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Reaktionen auf die Freistellung von LIVA-Vorstandsdirektor Dietmar Kerschbaum

Anna Fessler, 15.03.2024 16:21

LINZ. Der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig: nur eine Woche vor den Jubiläumsfeierlichkeiten des Brucknerhauses wird dessen Intendant Dietmar Kerschbaum vom Dienst freigestellt, weil es Vorwürfe gegen ihn aufzuklären gilt. Die Linzer Parteien fordern eine rasche Aufklärung, Neos-Fraktionsvorsitzender Georg Redlhammer wirft nun dem Liva-Aufsichtsrat vor, dass dieser versagt habe.

Der LIVA-Aufsichtsrat tagte am Freitag, um über die Zukunft des Brucknerhaus-Intendanten Dietmar Kerschbaum (siehe Bild) zu entscheiden. Georg Redlhammer (Neos) wirft dem Aufsichtsrat Versagen vor. (Foto: TEAM FOTOKERSCHI.AT / WERNER KERSCHBAUMMAYR)

Dietmar Kerschbaum ist in seiner Funktion als künstlerischer Vorstandsdirektor der Linzer Veranstaltungsgesellschaft (LIVA) freigestellt, das gilt ebenfalls für den kaufmännischen LIVA-Vorstand Rainer Stadler. Dies sei keine Vorverurteilung, sondern diene der lückenlose Aufklärung.

Neos Linz-Fraktionsvorsitzender Redlhammer: „Aufsichtsrat hat versagt“

Die Freistellung sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Georg Redlhammer, Fraktionsvorsitzender der Neos Linz. Er sieht sich darin bestätigt, dass Kerschbaum nicht mehr tragbar sei. Dem LIVA-Aufsichtsrat wirft er Versagen vor: „Ich fordere eine transparente und kritische Auseinandersetzung mit dem Aufsichtsrat der LIVA. Das bedeutet auch eine Einsicht in die Protokolle des Aufsichtsrates. Wer wusste was offiziell? Sind dort kompetente Menschen, die verstehen, um was es geht? Können sie die richtigen, vor allem wirtschaftlichen Fragen stellen?“ Für das Brucknerhaus bestehe nun die Chance die Finanzen wieder auf Kurs zu bringen, der neue kaufmännische Geschäftsführer könne „von Altlasten befreit sein Sanierungsprogramm durchziehen“.

Grünen-Gemeinderat Svoboda: „Künstler und Mitarbeiter haben lückenlose Aufklärung verdient“

Der Grüne Gemeinderat und LIVA-Aufsichtsratsmitglied Michael Svoboda teilte via Aussendung mit, dass der Aufsichtsrat weitere Schritte gesetzt habe, „um die Aufklärung der Geschehnisse weiter lückenlos voranzutreiben.“ Das hätten sich die betroffenen Künstler und Mitarbeiter des Brucknerhauses verdient. Mit den weiteren Schritten ist wohl gemeint, dass sämtliche Geschäftsfelder der LIVA einer Compliance-Prüfung unterzogen werden und das komplexe Vertragswerk rund um Opus 3 Artists geprüft werden soll. Zudem hat Bürgermeister und LIVA-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Luger (SPÖ) eine Sonderprüfung des Kontrollamts beantragt.

FPÖ-Gemeinderat Danner: Aufarbeitung durch externe und unabhängige Experten

Der Linzer FPÖ-Gemeinderat Manuel Danner meint, die Freiheitlichen seien von Beginn an dafür eingetreten, „die Sache unter Zuhilfenahme externer und unabhängiger Experten Punkt für Punkt abzuarbeiten und dann über die weitere Vorgangsweise faktenbasiert zu entscheiden. Wir befürworten die bisherige inhaltliche Ausrichtung des Brucknerhauses und wollen weiterhin ein Programm, das ein breites Publikum anspricht. Das Brucknerjahr würde dafür eine gute Gelegenheit bieten, das wird nun leider überschattet. Wichtig ist, dass ein nachhaltiger Schaden an dieser wichtigen Linzer Kultureinrichtung abgewendet wird.“ Luger sei gefordert, die umfassende Aufklärung proaktiv voranzutreiben.


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