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OBER-GRAFENDORF/WIEN. Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und die beiden Zweigvereine des österreichischen Alpenvereins, Edelweiss und Gebirgsverein, haben – gemeinsam mit knapp 100 freiwilligen Helfern – am 11. Juni den ersten NaturPutzertag ins Leben gerufen. Dieser soll nun jährlich stattfinden.

Beim ersten Naturputzertag Foto: GLOBAL 2000
Beim ersten Naturputzertag Foto: GLOBAL 2000

„Wir freuen uns, dass wir so viele Familien am heutigen Vatertag auf der Sophienalpe in Wien und in Ober-Grafendorf motivieren konnten, die Ärmel hochzukrempeln und gemeinsam mit uns die Natur zu putzen“, meinten Bernhard Stummer, Vorstand Alpenverein Edelweiss, und Dieter Holzweber, Vorstand Alpenverein-Gebirgsverein, unisono. Müll habe in der Natur nichts verloren – die Natur sei das Rückgrat der Biodiversität und somit allen Lebens.

Vermüllung auch in Österreich

Österreich gehört zwar zu den saubersten Ländern Europas, dennoch ist auch hier die Vermüllungsproblematik, das so genannte Littering, nicht zu unterschätzen. Rund 115 Kilogramm Plastik und 70 Getränkedosen konsumieren die Österreicher pro Kopf und Jahr und so manch leere Verpackung landet in der Natur.

Erste österreichische Anti-Müll-Initiative

„Deswegen haben wir gemeinsam mit unseren Partnern die erste österreichische Anti-Müll-Initiative mit App-Unterstützung und Datensammlung, das Projekt NaturPutzer, ins Leben gerufen“, erklärt Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000. „100 Tonnen Müll müssen pro Jahr in unseren Gemeinden in ganz Österreich aufgelesen und entsorgt werden, knapp 1000 Tonnen sind es entlang der Bundes- und Landstraßen“, fügt Ewald Buschenreiter, Direktor des NÖ GVV (Verband sozialdemokratischer Gemeindevertreter in NÖ), hinzu.

Unterstützung in Ober-Grafendorf

Auch der Bürgermeister der niederösterreichischen Gemeinde Ober-Grafendorf, Rainer Handlfinger, unterstützt das Projekt tatkräftig: „Ein Großteil des heute gesammelten Mülls besteht aus Plastikverpackungen. Plastik hat absolut nichts in der Natur verloren!“

Schaden für Mensch und Tier

Wenn Plastik länger UV-Strahlung ausgesetzt ist, zerfällt es in winzige Partikel, dringt in die Böden ein und schadet damit Mensch und Tier. „Und genau darum geht es beim Projekt  NaturPutzer“, fährt Gewessler von GLOBAL 2000 fort, „wir wollen mithilfe der App Müll-Hotspots aufdecken und so erfahren, welche Müllarten in der Natur liegen gelassen werden. Die Dokumentation des Müllaufkommens in der Natur hilft uns dann, dem Problem maßgeschneidert zu begegnen!“

Verpackungsfreies Picknick für Helfer

Als Stärkung nach dem Müllsammeln haben die Gemeine Ober-Grafendorf, das Gasthaus Sophienalpe sowie Toni's Freilandeier zum verpackungsfreien Picknick für alle Helfer geladen. Müll ist nicht nur gefährlich für die Umwelt, sondern häufig auch zu wertvoll, um ihn einfach liegen zu lassen. Durch Recycling können viele wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen werden. Dies demonstrierten die Projekt-Verantwortlichen vor Ort mit einem interessierten Publikum im Rahmen eines Upcycling Workshops für Groß und Klein.

NaturPutzer-App

Die NaturPutzer-App basiert auf dem Citizen Science System. Alle Einsendungen der User werden in Karten dargestellt, um so gemeinsam den Umfang des Problems „Müll in der Natur“ zu visualisieren. Die App setzt als „Werkzeug in der Hosentasche“ einen klaren Fokus auf einfache Anwendbarkeit und ist bereits in mehreren Forschungsprojekten erprobt. Durch die gewonnen Daten können in vertiefenden Analysen Fragen wie die Verteilung von verschiedenen Müllarten oder den Einfluss von großen Marken in Hinblick der Verpackung auf die Umwelt beantwortet werden. Die Datenbank der eingesendeten Spots wird im Rahmen des Projekts aufbereitet und als OpenData-Download zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos auf www.naturputzer.at!


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