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Mehr Unfälle mit Radfahrern in Linz: Kreuzung Hauptplatz/Nibelungenbrücke soll entschärft werden

Anna Fessler, 23.10.2024 13:26

LINZ. Die Verkehrssicherheit in Linz hat sich für Fußgänger verbessert, um 20 Prozent sind die Unfälle hier zurückgegangen – bei den Radfahrern hingegen ist die Zahl gestiegen. Welche Maßnahmen der zuständige Verkehrsreferent Martin Hajart (VP) setzen will: 

  1 / 2   Mit den zusätzlichen Radstreifen auf der Nibelungenbrücke sollen auch die Übergänge für Fußgänger und Radfahrer verbreitert werden. Auch soll die Ampel nicht mehr gleichzeitig für Radfahrer und Rechtsabbieger auf Grün stehen. (Foto: Volker Weihbold)

Die gute Nachricht zuerst: Insgesamt sind die Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Linz seit 2017 um sechs Prozent zurückgegangen. Das trotz gestiegener Kfz-Zahlen. Vergangenes Jahr gab es eine tödlich verunglückte Person im Linzer Straßenverkehr zu beklagen. Statistische Ausreisser sind die Jahre 2020 und 2021, bedingt durch die Lockdowns während der Covid-Pandemie: in diesen Jahren gab es die wenigsten Unfälle mit Leicht- und Schwerverletzten Personen. Durchgeführt wurde die Analyse vom Epigus-Institut unter der Leitung von Ernst Pfleger.

E-Scooter gelten als Fahrräder

Die Unfallzahlen bei den Radfahrern hingegen weisen nach oben: waren es im Jahr 2017 noch 206 Unfälle, lag die Zahl vergangenes Jahr bei 346. Sowohl bei den verunglückten Kindern als auch bei den Senioren auf dem Rad sind die Unfälle gestiegen. Hajart sieht dafür auch den höheren Radfahranteil und die gestiegene Zahl der Elektroräder verantwortlich. Auch eine Rolle spielt, dass E-Scooter in der Statistik als Fahrräder gezählt werden.

Fokus auf Kinder und Senioren

„Die Schlüssel für eine weitere Senkung der Unfallzahlen liegen in der von mir initiierten Fahrradstrategie und im ebenfalls vom Mobilitätsressort initiierten Masterplan Gehen, mit denen der Verkehr in Linz noch sicherer gemacht werden soll,“ sagt Hajart. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Kindern und Senioren. Dazu werden von der Linzer Mobilitätsabteilung Schulwegpläne für die Volksschulen erstellt – konkret werden dabei gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit und der Versicherung AUVA Gefahrenstellen rund um Schulen identifiziert und entsprechend gegengesteuert.

Temporeduktionen im Bereich von Schulen sind ein Beispiel, vor der Michael Reitter Schule etwa wurde das Tempolimit von 50 km/h auf 30 km/h gesenkt. In Urfahr wird demnächst ein Schutzweg an der Kreuzung Knabenseminarstraße/Petrinumstraße umgesetzt. Auch gibt es in Linz bereits 20 Zebrastreifen, die für eine bessere Sichtbarkeit mit einem roten Rahmen eingefärbt sind (etwa in der Khevenhüllerstraße).

Verbesserungen bei Nibelungenbrücke/Hauptplatz

Auch gibt es von der Stadt Linz bereits eine Untersuchung zu Stellen, an denen sich Unfälle häufen. Dazu zählt auch die Kreuzung Hauptplatz – Nibelungenbrücke. Hier soll mit der Verbreiterung des Radwegs auch der Übergang für Fußgänger und Radfahrer verbreitert werden, zusätzlich sollen die gleichzeitigen Grünphasen aufgelöst werden. Derzeit haben rechtsabbiegende Autos und Radfahrer von der Brücke Richtung Hauptplatz fahrend eine gemeinsame Grünphase, was zu gefährlichen Situationen führt. Künftig wird dies nicht mehr der Fall sein.

Mehr lesen: Verkehrssicherheit: Stadt Linz untersucht 22 Stellen, an denen sich Unfälle häufen

Blickpunkt-Brillenaktion: Kinder schauen nicht Richtung Verkehr

Ebenfalls investiert das Mobilitätsressort in eine bessere Beleuchtung und hat eine Blickpunkt-Brillenaktion durchgeführt, etwa mit Kindern der Schule im Franckviertel. Dazu setzten die Kinder eine Spezialbrille auf, die genau analysiert, wo die Kleinen hinschauen. Laut Ernst Pfleger, Experte für Verkehrssicherheit, schauen sie jedenfalls nicht vollständig in Richtung des Verkehrs: „Kinder, die den Kopf nicht Richtung Verkehr drehen, können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nicht richtig einschätzen und auch Gefahren nicht erkennen. Das ist bei der Querung von Fahrbahnen aber entscheidend.“ Auch bei Erwachsenen sei es eine Täuschung, dass man alles im Blick habe, bei einer Vielzahl von Informationen könne man gar nicht alles wahrnehmen, „wir sind keine Wunderwuzzis“, sagt Pfleger.

Das gemeinsame Fazit von Hajart und Pfleger: „Es gibt viel zu tun.“ Und: es braucht ein Paket an Maßnahmen, das neben den bereits erwähnten Schritten Änderungen der Infrastruktur und Bewusstseinsbildung enthält.

Grüne kritisieren Aufschub der zusätzlichen Radspuren auf der Nibelungenbrücke

Die Grünen üben in einer Aussendung Kritik: Linz habe großen Aufholbedarf in puncto Sicherheit des Radverkehrs. Umso enttäuschender sei, dass Hajart die angekündigten Verbesserungen auf der Nibelungenbrücke auf kommendes Jahr verschoben habe, so Klubobmann Helge Langer.


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