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NEULENGBACH. Sie ist Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin und vereint all diese Metiers erfolgreich im Musicalfach: die gebürtige Neulengbacher-in Anita Hofmann im Tips-Portrait.

Foto: www.truecolor.at
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Die Arbeit mit Stimme, Körper und Mimik ist Anita Hofmanns Leidenschaft: „Mir macht Singen gleich viel Spaß wie Tanzen und Schauspielen. Darum habe ich das Muscialfach gewählt“, erklärt die Niederösterreicherin. Schon als Kindergartenkind war Hofmann vom Theater begeistert. Eine Faszination, die ihr bis heute geblieben ist: „Ich liebe die Atmosphäre im Theater – vor allem hinter der Bühne während der Vorstellung. Hinten herrscht Stille, vorne auf der Bühne spielt sich die Geschichte ab. Der Klang hinter der Bühne ist ein ganz eigener und es herrscht eine knisternde Atmosphäre, die man sehr schwer beschreiben kann, wenn man es nicht erlebt hat“, berichtet Hofmann.

„Phantom der Oper“

Ein entscheidender Moment war für Hofmann der Besuch des Musicals „Phantom der Oper“ in der Hauptschule. „Von da an habe ich geträumt, auf der Bühne zu stehen und dieser Traum hat mich nicht mehr losgelassen“, so Hofmann. Parallel zum Schulabschluss begann sie Tanz- und Gesangsunterricht zu nehmen, und ein paar Jahre später ging es ab zur Musicalausbildung nach Hamburg. „Ich habe schweren Herzens alle Zelte in Österreich abgebrochen, aber es ist nicht selbstverständlich, als Österreicherin in Deutschland aufgenommen zu werden. Mein Zimmer im elterlichen Haus in Neulengbach habe ich jedoch behalten“, erinnert sich Hofmann. Auf den Abschluss der Hamburger Musical-ausbildung 2006 folgten sofort die ersten Engagements. „Ich feierte im Vorjahr bereits mein zehnjähriges Bühnenjubiläum“, so die Niederösterreicherin. Zu den Highlights der vergangenen Jahre zählt Hofmann ein Engagement im Volkstheater, wo sie im Stück „Die Vögel“ zu sehen war, die Organisation und Durchführung einer Flashmob-Promotion mit 120 Tänzern für das Musical „Thriller live“ in der Wiener Stadthalle sowie die Eigenproduktionen „So singt man nur in Wien“ – dabei handelt es sich um ein Operettenmusical – sowie das Weihnachtsmusical „Komm, lass uns träumen“.

Eigenproduktionen

„Ich habe mich darauf spezialisiert, bestehende Lieder um neue Geschichten zu basteln. Die Lieder ergeben dann in der Geschichte einen Sinn“, erklärt Hofmann. Auch für 2017 sind zwei neue Eigenproduktionen geplant. Das Musical „Bei mir bist du scheen“ befasst sich mit dem Leben der Andrew-Sisters LaVerne Sophie, Maxene Angelyn und Patricia Marie. Basierend auf weltbekannten Hits wie „Boogie Woogie Bugle Boy“, „Rum and Coca-Cola“ oder „Sing Sing Sing“ wird der Werdegang der Girlgroup aus den 1930er Jahren bis hin zum Tod erzählt. Spielort ist ein Studio eines Radiosenders im Stil der 1940er Jahre. „Ich habe akribisch recherchiert, die Ausstattung ist detailreich und mit originalgetreuen Kostümen“, erklärt Hofmann. Tanz- und Steppnummern sowie originale Video- und Toneinspielungen sollen den Gesamteindruck abrunden. Die Rollen werden von Judita Suchy, Yvonne-Isabelle Seidl/Julia Wenig und Anita Hofmann verkörpert.“Außerdem wird es noch eine aufwändig gestaltete und mystische Krimi-Dinnershow geben“, verrät Hofmann, deren Kalender somit auch 2017 schon wieder gut gefüllt ist.

