Mit Zeitbank55+ gemeinsam alltägliche Hürden meistern
MOLLN. Elf Jahre sind seit der Gründung der ersten Zeitbank 55+ in Molln vergangen und die Idee hat sich seither weit über die Grenzen Österreichs verbreitet. Mittlerweile gibt es rund 60 Zeitbank 55+ Vereine mit insgesamt über 1000 Mitgliedern in Deutschland, Tschechien und Österreich – und es werden immer mehr! Beim zweitägigen Jubiläumsfest haben die Gäste aus Deutschland, Tschechien und Österreich unter anderem das Stift Schlierbach, den Maultrommelschaubetrieb Wimmer und die Schmiede Schmidberger in Molln besichtigt, aber auch gearbeitet.

In mehreren Gruppen wurde über aktuelle Aktivitäten berichtet und Zukunftsvisionen erstellt. Denn die Zeitbank 55+ soll nicht nur ein Verein für ältere Menschen sein, sondern vermehrt Jüngere und Familien ansprechen. Dadurch könnten die Angebote erweitert und die Unterstützung noch umfassender werden – Leistungen die früher in der Großfamilie übernommen wurden, können durch die Zeitbank-Familie abgedeckt werden. Ältere unterstützen die Jungen zum Beispiel bei der Kinderbetreuung, beim Kochen oder im Garten. Die Jungen können im Gegenzug bei technischen Problemen helfen, Einkäufe miterledigen oder Fahrdienste anbieten.
Wie früher die Großfamilie
„Wir haben die fortschreitende Anonymisierung der Gesellschaft eine Zeitlang beobachtet und die Thematik 2006 im Rahmen eines EU-Förderprojektes aufgegriffen und in Molln die erste Zeitbank 55+ gegründet. Der große Erfolg und die hohe Zufriedenheit der Mitglieder zeigen, wie wichtig und wertvoll diese organisierte Nachbarschaftshilfe bereits ist“, betonte Dachverbandsobmann Fritz Ammer in seiner Festrede. „Unsere Vereinsmitglieder helfen sich gegenseitig und ganz unbürokratisch, die kleinen alltäglichen Hürden zu meistern“, fügt er erklärend hinzu „und das lokal, überparteilich und überkonfessionell.“


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