Verkehrsunfall vorgetäuscht: Zeugin entlarvt 17-jährigen Lenker – Bestechungsversuch flog auf
STEIERMARK. Ein nächtlicher Crash, ein angeblicher Ersatzlenker und ein Bestechungsversuch – in Graz flog ein gefährliches Täuschungsmanöver auf. Eine Zeugin verhinderte Schlimmeres.
Am Abend des 18. Jänner 2026 eskalierte ein Verkehrsunfall auf der Triester Straße in Graz auf Höhe des Cineplexx. Was zunächst wie ein klassischer Crash mit Fahrerflucht wirkte, entpuppte sich rasch als gezielte Täuschung mit strafrechtlichen Folgen. Eine aufmerksame Zeugin brachte die Wahrheit ans Licht.
Unfallgeschichte gerät ins Wanken
Gegen 18.45 Uhr alarmierten Passanten die Polizei. Vor Ort erklärte ein 28-jähriger Grazer, er habe das verunfallte Auto gelenkt. Ein unbekannter Pkw habe ihn durch einen abrupten Spurwechsel abgedrängt, das Ausweichmanöver endete an der Gehsteigkante, anschließend prallte der Wagen in zwei parkende Fahrzeuge. Der angebliche Beifahrer, ein 17-Jähriger, sei leicht verletzt worden.
Zeugin verhindert Vertuschung
Die Schilderung hielt der Überprüfung nicht stand. Ermittlungen ergaben, dass der 17-Jährige selbst am Steuer gesessen hatte – ohne gültige Lenkberechtigung. Unmittelbar nach dem Unfall soll er den 28-Jährigen telefonisch zur Unfallstelle beordert und ihn als Ersatzlenker präsentiert haben. Brisant: Der Jugendliche versuchte zudem, eine Zeugin mit einer größeren Geldsumme zu einer falschen Aussage zu bewegen. Die Frau lehnte ab und schilderte den tatsächlichen Ablauf.
Anzeigen und strafrechtliche Folgen
Beide Männer legten schließlich Geständnisse ab und räumten wissentlich falsche Angaben ein. Sie werden wegen falscher Beweisaussage vor der Kriminalpolizei, Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung und Betrugs an die Staatsanwaltschaft Graz angezeigt. Zusätzlich muss sich der 17-Jährige wegen Lenkens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Die Ermittlungen sind abgeschlossen, das Verfahren läuft.
Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden