Die Douglasie – eine klimafitte Baumart?

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Olivia Lentschig Tips Redaktion Olivia Lentschig, 14.01.2022 08:00 Uhr

YSPERTAL. Der Klimawandel beeinflusst die Forstwirtschaft immer mehr. Schüler der HLUW Yspertal untersuchen die Harzgewinnung mittels verschiedener analytischer Verfahren an Douglasien: Moderne Ausbildung ist auch praktische Forschungsarbeit.

Der Klimawandel beeinflusst die Forstwirtschaft immer mehr. Beispielsweise ist die Fichte in niederen Höhenlagen schon gefährdet. Als Reaktion auf die ersten Folgen des Klimawandels in Österreich wird vermehrt auf die nordamerikanische, temperaturunempfindliche sowie harzreiche Douglasie gesetzt. Über diese Baumart ist noch nicht sonderlich viel bekannt, was das Forschen dazu für die Diplomanden Paul Lachinger und Martin Schmutz attraktiv macht.

Im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit dem Titel „Douglasie – eine klimafitte Baumart? Untersuchung zu Baumgesundheit und Harz!“ untersuchen und vergleichen die HLUW Schüler, unterstützt durch ihre Betreuungsprofessoren Martina Schmidthaler und Andreas Enengl, die Baumgesundheit anhand von Waldschäden von Douglasie, Fichte, Tanne und Kiefer in drei verschiedenen Höhenlagen (Ardagger: 250m, Grein: 500m, Schöllbüchl bei St. Martin: 800m Seehöhe). Weiters wird die Harzgewinnung mittels verschiedenen Gewinnungsmöglichkeiten an Douglasien erforscht. Mit dem gewonnenen Harz überprüft man durch Zugversuche, ob Naturharz in Zweikomponentenklebern eingesetzt werden kann, um damit möglicherweise den Anteil des aus Erdöl gewonnenen Kunstharzes in diesen Klebern zu reduzieren. Einige Erkenntnisse konnten im Rahmen ihrer Diplomarbeit bereits gewonnen werden. Zum Beispiel sei grundsätzlich gesagt, dass die Douglasie höhenbedingt gesundheitlich weder besser noch schlechter wächst. Sie ist auf ca. 250 Höhenmetern nahezu ebenso vital, wie auf 800 Höhenmeter in St. Martin. In mittlerer Höhenlage ist dies nicht der Fall, was aber vermutlich an anderen standörtlichen Umweltbelastungen liegt. Im Vergleich der Baumarten kann man prinzipiell feststellen, dass Douglasie, Fichte und Tanne in höhergelegenen Standorten vitaler sind. Die Föhre hat es hingegen gerne warm und ist deswegen in den niedrigeren Bereichen gesünder.

Man kann daher auf folgendes schließen, dass die Bäume besser in höhergelegenen (=kühleren) Gebieten wachsen bzw. gepflanzt werden. Daran merkt man, dass der Klimawandel bereits erste Auswirkungen in Bezug auf die Verschiebung der Artenverbreitung hat.

Harzgewinnung – Wie?

Zur Harzgewinnung eignet sich am besten die Lebendharzgewinnung, wobei ein keilförmiger Teil der Rinde der Douglasie abgetragen und das freigelegte Holz angeritzt wird. Das austretende Harz wird mit einem Gefäß aufgefangen. Die Ergebnisse der Zugversuche zu den Klebeeigenschaften sehen zusammengefasst so aus: „Klebstoffmischungen, welche Naturharz enthalten, haben im ausgehärteten Zustand eine geringere Belastbarkeit als Mischungen mit Kunstharz. Allerdings sind Naturharzmischungen schon nach kürzerer Zeit belastbar. Diese Eigenschaft könnte für die Klebstoffindustrie durchaus die Basis für ein Nischenprodukt in neuen Anwendungsbereichen bieten, wo eine schnellere Belastbarkeit trotz geringerer Maximalbelastbarkeit erwünscht ist“, so die beiden engagierten Diplomanden von der HLUW Yspertal.

ONLINE – Tag der offenen Tür am Samstag, 22. Jänner 2022 von 9 bis 16 Uhr

Vorbeischauen und mitmachen - Wer gerade eine Neue Mittelschule (NMS) odr eine Unterstufe im Gymnasium besucht und die Reife- und Diplomprüfung (Matura) an einer berufsbildenden höheren Schule mit interessanten, krisensicheren Berufsfeldern absolvieren möchte, ist bei der HLUW Yspertal genau richtig! Für die praktische Ausbildung stehen zahlreiche Labors, ein drei Hektar großes Freigelände mit Schulgarten, Versuchswasserkraftwerk, eine PV-Anlage und Solarversuchsanlagen sowie eine moderne umwelttechnische Laborhalle mit Werkstätten zur Verfügung.

„Am Samstag, 22. Jänner 2022 öffnen wir für Interessierte heuer ONLINE unsere Schul- und Internatstüren, bei unserem Tag der offenen Tür von 9 bis 16 Uhr. Bitte informieren Sie sich dazu telefonisch oder auf unserer Homepage“, erklärt Schulleiter Mag. Gerhard Hackl. Schnupperschüler sind herzlich willkommen, natürlich je nach gerade geltenden Covid-Auflagen. 

Es gibt auch die Möglichkeit je nach aktueller Pandemielage, im Internat zu nächtigen und so ins Internatsleben hinein zu schnuppern.

Infos telefonisch unter 07415 7249 oder unter: http://www.hluwyspertal.ac.at

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