OBERSCHLIERBACH. Rund 50 Kälber sind am Milchviehzuchtbetrieb von Ortsbäuerin Barbara Ehrenhuber in Oberschlierbach zu Hause. Gewöhnliche Frauennamen bekommen die Kühe dort nicht. Dafür zog die 33-Jährige bereits Bohne, Fichte, Holler, Veilchen und sogar Zitrone und Schokolade mit viel Liebe auf.
Barbara Ehrenhuber ist eine Bergbäuerin, die gerne selbst Hand anlegt: „Kleinigkeiten, die nicht mit Maschinen zu erledigen sind, mache ich am liebsten. Mir gefällt es, dass die Landschaft gut gepflegt ist, wenn ich Hand anlegen kann. Ich wüsste nicht, was ich lieber machen würde.“ Mit ihrem Mann Andreas fährt sie gerne zu Milchviehschauen. „Es ist eine Liebhaberei meines Mannes, dann merkt man die Liebe und den Bezug zu den Tieren“, erklärt die Mutter dreier Söhne. Leidenschaftliche Züchter Die Leidenschaft ihres Mannes Andreas ist das Züchten. Ein Zuchtstier wird immer passend zur Kuh gewählt. So wird nicht nur die Milchleistung gesteigert, sondern auch die Lebenserwartung der Tiere. Die Kälber kommen gleich nach der Geburt in ein Einzeliglu und im Alter von rund sechs Wochen in ein Gruppeniglu zu je fünf Kälbern. Erst ab einem Alter von acht Monaten dürfen sie auf die Weide. Im Stall ist nur Platz für 25 Kühe und bis zu 50 Kälber, die anderen werden versteigert. Freude an der Freiheit Die Kühe dürfen auch im Winter vors Haus. Ende April kommen sie auf die Weide. „Dann Freuen sie sich sehr und laufen wie wild herum. Das ist gut, denn wenn die Kuh zufrieden ist, gibt sie leichter Milch.“ Erste 100.000-Liter-Kuh Vergangenes Jahr besaß der Hof die erste 100.000-Liter-Kuh. Es ist selten, dass eine Kuh in ihrem Leben so viel Milch gibt. „Es ist eine schöne Bestätigung, wenn die Kuh so wirtschaftlich war. Unsere ,Birke“ wurde 13 Jahre alt und hat zehn Kälber bekommen. Leider mussten wir uns von ihr trennen, weil es ihr schon schlecht ging“, erzählt Ehrenhuber. Information über Produkte Kommunikation und Information der Konsumenten ist der 33-Jährigen sehr wichtig. Sie empfiehlt, bei Bauernmärkten und Direktvermarktern Lebensmittel einzukaufen, weil man sich direkt beim Produzenten informieren kann. Die Bäuerin legt Wert auf Selbstversorgung, „weil ich nicht nachdenken muss, wo kommt das her und wie wurde das produziert. Wir sind ein Stückweit unabhängig.“ Zu viel Bürokratie Ein großer Wunsch der Bäuerin ist es, dass die Bürokratie nicht noch mehr wird, damit Zeit für die Lebensmittelproduktion sowie Tierzucht und -pflege bleibt. „Es wird oft unterschätzt, dass wir im Büro gleich viel Arbeit haben, wie draußen“, erklärt Ehrenhuber und räumt weiter mit falschen Tatsachen auf: „Außerdem glauben viele Leute, dass wir Bauern viel Geld auf der Seite haben, weil wir Fördermittel bekommen. Es ist aber traurig, dass wir davon leben müssen. Wenn wir den Preis für das bekommen, was unsere Lebensmittel wert sind, bräuchten wir weniger Förderungen.“ Zufriedensein ist wichtig “Natürlich ginge immer mehr, wachsen, größer werden und nach mehr Geld streben, aber dann wird auch die Arbeit mehr und das könnte zur Belastung werden und damit geht die Freude an der Arbeit verloren. Deshalb bin ich zufrieden, wenn wir das Niveau halten können. Denn mit Freude zur Arbeit zu gehen ist sehr wichtig. Generell müssen wir viel mehr lernen mit dem zufrieden zu sein, was wir haben“, sagt Barbara Ehrenhuber.
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