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BEZIRK MELK. Das Firmengebäude der Ardex in Loosdorf, die Linde im Zentrum Persenbeugs, die Turbine in Ybbs und die Tischlerei in Melk – sie allesamt sind dieser Tage orange beleuchtet. Dahinter steckt die weltweite UNO-Kampagne „Orange the World – Stoppt Gewalt an Frauen“. Die Soroptimistinnen Club Melk Colomania tragen die Initiative in den Bezirk Melk. 

Die Ybbser Turbine erstrahlt orange.
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„Sag das niemandem, versündige dich nicht.“ Diesen Satz bekam ein Mädchen aus dem Bezirk Melk zu hören, als es sich seiner Großmutter anvertraute, um ihr von einem sexuellen Übergriff zu erzählen, berichtet Psychotraumatologin und Melker Soroptimistin Eveline Tanzer. Gemeinsam mit ihren Clubschwestern und Obfrau Herta Mikesch will sie die UNO-Kampagne „Orange the World – Stoppt Gewalt an Frauen“ nutzen, um auch im Bezirk Melk zu sensibilisieren und Gewalt an Frauen zur Sprache zu bringen. Denn auch in Österreich ist jede fünfte Frau zumindest einmal im Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen. Zwischen 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, erstrahlen im Zuge der Orange the World-Kampagne weltweit Gebäude in Orange. Im Bezirk Melk werden auf Initiative der Soroptimistinnen die Linde im Zentrum Persenbeugs, die Turbine in Ybbs, die Tischlerei in Melk und das Firmengebäude der Ardex in Loosdorf orange beleuchtet.

„Es wird noch immer zu wenig hingeschaut“

Zum Kampagnen-Auftakt berichteten drei Soroptimistinnen, die beruflich mit Gewaltdelikten konfrontiert sind, von ihren Erfahrungen. So betonte Psychotraumatologin Eveline Tanzer, dass Gewalt an Frauen täglich stattfinde – „auch in unserer Region, unabhängig von sozialer Schicht und Nationalität“. Gewalt habe viele Gesichter, sei nicht nur körperlicher Natur und finde oft in den eigenen vier Wänden statt, so Tanzer. Betroffenen würde es oft schwerfallen, sich mitzuteilen. Scham und Angst seien meist sehr groß. „Gewaltopfer brauchen Stabilität, Hoffnung und eine Stimme“, macht Tanzer aufmerksam. Oft sind die ersten Anlaufstellen bei Gewalt die praktischen Ärzte vor Ort. So muss sich auch Ingrid Lebersorger-Berger, Allgemeinmedizinerin in St. Leonhard, immer wieder mit dem Thema Gewalt auseinandersetzen. „Es wird noch immer zu wenig hingeschaut“, kritisiert die Medizinerin, die mehr Aufklärungs- und Präventionsarbeit fordert. Die Melker Rechtsanwältin Ulrike Koller ermutigt Frauen, Gewaltdelikte zur Anzeige zu bringen. „Die Verurteilungsrate ist mit 80 Prozent sehr hoch“, weiß die Juristin. Sie betont: „Jedes Gewaltdelikt ist eine Menschenrechtsverletzung und daher strafrechtlich zu ahnden.“ 


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