Wetterkapriolen: Herausforderung für Landwirte aus dem Bezirk
URFAHR-UMGEBUNG. Die immer wieder auftretenden Wetterumschwünge stellen vor allem für die Landwirtschaft im Bezirk eine große Herausforderung dar.

Es regnet, es schneit, es stürmt und trotzdem ist es viel zu warm: Das Jahr 2019 hat sich bisher nicht gerade durch konstante, für die Jahreszeit typische Wetterlagen ausgezeichnet. Die ständigen Veränderungen – oftmals von Extremen (wie etwa zuletzt Sturm „Eberhard“) begleitet – beschäftigen einen Zweig in der Gesellschaft ganz besonders: die Landwirte. „Jeder Landwirt lebt von und in der Natur und ist daher völlig vom Wetter abhängig“, weiß Peter Preuer, Bezirksbauernobmann aus Oberneukirchen. Auch er bestätigte im Gespräch mit Tips, dass das neue Jahr die Landwirte bereits stark gefordert hat.
„Der Schneedruck zwischen 700-800 Höhenmetern hat vielen Landwirten Kopfschmerzen und Sorgen bereitet. Gedanken über die zusätzliche Arbeit, sinkende Holzpreise sowie die Angst, dass Borkenkäfer und Kupferstecher sich noch stärker ausbreiten, beschäftigen die Landwirte. Folglich sorgen sich viele, dass die großen Schadholzmengen von den Sägewerken nicht mehr rechtzeitig abgeholt werden. Der Sturm hat in vielen Wäldern wieder Bäume entwurzelt, da fragt man sich, was die Zukunft noch so bringt beziehungsweise wann diese Wetterkapriolen enden.“
Trockener Sommer
Schon der vergangene Sommer hat bei den Landwirten seine Spuren hinterlassen: Die starke Dürre sorgte bei vielen für – je nach Betriebsform und Region – unterschiedliche Einbußen. „Konkrete Zahlen gibt es nicht, bei Grünlandbetrieben mit Milchviehhaltung (zirka 30 Hektar Grünland) belaufen sich die Einbußen für das Dürrejahr 2018 auf 15.000 bis 25.000 Euro“, so der Bezirksbauernobmann. Auch die Befürchtung, dass der Sommer 2019 erneut solche Ausmaße annehmen könnte, begleitet die Bauern: „Die Angst vor einem weiteren trockenen Sommer, Futtermangel, Fraßschäden durch Engerlinge oder verdorrte Feldfrüchte/-gemüse ist immer ein Gesprächsthema“, so Preuer.
Kapriolen werden mehr
Auch aus der Sicht von Christian Nimmervoll von www.wetter-muehlviertel.at hat sich in diesem Jahr wettertechnisch schon einiges ereignet. So war bereits der Jänner für den Experten außergewöhnlich. Dass die Situation im ersten Monat des Jahres vielerorts – vor allem in den Wäldern – so prekär war, führt der Experte aber nicht nur auf den Schnee an sich zurück. Aus seiner Sicht war es vielmehr ein Zusammenspiel aus Schnee, gefrierendem Nieselregen, Raureif und hohen Windgeschwindigkeiten. „Es war eine Kombination aus vielen Faktoren, die unsere Infrastruktur tatsächlich ans Limit gebracht beziehungsweise auch Schäden verursacht hat“, so Nimmervoll.
Bestätigen kann der Experte auch den Eindruck, dass es für die Jahreszeit zu warm ist: „Aber nicht nur der März ist zu warm, sondern vor allem war es auch der Februar. Also letztendlich der letzte Monat im meteorologischen Winter. Der Februar war zwar ein Monat, wo noch sehr viel Schnee gelegen ist im Mühlviertel – aber es hatte hier auf 1.000 Meter immerhin schon wiederholt Plusgrade im zweistelligen Bereich gegeben.“
Auch was die Wetterphänomene angeht, vermutet Nimmervoll, dass es diese in der Zukunft öfter geben könnte: „Ich kann mir vorstellen, dass wir in einigen Jahren noch von ganz anderen Wetterkapriolen heimgesucht werden, weil die Dynamik im Wetter weiter im Steigen ist.“


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