Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

LINZ. (Update) In der Stadt Linz ist eine Debatte um die Schwimmkurs-Förderung des Landes OÖ entbrannt. 

 (Foto: Elena/stock.adobe.com)
(Foto: Elena/stock.adobe.com)

Im Rahmen der OÖ Familienkarte fördert das Land OÖ gemeinsam mit der Sportunion OÖ auch heuer Schwimmkurse für Familien. Die Linz AG Bäder hätten das Angebot jedoch erneut abgelehnt, kritisieren Landeshauptmann-Stv. Familienreferent Manfred Haimbuchner (FPÖ) und Stadtrat Michael Raml (FPÖ). „Gerne hätten wir ein einheitliches Angebot mit der OÖ Familienkarte für den gesamten oberösterreichischen Raum geschaffen, vor allem in Anbetracht der prekären finanziellen Situation der Landeshauptstadt wäre dies eine kostenschonende Lösung für die Stadt gewesen“, so Haimbuchner.

Bereits letztes Jahr hätten einige Kinder deshalb auf ihren Schwimmkurs verzichten müssen: Wetterbedingt hätte ein Schwimmkurs vom Freibad Traun in die Linz AG Hallenbäder verlegt werden müssen. Man habe sich jedoch quer gestellt und der Schwimmkurs unter erschwerten Bedingungen und geringerer Teilnehmeranzahl stattfinden müssen.

„Seitens des Landes und der Sportunion wurde versucht, in diesem Fall eine tragbare Lösung für die Kinder zu finden, leider stieß unser Anliegen auf taube Ohren bei der Stadt Linz, obwohl laut einer Kassamitarbeiterin das Lehrschwimmbecken verfügbar gewesen wäre. Eine ernüchternde Situation, immerhin mussten einige Kinder deshalb auf ihren Schwimmkurs verzichten“, so Haimbuchner.

Linz AG hat nie Förderangebot erhalten

Die Linz AG reagiert auf die Kritik: Man habe nie ein Schwimmkurs-Förderangebot des Landes OÖ erhalten und daher auch nicht abgelehnt. 

Lediglich eine verspätete Beschwerde des Landeshauptmann-Stv. Haimbuchner sei  im Oktober 2025 eingegangen, weil ein Schwimmkurs von Traun nicht kurzfristig ins Hallenbad der Erlebnisoase Schörgenhub verlegt werden konnte. Die Hallenbäder der Linz  AG seien grundsätzlich sehr gut besucht, bei schlechtem Wetter umso mehr. Eine so kurzfristige Nutzung sei nicht möglich gewesen.

Jährlich rund 200 Schwimmkurse in den Linz AG Bädern

Zumal schöpfe das Schwimmkursangebot der Linz AG Bäder alle Kapazitäten längst aus. Die Vereine Nessi und Swim & Fun führten 2025 158 Kurse (davon 32 Babyschwimmkurse) durch. In Kooperation mit der Stadt Linz finden seit 2024 zusätzlich zwischen 40 und 50 Kurse statt. Hinzukommen noch Kurse von Schulen aus Linz und dem Umland. 

Die Förderung des Landes OÖ beziehe sich zudem ausschließlich auf Kurse, die von Sportunion-Vereinen durchgeführt werden und schließe ambitionierte Vereine ohne Dachverbandszugehörigkeit komplett aus. 

Auch die Linzer Vizebürgermeisterin Karin Leitner (SPÖ) meldet sich zu Wort. Dass Linz ein Angebot des Landes zur Schaffung eines neuen, von der Sportunion durchgeführten Schwimmkurses für Linzer Kinder ausgeschlagen habe, stimmt nicht. Den Vorwurf, dass ein Linz AG Bad einspringen hätte sollen, obwohl es bereits ausgelastet war, sieht sie als „Paradebeispiel dafür, wie die Linzer Bäderinfrastruktur für Bedarfe im Umland einspringen soll.“ 

Schwimmkurs-Förderung: Linz bleibt außen vor 

Die SPÖ Linz bringt im Gemeinderat am 2. Juli nun eine Resolution an das Land OÖ ein: Darin geht es nicht nur um die Aufnahme der Statutarstädte, wie Linz eine ist, in die Bäderfinanzierung des Landes, sondern auch um die Einbeziehung der Stadt Linz in das geförderte Schwimmkurs-Programm des Landes, damit auch Linzer Kinder zum niedrigen Selbstbehalt schwimmen lernen können.

