Debatte um geförderte Schwimmkurse in Linz
LINZ. In der Stadt Linz ist eine Debatte um die Schwimmkurs-Förderung des Landes OÖ entbrannt.

Im Rahmen der OÖ Familienkarte fördert das Land OÖ gemeinsam mit der Sportunion OÖ auch heuer Schwimmkurse für Familien. Die Linz AG Bäder hätten das Angebot jedoch erneut abgelehnt, kritisieren Landeshauptmann-Stv. Familienreferent Manfred Haimbuchner (FPÖ) und Stadtrat Michael Raml (FPÖ). „Gerne hätten wir ein einheitliches Angebot mit der OÖ Familienkarte für den gesamten oberösterreichischen Raum geschaffen, vor allem in Anbetracht der prekären finanziellen Situation der Landeshauptstadt wäre dies eine kostenschonende Lösung für die Stadt gewesen“, so Haimbuchner.
Bereits letztes Jahr hätten einige Kinder deshalb auf ihren Schwimmkurs verzichten müssen: Wetterbedingt hätte ein Schwimmkurs vom Freibad Traun in die Linz AG Hallenbäder verlegt werden müssen. Man habe sich jedoch quer gestellt und der Schwimmkurs unter erschwerten Bedingungen und geringerer Teilnehmeranzahl stattfinden müssen.
„Seitens des Landes und der Sportunion wurde versucht, in diesem Fall eine tragbare Lösung für die Kinder zu finden, leider stieß unser Anliegen auf taube Ohren bei der Stadt Linz, obwohl laut einer Kassamitarbeiterin das Lehrschwimmbecken verfügbar gewesen wäre. Eine ernüchternde Situation, immerhin mussten einige Kinder deshalb auf ihren Schwimmkurs verzichten“, so Haimbuchner.
Linz AG hat nie Förderangebot erhalten
Die Linz AG reagiert auf die Kritik: Man habe nie ein Schwimmkurs-Förderangebot des Landes OÖ erhalten und daher auch nicht abgelehnt.
Lediglich eine verspätete Beschwerde des Landeshauptmann-Stv. Haimbuchner sei im Oktober 2025 eingegangen, weil ein Schwimmkurs von Traun nicht kurzfristig ins Hallenbad der Erlebnisoase Schörgenhub verlegt werden konnte. Die Hallenbäder der Linz AG seien grundsätzlich sehr gut besucht, bei schlechtem Wetter umso mehr. Eine so kurzfristige Nutzung sei nicht möglich gewesen.
Jährlich rund 200 Schwimmkurse in den Linz AG Bädern
Zumal schöpfe das Schwimmkursangebot der Linz AG Bäder alle Kapazitäten längst aus. Die Vereine Nessi und Swim & Fun führten 2025 158 Kurse (davon 32 Babyschwimmkurse) durch. In Kooperation mit der Stadt Linz finden seit 2024 zusätzlich zwischen 40 und 50 Kurse statt. Hinzukommen noch Kurse von Schulen aus Linz und dem Umland.
Die Förderung des Landes OÖ beziehe sich zudem ausschließlich auf Kurse, die von Sportunion-Vereinen durchgeführt werden und schließe ambitionierte Vereine ohne Dachverbandszugehörigkeit komplett aus.
Auch die Linzer Vizebürgermeisterin Karin Leitner (SPÖ) meldet sich zu Wort. Dass Linz ein Angebot des Landes zur Schaffung eines neuen, von der Sportunion durchgeführten Schwimmkurses für Linzer Kinder ausgeschlagen habe, stimmt nicht. Den Vorwurf, dass ein Linz AG Bad einspringen hätte sollen, obwohl es bereits ausgelastet war, sieht sie als „Paradebeispiel dafür, wie die Linzer Bäderinfrastruktur für Bedarfe im Umland einspringen soll.“
Schwimmkurs-Förderung: Linz bleibt außen vor
Die SPÖ Linz bringt im Gemeinderat am 2. Juli nun eine Resolution an das Land OÖ ein: Darin geht es nicht nur um die Aufnahme der Statutarstädte, wie Linz eine ist, in die Bäderfinanzierung des Landes, sondern auch um die Einbeziehung der Stadt Linz in das geförderte Schwimmkurs-Programm des Landes, damit auch Linzer Kinder zum niedrigen Selbstbehalt schwimmen lernen können.
Leitner betont, man habe in Linz längst etablierte, gut ausgelastete Schwimmkurse – dafür brauche man die Landesförderung, nicht für einen zusätzlichen Kurs in ohnehin ausgelasteten Bädern. „Derselbe Kurs, den die Linz AG gemeinsam mit den Linzer Schwimmvereinen anbietet, kostet die Eltern hier rund 186 Euro – wobei die Stadt Linz diese Kosten für Aktivpass-Besitzer*innen um die Hälfte reduziert – statt 25 Euro am Land“, so Leitner.
Auch sie kritisiert: „Der Grund, warum unsere bewährten Kurse bislang leer ausgehen, liegt im Fördersystem selbst: Das Land unterstützt ausschließlich Kurse der Sportunion Oberösterreich. Genau das wollen wir mit unserem Antrag ändern: gleichberechtigte Förderung für alle Kinder in Oberösterreich unabhängig der Vereine.“
Kehrtwende der Stadt Linz
Für Haimbuchner ist der Antrag ein „politisches Kuriosum“: „Die Linz Bäder, die sich zu hundert Prozent im Eigentum der Stadt Linz befinden, lehnen zuerst unser Angebot einer Kooperation ab. Und dann stellt die Vizebürgermeisterin einen Antrag, dass die Linz AG doch bitte in dieses Programm aufgenommen werden sollen.“
Der Linzer Sicherheits-Stadtrat Raml sagt dazu: „Hier weiß die linke Hand offensichtlich nicht, was die rechte Hand macht. Für mich steht die Sicherheit unserer Kinder an erster Stelle. Eine gemeinsame Lösung zwischen Stadt und Land wäre nicht nur im Interesse der Familien gewesen, sondern hätte auch Synergien geschaffen und Kosten gespart. Das Familienreferat wollte die Linz AG Bäder von Anfang an einbinden. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass man sich seitens der Stadt zuvor informiert, bevor man Anträge stellt, die eigentlich nie notwendig waren. Man hätte das Angebot des Landes auch einfach annehmen können.“


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