Prunkwagen und Hirsebrei
MITTERKIRCHEN. Bis zum 30. Juli können Besucher noch dabei zusehen, wie Experten mit ihren Familien den Alltag im Dorf meistern. In zweimal täglich stattfindenden Sonderführungen können sich Besucher genauer informieren.

„Es ist jedes Jahr wieder aufs Neue eine Herausforderung, sich in diesen sehr komplexen Alltag einzufinden“, erklärt Jutta Leskovar vom Oberösterreichischen Landesmuseum, die selbst schon seit mehreren Jahren an diesem Projekt teilnimmt. „Dieser Alltag ohne all die technischen Dinge, die sonst unser Leben so sehr bestimmen, ist aber auch immer wieder sehr erholsam.“ Nicht nur wie die prähistorischen Handwerkstechniken genau funktionierten, wollen die Forscher bei „Prunkwagen und Hirsebrei“ herausfinden. Auch der Blick für den Wert, den die Dinge gehabt haben, sei ein anderer. Es braucht zum Beispiel zwei Wochen, um einen Quadratmeter Leinen herzustellen. „Wenn man sich umsieht und schaut, welche Fülle an Stoffen uns heute umgibt, kann man sich das kaum vorstellen“, führt die Archäologin aus. Für Interessierte werden zahlreiche Workshops angeboten. Zum Beispiel macht Georg Rösel Teilnehmer mit den Grundlagen der Lederverarbeitung vertraut. Aus authentisch gegerbtem Leder werden mit seiner Hilfe kleine Beutel, Gürtel- und Umhängetaschen enstehen.
Interessenten können sich per E-Mail unter freilichtmuseum@mitterkirchen.at anmelden oder bis unmittelbar vor Kursbeginn noch vor Ort.
Hintergrundinformation:
Das Keltendorf Mitterkirchen wurde 1991 nahe dem Platz einer vorangegangenen archäologischen Ausgrabung einer hallstattzeitlichen Siedlungs- und Begräbnisstätte eröffnet. Das Freilichtmuseum wird von der Marktgemeinde Mitterkirchen verwaltet und verfügt aktuell über 20 Gebäude. Es wird jährlich von rund 15.000 Menschen besucht.


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