Leitner betont, man habe in Linz längst etablierte, gut ausgelastete Schwimmkurse – dafür brauche man die Landesförderung, nicht für einen zusätzlichen Kurs in ohnehin ausgelasteten Bädern. „Derselbe Kurs, den die Linz AG gemeinsam mit den Linzer Schwimmvereinen anbietet, kostet die Eltern hier rund 186 Euro – wobei die Stadt Linz diese Kosten für Aktivpass-Besitzer*innen um die Hälfte reduziert – statt 25 Euro am Land“, so Leitner. 

Auch sie kritisiert: „Der Grund, warum unsere bewährten Kurse bislang leer ausgehen, liegt im Fördersystem selbst: Das Land unterstützt ausschließlich Kurse der Sportunion Oberösterreich. Genau das wollen wir mit unserem Antrag ändern: gleichberechtigte Förderung für alle Kinder in Oberösterreich unabhängig der Vereine.“ 

Kehrtwende der Stadt Linz 

Für Haimbuchner ist der Antrag ein „politisches Kuriosum“: „Die Linz Bäder, die sich zu hundert Prozent im Eigentum der Stadt Linz befinden, lehnen zuerst unser Angebot einer Kooperation ab. Und dann stellt die Vizebürgermeisterin einen Antrag, dass die Linz AG doch bitte in dieses Programm aufgenommen werden sollen.“

Der Linzer Sicherheits-Stadtrat Raml sagt dazu: „Hier weiß die linke Hand offensichtlich nicht, was die rechte Hand macht. Für mich steht die Sicherheit unserer Kinder an erster Stelle. Eine gemeinsame Lösung zwischen Stadt und Land wäre nicht nur im Interesse der Familien gewesen, sondern hätte auch Synergien geschaffen und Kosten gespart. Das Familienreferat wollte die Linz AG Bäder von Anfang an einbinden. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass man sich seitens der Stadt zuvor informiert, bevor man Anträge stellt, die eigentlich nie notwendig waren. Man hätte das Angebot des Landes auch einfach annehmen können.“

Update: Sachverhalte aus Sicht der Sportunion OÖ

Die Sportunion OÖ ist Projektträger und Umsetzer des Programms „Sicher Schwimmen lernen im Sommer“ und daher auch Ansprechpartner für potenzielle Kooperationspartner. Aus diesem Grund habe man die Linz AG bereits für die diesjährige Durchführung kontaktiert und um Bekanntgabe der Voraussetzungen für eine mögliche Zusammenarbeit ersucht, da man gerne, wie auch bereits 2025, in Linz wieder Schwimmkurse anbieten möchte. Eine entsprechende Rückmeldung liege bislang nicht vor. Sie sei einfach ignoriert worden.

Ebenso wolle man klarstellen, dass sich das Förderprogramm nicht an Mitglieder von Sportunion-Vereinen richte. Teilnahmeberechtigt sind alle Kinder der definierten Altersgruppe unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft oder Zugehörigkeit zu einem Sportverein.

