Datenleck bei US-Dienstleister: So schlimm ist es wirklich
FLORHAM PARK. Beim US-Dienstleister Conduent ist ein Cybervorfall aus Jänner 2025 offenbar deutlich gravierender als zunächst dargestellt. In späteren Börsenunterlagen ist von abgeflossenen Dateien mit personenbezogenen Daten die Rede, die Zahl der Betroffenen bleibt aber offen. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit spürbaren Folgekosten.
Wie WebProNews am 6. Februar 2026 berichtet, rückten neue Angaben aus dem regulatorischen Umfeld den Vorfall in ein anderes Licht: Aus einer anfänglichen IT Störung wurde demnach ein Fall, bei dem auch Daten abgegriffen wurden.
Vom Systemausfall zur Datenpanne
Conduent hatte im Jänner 2025 zunächst vor allem über Störungen in Systemen gesprochen. In der Folge meldeten mehrere US-Bundesstaaten Verzögerungen bei Auszahlungen und Bearbeitungen, weil Abläufe bei Behörden und Dienststellen betroffen waren.
Conduent ist ein US-Dienstleister für Business Process Services und IT Betrieb: Das Unternehmen betreibt und unterstützt für Behörden und große Firmen digitale Abläufe wie Kundenservice, Zahlungs und Abrechnungssysteme sowie Verwaltungsvorgänge. Dadurch verarbeitet Conduent je nach Auftrag auch sensible personenbezogene Daten von Endnutzerinnen und Endnutzern.
Später rückte nicht nur die Betriebsunterbrechung, sondern auch die Datenseite in den Fokus. Das brisanteste Detail: Es geht um Informationen, die nicht nur das Unternehmen selbst betreffen, sondern Endnutzerinnen und Endnutzer bei Kunden.
SEC-Meldung bestätigt exfiltrierte Dateien
In einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC hielt Conduent fest, dass Angreifer Dateien zu einer begrenzten Zahl von Kunden abgegriffen hätten. Wegen der Komplexität der Datensätze wurden externe Spezialisten für die Auswertung hinzugezogen.
Nach der Analyse bestätigte das Unternehmen, dass sich darin eine erhebliche Menge personenbezogener Daten von Endnutzerinnen und Endnutzern befand. Welche Datenfelder konkret betroffen sind und wie viele Menschen das trifft, wurde in den Unterlagen nicht beziffert.
Hohe Folgekosten und Debatte ums Outsourcing
Conduent stellt für Behörden und große Unternehmen Prozesse bereit, die für viele Menschen Alltag sind, etwa rund um Zahlungen, Verwaltung und Serviceplattformen. Entsprechend groß sind die möglichen Auswirkungen, wenn solche Systeme ausfallen oder Daten abfließen.
In den Unterlagen wird auch auf Kosten verwiesen, die typischerweise nach solchen Vorfällen anfallen: Benachrichtigungen, Kreditüberwachung, Rechtsaufwand und mögliche regulatorische Folgen. Parallel heizt der Fall die Diskussion an, wie stark sensible staatliche Abläufe von externen Dienstleistern abhängen.
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