahrer die Pakete selbst aus dem Fach nehmen können. Die Paketstation selbst soll durch Beschilderungen, Leitlinien, unterfahrbare Bedienfelder und Monitore mit guter Auflösung, Sprachausgabe etc. in allen Aspekten barrierefrei gestaltet werden. Ein Mobilitätskonzept soll Hilfe beim Abholprozess bringen, so sind elektrische, einspurige Fahrzeuge für den Transport nach Hause vorgesehen, die man sich im Voraus reservieren kann. Entwickelt wurde die Paketstation zusammen mit betroffenen Personen in einem offenen Dialog. Nutzbar sein soll sie nach dem „WhiteLabel“-Prinzip von allen Paket- und Zustelldiensten als auch für Click&Collect-Angebote.

„Mit diesem neuen Produkt und Projekt, welches auf großteils oberösterreichischer Innovation basiert, schaffen wir Verbesserungen für Menschen mit Beeinträchtigungen. Inklusion und Barrierefreiheit zählen ebenso zu den wesentlichen Eckpfeilern einer lebenswerten, modernen Stadt. Die zusätzliche Mobilitätslösung bietet zudem Vorteile auch für Nicht-Beeinträchtigte.“, sagt Bürgermeister Klaus Luger.


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