Rückzugsort

Hofmann zeichnet sich auch durch Bodenständigkeit aus. Mit ihrem Mann Jürgen Leutgeb, der sie in Sachen Medientechnik sowie Marketing unterstützt, bewohnt Hofmann einen alten, selbstrenovierten Bauernhof in Krems. „Das ist ein schöner Rückzugsort. Das Stadtleben ist nichts für mich“. Geerdet müsse man auch sein, um sich im Berufsfeld Musicaldarsteller zu behaupten. „Man muss sehr flexibel sein und die Stärke finden, zu sagen „Okay ich bin da, ich bin so wie ich bin“. Wenn man auf der Bühne steht, ist das sehr persönlich. Schauspiel ist halt sehr viel Typsache. Passt die Gesichtsform, die Größe, der Charakter – da kommen sehr viele Faktoren zusammen, die man nicht beeinflussen kann“, so Hofmann. Mit den Jahren lerne man, Absagen nicht persönlich zu nehmen. „Man fragt sich schon „Genüge ich nicht?“ Selbstkritik ist ja gut, aber wenn es ins Selbstzerstörerische geht, ist man fehl am Platz“, betont die Musicaldarstellerin.

Musical-Nachwuchs

Nachwuchs-Talenten rät Hofmann, das Muscialfach einfach auszuprobieren. Kindermusical-Akademien steht sie jedoch kritisch gegenüber. „Kinder werden auf den Musicalberuf manchmal in kürzester Zeit hingetrimmt und verheizt. Durch Shows wird vermittelt, dass Musicaldarstellter ein einfacher Beruf ist. Es wird hier eine breite Masse herangezüchtet, wo ich finde, dass die Qualität teilweise – nicht bei allen – nicht da ist. Die Frage ist, wie lange man im Berufsleben stehen kann, ohne das Werkzeug Körper zu schädigen“, gibt Hofmann zu bedenken. Sie selbst vermittelt Kindern und Jugendlichen in Workshops einen Einblick in ihren Beruf, die Disziplin sowie eine bestimmte Werteeinstellung. „Mir geht es nicht darum, alle zu animieren, in diesen Beruf einzusteigen. Ich will die Kinder vielmehr vom Computer oder vom Handy wegbekommen, damit sie Phantasie entwickeln können“, so Hofmann. Auch Sprechtechnik-Unterricht zählt zu Hofmanns Berufsfeldern: „Die richtige Sprechtechnik kann im Berufsleben weiterhelfen. Erstens gesundheitlich und zweitens bekommt man ein anderes Auftreten“. Die Stimme soll tragfähiger gemacht werden, damit man besser verstanden und in Folge die Aufmerksamkeit der Zuhörer gesteigert wird.

Geschichten erzählen

Die Aufmerksamkeit ihres Publikums will Hofmann durch ihre Geschichten gewinnen. „Das macht für mich die Faszination der Bühnenkunst aus: ich kann den Menschen eine Geschichte erzählen, sie vom Alltag wegnehmen und woanders hinbringen, für etwas Neues begeistern“, erklärt Hofmann.Als Vorbilder sieht sie Luzia Nistler und Alexander Goebel – das Musicalpaar von „Phantom der Oper“. „Wenn ich mir die Platte anhöre, bin ich immer noch in anderen Sphären; da kommt niemand ran“, so Hofmann. Dementsprechend groß wäre die Freude, gemeinsam mit Goebel einen Musicalabend zu gestalten. „Ein weiterer Meilenstein wäre es, zu den Vereinigten Bühnen Wien zu kommen – vielleicht auch mal mit einer eigenen Produktion“ so Hofmann abschließend.

Termine:

  • „So singt man nur in Wien“ Freitag, 21. Juli, 20 Uhr Steinerhof Pressbaum
  • „Bei mir bist du scheen“ Samstag, 19. August, 19.30 Uhr Steinerhof Pressbaum
  • Workshops für Kids im Juli (“Tanz der Vampire, „Frozen“)

Weitere Infos zu Terminen, Castings & Workshops:

office@anita-hofmann.at

www.anita-hofmann.at


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