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Online Redaktion, 18.10.2018 15:34

BEZIRK MELK. Sebastian Holler und Sebastian Maier stehen vor einer ganz besonderen Reise und einem außergewöhnlichen Forschungsprojekt. Sie werden im April in einem Kleinbus Richtung China aufbrechen. Man will die sogenannte „Neue Seidenstraße“ ins Rampenlicht rücken. Florian Krendl, der dritte im Bunde, wird die Expedition von Österreich aus koordinieren.

  1 / 2   Sebastian Holler (v. l.), Florian Krendl und Sebastian Maier haben viel vor. Fotos: Austria goes Silkroad

„Neue Seidenstraße“ – noch nie gehört? Der Abenteuergeist und Forschungsdrang dreier junger Männer aus dem Bezirk Melk könnte das in Bälde ändern. Sebastian Holler aus Artstetten-Pöbring, Sebastian Maier aus dem Dunkelsteinerwald und Florian Krendl aus Kilb haben nämlich ein Projekt auf die Beine gestellt, das seinesgleichen sucht. „Austria goes Silk Road“, so der Name. „Dabei handelt es sich um eine Forschungsexpedition, bei der wir eine Strecke von 33.000 Kilometer mit einem Kleinbus – von der Wachau aus entlang der Seidenstraße – zurücklegen wollen und Infrastrukturprojekte der „Neuen Seidenstraße“ besichtigen möchten“, erklärt Krendl. Er selbst wird als Ansprechpartner und Koordinator Holler und Maier von zu Hause aus begleiten und mit dem Flugzeug zu wichtigen Stationen nachkommen. Die Idee für das Projekt hat ihren Geburtsort in der Transibirischen Eisenbahn. Mit der war Holler nämlich unterwegs, als ihm vor einigen Jahren der Einfall für die nun anstehende Expedition kam. Welche Größenordnung das Projekt annehmen würde, war damals noch ungewiss. „Wir wollten das unbedingt machen, egal was passiert“, so der Kilber. Mittlerweile haben die drei einen Betreuerstab aus Experten hinter sich versammelt – darunter ein Universitätsprofessor, ein Brigadier und ein Unternehmensberater. In den Ländern, durch die sie fahren werden, sind sie bereits gut vernetzt.

Xi Jinpin und der Kleinbus

Es gehe ihnen um die die Erforschung der europäischen und österreichischen Rolle im Rahmen der Belt & Road Initiative, berichtet Krendl. Sie wurde 2013 vom chinesischen Präsidenten Xi Jinpin ins Leben gerufen und will Projekte vereinen, die versuchen Handels- und Infrastrukturnetze zwischen der Volksrepublik und zahlreichen weiteren Ländern Afrikas, Asiens und Europas auszubauen. Bezugnehmend auf eine alte Handelsroute wird die Initiative auch „Neue Seidenstraße“ genannt. „Der Diskurs rund um diese findet sehr elitär statt. In der Bevölkerung weiß man wenig davon. Wir wollen mit unserem Projekt den Diskurs in die Bevölkerung tragen“, erzählt Krendl. Seit einem Jahr laufen bei den drei Melkern die Vorbereitungen für die Forschungsreise, die bis nach Shanghai führen soll. „Wir könnten jetzt schon wegfahren“, so Krendl. Grundplan, Einreisebewilligungen und Bus stehen und liegen schon bereit. Mit Präsentationen und Events wollen sie die Werbetrommel für ihr Vorhaben rühren. Um viele junge Menschen zu erreichen, will man insbesondere auch die Social-Media-Kanäle bespielen. „Die, die es betrifft, sind ja die jungen Menschen“, macht Krendl auf die Bedeutung dieses Wirtschaftskorridores für künftige Generationen aufmerksam. Die Belt & Road Initiative will 60 Prozent der Weltbevölkerung sowie etwa 40 Prozent der Weltwirtschaft verbinden. Straßen, Brücken, Schienen, Bahnhöfe, Häfen und Pipelines werden errichtet, um den Fluss an Waren und Menschen zu ermöglichen. Holl, Maier und Krendl wollen auf der Seidenstraße Infrastruktur-Projekte besuchen und mit Menschen in Kontakt treten, um die Aufmerksamkeit vor Ort auf Österreich zu lenken und umgekehrt in Österreich die Neue Seidenstraße vermehrt in den Mittelpunkt zu rücken. „Es geht um die Förderung von Wirtschaft und Tourismus und den Ausbau von bilateralen Beziehungen“, erklärt Krendl. Einer breiteren Öffentlichkeit konnte das innovative Trio sein Vorhaben bereits im Wiener Rathaus vorstellen, als der China-Experte Peter Buchas sein neuestes Buch präsentierte. Bis zu sechs Monaten werden Maier und Holler reisen. „Wie lange es genau dauern wird, ist schwer planbar“, so Krendl. So wollen die jungen Melker etwa die Grenze zwischen Pakistan und China passieren, die als eine der gefährlichsten überhaupt gilt. Abenteuer sind also vorprogrammiert.

Nähere Infos unter www.austriagoessilkroad.eu


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