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NEUKIRCHEN/KIRCHDORF. Ein 24-jähriger Neukirchner zählt bei den American Footballern der Kirchdorf Wildcats in Deutschlands erster Liga, der GFL, seit Jahren zum Stammpersonal. Als Center hält Phillip Brunthaler dem Quarterback den Rücken frei.

Seit sieben Jahren spielt Phillip Brunthaler American Football. Foto: Monamer Photography
  1 / 2   Seit sieben Jahren spielt Phillip Brunthaler American Football. Foto: Monamer Photography

Ein niederbayerischer Dorfverein mischt seit einem Jahr die höchste deutsche Spielklasse im American Football, die GFL, auf. Der Underdog aus der Provinz, die Kirchdorf Wildcats, geht in seine zweite Saison in der Eliteklasse und mittendrin ist auch ein 24-Jähriger aus dem Bezirk Braunau. Phillip Brunthaler spielt seit mittlerweile sechs Jahren für die erste Mannschaft der Wildcats und ist längst eine feste Größe geworden. Als Center ist es seine Aufgabe, den eigenen Quarterback vor der gegnerischen Defense Line zu schützen.

In der HTL-Zeit zum Football gekommen

Zum Football gekommen ist Brunthaler, der im echten Leben als Produkttechniker arbeitet, während seiner Zeit an der HTL Braunau: „Ich habe mir mit Freunden den Superbowl im Fernsehen angeschaut, danach habe ich mir gesagt, das willst du selber auch machen und habe ein Probetraining absolviert“, erzählt Brunthaler, der im Team den Spitznamen „Dude“ trägt. Nach einem Jahr in der Jugend erfolgte der Aufstieg in die Herrenmannschaft. Angefangen hat er zunächst als Tackle und als Guard, seit einiger Zeit ist seine Position jetzt die des Centers. Mit gut 100 Kilo versucht die Nummer 67 der Wildcats, die gegnerische Abwehr als Teil der Offense Line zu zermürben. Im Zusammenspiel mit den Teamkollegen muss der Center als Ruhepol für die Mannschaft agieren und über das ganze Spiel hinweg konstant und konzentriert zu Werke gehen. Generell findet Brunthaler, dass es im American Football für jeden Körpertyp die richtige Position gibt.

Was Brunthaler am American Football begeistert, ist vor allem auch die Komplexität der Sportart. „Alles ist sehr intensiv, man kann die Schwachstellen des Gegners ausloten, Spielzüge planen und im Training stacheln sich Offensive und Defensive gegenseitig an, das macht richtig Spaß.“

Amateur trotz erster Liga

Das Team der Wildcats besteht, auch wenn es in der höchsten deutschen Liga spielt, bis auf wenige Ausnahmen aus reinen Amateurspielern, die den Sport als reines Hobby ausüben. Hinzu kommen in der neuen Saison insgesamt vier Spieler aus den USA. Diese erhalten ein geringes Gehalt und nutzen die Gelegenheit auch häufig, um nach ihrer Schulzeit eine andere Kultur und ein neues Land kennenzulernen. Besonders wichtig für Brunthaler ist hier der neue Quarterback Ian Kolste, dem er in der neuen Saison den Rücken freihalten will. „Er ist sehr ruhig, gibt konstruktive Kritik und hilft einem wirklich weiter. Außerdem lernt er sehr schnell“, sagt der Neukirchner über seinen neuen Teamkollegen. Trainiert wird bei den Wildcats im Schnitt zweimal die Woche, häufig auch in Form von kleineren Trainingscamps am Wochenende.

Ziele für die neue Saison

In seinem zweiten Jahr in der GFL hat sich das Team von Headcoach Christoph Riener einiges vorgenommen: „Wir wollen jeden Gegner mindestens einmal schlagen und vielleicht sogar die Playoffs erreichen. Mit unseren US-Importen und unserem Kader habe ich ein gutes Gefühl, es ist viel mehr drin als noch im letzten Jahr“, meint Brunthaler. Nach zwei Auswärtsspielen in München und Stuttgart haben Brunthaler und sein Team ihren mit Spannung erwarteten Heimauftakt am 18. Mai um 16 Uhr in der Inn-Energie-Arena in Kirchdorf. Gegner ist dann gleich der Serienmeister, die Schwäbisch Hall Unicorns.

Im Schnitt knapp 1.000 Zuschauer pro Heimspiel

Im Schnitt verfolgen die Heimspiele der Wildcats zwischen 800 und 1.000 Zuschauer, Tendenz steigend. Auch Gruppen aus dem Bezirk Braunau feuern Brunthaler und sein Team regelmäßig an. „Wenn man bedenkt, dass Kirchdorf nur rund 5.000 Einwohner hat, ist gefühlt das halbe Dorf da, die Stimmung ist super und es ist eine sehr familiäre Atmosphäre vor Ort. Auch über jeden neuen Zuschauer freuen wir uns natürlich riesig. Die Leute, die schon länger dabei sind und auch der Stadionsprecher geben ihr Wissen über die Regeln und die Sportart generell natürlich jederzeit weiter“, erklärt Brunthaler.


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