Autorin verurteilt, nachdem sie Sohn entführte und Tod vortäuschte
KANADA. Ein Jahr nach der Entführung ihres Sohnes und der Vortäuschung ihres Todes wurde die Autorin Dawn Walker zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt.

Im Sommer 2022 wurde Dawn Walker, eine renommierte Autorin und indigene Frau aus Saskatchewan, als vermisst gemeldet. Ihr mysteriöses Verschwinden löste eine landesweite Suchaktion aus und ließ viele Menschen besorgt zurück. Zwei Wochen später kam die erlösende Nachricht: Dawn Walker und ihr Sohn wurden wohlbehalten in Oregon City, USA, gefunden. Ihr Verschwinden hatte internationale Schlagzeilen ausgelöst. Dawn Walker gab an, vor häuslicher Gewalt geflohen zu sein. In einer öffentlichen Erklärung entschuldigte sie sich bei allen, die durch ihr Verschwinden beunruhigt wurden, und betonte, dass sie keine andere Wahl gehabt habe. Die kanadischen Behörden konfrontierten sie mit neun schwerwiegenden Anklagepunkten, darunter Kindesentführung, Identitätsbetrug und Fälschung eines Reisepasses.
Tatvorbereitungen nach Sorgerechtsstreit
Zwischen Dawn Walker und ihrem Mann soll es Auseinandersetzungen über das Sorgerecht für ihr Kind gegeben haben. Im März 2022 begann die Autorin daher mit Vorbereitungen, das Land mit ihrem Kind zu verlassen. Sie unternahm Schritte, um die Identitäten von zwei indigenen Frauen zu stehlen, die beide unter ihrer Aufsicht in ihrem Job standen, und eines ihrer Kinder. Sie beantragte und erstellte gefälschte Ausweisdokumente, eröffnete ein Bankkonto unter falschem Namen und überwies 77.000 US-Dollar darauf.
Dawn Walker bekannte sich schuldig
Vor Gericht bekannte sich Dawn Walker schuldig in Bezug auf drei der Anklagepunkte: Kindesentführung in Widerspruch zu einem Sorgerechtsbeschluss, Erstattung falscher und irreführender Aussagen zwecks Erlangung eines Reisepasses und Besitz gefälschter Dokumente mit Absicht zur Begehung einer Straftat.
Die Anwältin Marie Henein, eine der bekanntesten Strafverteidigerinnen Kanadas, betonte, dass Walker Opfer persönlichen Missbrauchs und systemischer Versäumnisse geworden sei. Sie sagte, dass Walker aufgrund ihrer schwierigen Lebensumstände zu diesen Taten gezwungen gewesen sei. Richter Mitchell wies darauf hin, dass die Tat zwar schwerwiegend sei, aber dass Walker sich schuldig bekannt habe, Reue zeigte und Verantwortung für ihr Handeln übernommen hatte. Die einjährige Haftstrafe soll eine Botschaft senden, dass die Gerichte nicht zulassen werden, dass Personen unzufrieden mit Familienrechtssachen ihre Kinder entführen und das Gesetz in die eigenen Hände nehmen.


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