Weiters würden sich die Schwimmkurse deutlich von klassischen Vereinskursen unterscheiden. Viele Schwimmvereine würden mehrwöchige oder über mehrere Monate laufende Kurse anbieten, bei denen Kinder systematisch das Schwimmen erlernen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Diese Kurse seien hingegen als kompakte Sommerferien-Intensivkurse konzipiert und umfassen fünf Einheiten zu je 50 Minuten innerhalb einer Woche. Der Fokus liegt dabei gezielt auf Nicht-Schwimmern und Kindern mit sehr geringen Schwimmkenntnissen. Ziel ist es, Kindern erste Sicherheit im Wasser zu vermitteln, grundlegende Wasserkompetenz aufzubauen und das sichere Über-Wasser-Halten zu erlernen.

Die Sportunion sei jederzeit bereit, gemeinsam mit der Stadt Linz und der Linz AG über mögliche Kooperationsmodelle Gespräche zu führen. Es müsse gemeinsames Ziel sein, möglichst vielen Kindern den Zugang zu qualitativ hochwertigen und leistbaren Schwimmkursen zu ermöglichen. Im Mittelpunkt sollen dabei nicht unterschiedliche organisatorische Zuständigkeiten stehen, sondern die Frage, wie wir gemeinsam noch mehr Kindern das sichere Schwimmenlernen ermöglichen können.

Update: Ergänzung der Linz AG

Die LINZ AG bestätigt die Aussage kein Schwimmkurs-Förderangebot des Landes OÖ erhalten zu haben. Nach nochmaliger Überprüfung sei jedoch ein Schreiben der Sportunion an die Linz AG Bäder von Anfang des Jahres aufgetaucht, in dem es allerdings nicht um ein Förderangebot für die Linzer Schwimmkurse ging, sondern um ein Reservierungsansuchen für Trainingszeiten für ein bis zwei Schwimmkurse.

Um die derzeitige Debatte im Sinne der Schwimmkurse und der teilnehmenden Kinder abzukürzen, wird die Linz AG heute, 3. Juli, ein entsprechendes Ansuchen um Förderung der Linzer Kurse an Landeshauptmann-Stv. Haimbuchner schicken.

Informationen zu den vom Land geförderten Kursen und zur Anmeldung finden Eltern unter www.familienkarte.at.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

583 Fälle von illegaler Müllentsorgung in Linz seit Jahresbeginn

583 Fälle von illegaler Müllentsorgung in Linz seit Jahresbeginn

LINZ. Illegale Müllablagerungen beschäftigen den Ordnungsdienst der Stadt Linz weiterhin. Seit Jahresbeginn wurden bereits 583 Fälle verzeichnet. ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Bolt vermittelt Taxifahrten erstmals auch in Linz

Bolt vermittelt Taxifahrten erstmals auch in Linz

LINZ. Taxi gefällig? Die Mobilitätsplattform Bolt startet seine Fahrdienst-Vermittlung (auch Ride-Hailing-Service genannt) ab sofort in Linz.  ...

Tips - total regionalNora Heindl
Die voestalpine startet solide ins Geschäftsjahr 2026/27

Die voestalpine startet solide ins Geschäftsjahr 2026/27

LINZ. Die voestalpine ist mit höheren Umsätzen und deutlich besseren Ergebnissen in das Geschäftsjahr 2026/27 gestartet, zeigen die am Mittwoch ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Stadt Linz plant Fütterungsverbot für Tauben

Stadt Linz plant Fütterungsverbot für Tauben

LINZ. Durch Tauben Verschmutzte Balkone, Fensterbänke und Wohnbereiche sorgen in Linz immer wieder für Beschwerden. Die Stadt plant nun ein ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Linzer Lehrlinge zählen zu Oberösterreichs besten Gärtnern

Linzer Lehrlinge zählen zu Oberösterreichs besten Gärtnern

LINZ. Marcel Grafinger und Jakob Schimpl haben beim Landeslehrlingswettbewerb der Gärtner gute Platzierungen erreicht. Die beiden Lehrlinge ...

Tips - total regionalNagy Michelle
Linz plant Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen

Linz plant Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen

LINZ. Die Stadt Linz will ein Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen einführen. Gesundheits- und Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) ...

Tips - total regionalKarin Seyringer
Weitere Beiträge